Kraichgau-Stimme-Cup geht nach Heidelberg
Kreisligist Heidelberger SC setzt sich gegen Türkspor Eppingen durch. Treschklingen belegt vor Gastgeber SG Kirchardt Rang drei.

Ein wenig unerwartet hat Kreisligist Heidelberger SC den Kraichgau-Stimme-Cup 2026 in Kirchardt gewonnen. Dank eines 3:2-Sieges im Finale gegen den favorisierten Titelverteidiger Türkspor Eppingen durfte das Team von Trainer Marco Tauer den schweren Pott in die Höhe stemmen. „Letztes Jahr waren wir im Halbfinale, dieses Jahr haben wir den Cup nun gewonnen. Auch wenn da im nächsten Jahr wenig Steigerungspotenzial vorhanden ist, wir werden trotzdem wieder nach Kirchardt kommen“, so der Heidelberger Trainer schmunzelnd nach dem spannenden Finale.
Türkspor zaubert als Hallen-Brasilianer
Sein Team war nach den vorherigen Auftritten als klarer Außenseiter gegen Türkspor Eppingen ins Endspiel gegangen. Der Landesliga-Letzte bot seine Top-Spieler auf und festigte den Ruf als Kraichgauer Hallen-Brasilianer. Mit vier Siegen und 19 Torerfolgen rauschte das Team von Trainer Mehmet Öztürk durch die Vorrunde. Im Viertelfinale setzte man sich gegen Türk Gücü Sinsheim, trotz eines famosen Spielertrainers Flamur Shala im Tor, verdient mit 2:1 durch.Im vorweggenommenen Finale traf Türkspor in der Runde der letzten Vier dann auf Gastgeber SG Kirchardt. Dieser hatte in seinen Vorrundenspielen und im Viertelfinale gegen Ittlingen (3:0) als einziges Team keinen einzigen Gegentreffer kassiert. Die Torlos-Serie brach, weil Türkspor im Halbfinale seine Muskeln spielen ließ. Vor allem Alperen Yilmaz. Der Eppinger Torjäger zauberte sich zu zwei Treffern, am Ende siegte Türkspor mit 3:1.
In der Halle geht es artistisch zu
Allgemein sorgte der Titelverteidiger für die Zaubermomente des Turnieres. Zum Beispiel „Kado“ Taskin, der einen Treffer akrobatisch per Handstand-Überschlag feierte und sich dabei beste Haltungsnoten verdiente. Am Ende blieb Türkspor aber nur ein Titel: Alperen Yilmaz holte sich wie schon im Vorjahr die Torjägerkrone des besten Torschützen. „Ich hätte natürlich lieber den Turniersieg gehabt“, erklärte „Alpi“: „Wir hätten Heidelberg eigentlich im Finale schlagen müssen, aber unsere Fehler im Aufbauspiel haben uns kaputt gemacht.“ Und das, obwohl Türkspor-Keeper Edo de Pizzol ein sehenswerter Treffer im Finale gelang. Schlug am Ende also Disziplin die Brillanz? „Ja, das kann man schon sagen“, so Heidelbergs Coach Marco Tauer. „Klar, wir wollen bei so einem Turnier vor allem Spaß haben, aber auf der anderen Seite sind wir auch Sportler und wollten mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Disziplin zu Werke gehen. Das ist uns ganz gut gelungen.“ Vor allem seinem Stürmer Valentin Bauder, der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Bauder sorgte auch für den kuriosesten Moment des Kraichgau-Stimme-Cups, als im Finale nach einem Rettungsversuch sein Turnschuh plötzlich durch die Halle flog. Getroffen hat das Geschoss zum Glück niemanden.Zudem gelang Heidelbergs Benjamin Kessel einer der sehenswertesten Treffer des Turnieres, als er quasi vom eigenen Torkreis aus einnetzen konnte. „Das hat heute einfach richtig Bock gemacht in Kirchardt“, war Coach Tauer voll des Lobes über das Turnier. Der Weg der Heidelberger ins Finale war allerdings erheblich steiniger als der von Türkspor. Im Viertelfinale ging es gegen den TSV Fürfeld gar ins Neunmeterschießen.
Penaltykiller Gudehus als Matchwinner
Levi Gudehus, der Hüne im Heidelberger Gehäuse und später als bester Keeper des Turniers ausgezeichnet, wurde mit drei gehaltenen Penaltys zum Helden. Im Halbfinale wurde der bis dahin bärenstarke Kreisligist SV Treschklingen dann deutlich mit 3:0 bezwungen. „Bis auf dieses Halbfinale haben wir eine starke Vorstellung gezeigt und sind sehr zufrieden mit dem Auftritt unserer Mannschaft“, so Treschklingens Spielertrainer Leotrim Asllani. Durch einen 3:1-Erfolg im kleinen Finale gegen die SG Kirchardt sicherte sich Treschklingen am Ende verdient den dritten Platz. Trotz Platz vier war man beim Gastgeber am Ende sehr zufrieden. „Organisatorisch hat alles perfekt geklappt, es gab keinen schwer verletzten Spieler und die Zuschauer-Resonanz war super. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr“, so SG-Spielausschuss-Vorsitzender Thomas Hafner. Dann am Ende mit einem Kirchardter Turniersieg? „Eigentlich wären wir mal wieder dran“, so Michael Unrath, der Vorsitzende des Kirchardter Fördervereins. Doch Thomas Hafner ergänzt sofort: „Uns ist aber noch wichtiger, dass die Vereine und Zuschauer auch weiterhin so gerne zu unserem Turnier kommen.“
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare