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Fußball-Oberliga
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Gute Leistung, aber hängende Köpfe beim FSV Hollenbach

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FUSSBALL-Oberligist FSV Hollenbach verliert zu Hause gegen den FV Ravensburg mit 1:2. Wieder einmal wäre mehr drin gewesen für die Hohenloher.

Immer wieder drangen die Hollenbacher mit Jonas Limbach (ZHweiter von links) in den Strafraum ein. Doch die Ravensburger verteidigten geschickt und kompakt. Die Gäste gewannen schließlich 2:1.
Foto: Herbert Schmerbeck
Immer wieder drangen die Hollenbacher mit Jonas Limbach (ZHweiter von links) in den Strafraum ein. Doch die Ravensburger verteidigten geschickt und kompakt. Die Gäste gewannen schließlich 2:1. Foto: Herbert Schmerbeck  Foto: Herbert Schmerbeck

Die Leistung stimmte - doch am Ende standen die Spieler des FSV Hollenbach wieder einmal mit hängenden Köpfen auf dem Platz. Der FSV musste sich am Samstag dem FV Ravensburg trotz engagierter Vorstellung mit 1:2 geschlagen geben. Für die Hohenloher bedeutet die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Folge, dass sie weiterhin auf dem drittletzten Tabellenplatz der Oberliga Baden-Württemberg feststecken.

Keine Vorwürfe an die Mannschaft des FSV Hollenbach

„Ohne, dass ich der Mannschaft heute einen Vorwurf machen will, weil sie insgesamt läuferisch, kämpferisch alles auf den Platz gebracht hat und auch, finde ich fußballerisch mindestens gleichwertig war mit dem Tabellenfünften“, sagte FSV-Trainer Reinhard Schenker. Aber das bringe halt nichts in der Situation. „Wenn man irgendwo im Mittelfeld steht, kann man sich da irgendwie mehr Positives rausziehen, als wir. Wir brauchen Punkte“, sagte Schenker. „Das zweite mal in Folge haben wir jetzt nach einer Halbzeitführung nichts geholt. Wir haben uns beide Spiele aufs Silbertablett gelegt, dann aber nichts eingesackt.“

Ravensburg hat clever verteidigt 

Wieder einmal war es eine unnötige Niederlage. Denn ein großer Unterschied zwischen Tabellenfünftem und 16. war nicht zu erkennen. Die Ravensburger waren den entscheidenden Tick cleverer, hatten auch das nötige Spielglück.

„Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden“, sagte Schenker. „Wenn man das Spiel über 90 Minuten sieht, bin ich mir sicher, dass es heute nicht der verdiente Sieger ist. Ich denke, dass wir mindestens ein Unentschieden verdient gehabt hätten.“

„Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Wenn man das Spiel über 90 Minuten sieht, bin ich mir sicher, dass es heute nicht der verdiente Sieger ist.“

Reinhard Schenker

FSV Hollenbach geht früh in Führung

In der ersten Halbzeit ging der FSV in der fünften Minute verdient mit 1:0 in Führung. Niklas Dörr traf nach einem Eckball von Juan Faßbinder mit seiner Direktabnahme genau unter die Latte. Ravensburg bemühte sich zwar um Kontrolle, doch zunächst fehlte den Gästen die Durchschlagskraft. Stattdessen hatte erneut der FSV die große Chance: Dörrs abgefälschter Versuch klatschte an die Latte (27.). Bei einem Ravensburger Rückpass blieb in der 40. Minute die Pfeife des Schiedsrichters stumm. „Die Schiedsrichter trauen sich in solchen Szenen nur bei ganz klaren Rückpässen zu pfeifen. Das sieht man auch in der Bundesliga“, meinte Schenker.

Halbzeitführung des FSV Hollenbach ist verdient

Da seine Mannschaft – in der im Vergleich zur Vorwoche wieder Luke Knapp, Peter Engelmann und Felix Limbach in der Startelf standen – keine einzige Ravensburger Chance zugelassen hatte, ging es mit einer verdienten 1:0-Führung in die Halbzeitpause. „Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet“, sagte Gästetrainer Rahman Soyudogru. „Hollenbach war griffiger, besser in den Zweikämpfen. Wir haben uns auch mit dem Boden schwergetan, sind nicht damit zurechtgekommen.“

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Faßbinder (50.) und Ravensburgs Nicolas Jann (51.) zielten zunächst zu hoch, ehe Felix Limbach aus spitzem Winkel nur knapp verfehlte (53.).

„Hollenbach war griffiger, besser in den Zweikämpfen.“

Rahman Soyudogru

Dem Ravensburger Elfmeter geht ein Foul voraus

Dann folgte der Knackpunkt der Begegnung: In der 55. Minute entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter – eine harte, aber wohl vertretbare Entscheidung. Zu der es allerdings gar nicht hätte kommen dürfen. Denn Faßbinder wurde direkt davor an der Auslinie umgerissen, sein Gegenspieler brachte den Ball in den Strafraum, dann folgte der Elfmeterpfiff. „Das war ein klares Foul, ein ganz klares“, sagte Schenker. Daniele Gabriele war es egal. Er ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum Ausgleich.

Der FSV zeigte Moral und schüttelte den Rückschlag schnell ab. Zwar vergab Ravensburgs Simon Schwarz kurz darauf eine Großchance (59.), als er am langen Pfosten den Ball nicht richtig traf, doch anschließend entwickelte Hollenbach eine starke Drangphase. Die beste Möglichkeit hatte Hannes Scherer (67.), dem der Ball sieben Meter vor dem Tor vor die Füße fiel – doch sein Abschluss geriet zu zentral.

Schneller Konter führt zum 2:1 der Ravensburger

Die Strafe folgte prompt: Ein Ravensburger Konter nach einem Hollenbacher Eckball in der 70. Minute brachte die Gästeführung. Schwarz setzte sich über links durch, ließ sich nicht stoppen, legte quer und Gabriele musste nur noch ins leere Tor einschieben.

FSV Hollenbach: Purtscher, Engelmann (87. Breuninger), Schülke, Jonas Limbach, Faßbinder, Felix Limbach, Scherer, Gesell (75. Music), Schiek, Dörr, Knapp.

FV Ravensburg: Holzbaur, Jeggle (56. Wistuba), Spitzlberger (88. P. Schwarz), Gabriele (85. Lauenroth), Geiselhart, Altmann, S. Schwarz (78. Wolff), Daler, Jann, Bleise, Kenniche, (45. Kukic).

Tore: 1:0 (6.) Niklas Dörr, 1:1 (57. Elfmeter) Daniele Gabriele, 1:2 (71.) Daniele Gabriele.

Schiedsrichter: Koray Aydin.

Zuschauer: 300.

Hollenbach stemmte sich in der Schlussphase mit viel Einsatz gegen die drohende Niederlage, drängte Ravensburg immer wieder tief in die eigene Hälfte. Doch dem letzten Pass fehlte an diesem Nachmittag zu oft die Präzision, klare Torchancen blieben aus. Die Gäste verteidigten clever – und so blieb es beim bitteren 1:2, weil Ravensburg cleverer und effektiver war.

Hollenbach hätte einen Punkt verdient gehabt

„Darauf gilt es jetzt aufzubauen, dann müssen wir sehen, dass wir in den nächsten Spielen mit punkten anfangen. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war in Ordnung.“

Hannes Scherer

„Ein Punkt wäre heute hochverdient gewesen“, sagte Manager Karlheinz Sprügel.

Am Ende stand der FSV erneut mit leeren Händen da. Eine Niederlage, die besonders schmerzt, weil Einsatz, Wille und Leistung durchaus Hoffnung machten – nur das Ergebnis wollte einmal mehr nicht passen. „Darauf gilt es jetzt aufzubauen, dann müssen wir sehen, dass wir in den nächsten Spielen mit punkten anfangen“, sagte Scherer. „Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war in Ordnung.“

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