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Gommersdorfer Last-Minute-Ausgleich im Flutlicht-Chaos

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VfR Gommersdorf behält den Durchblick und holt durch späten Treffer von Till Marekker einen Punkt gegen Pforzheim. Am Montag steht die Partie beim SV Waldhof Mannheim II an. 

Die Gommersdorfer jubeln nach dem späten Ausgleich.
Die Gommersdorfer jubeln nach dem späten Ausgleich.  Foto: Herbert Schmerbeck

Der VfR Gommersdorf hat sich in einer dramatischen Schlussphase ein 2:2 (1:1) gegen den 1. Türk. GU Pforzheim erkämpft – und das unter außergewöhnlichen Umständen.

Kurz vor dem Ende des Verbandsligaspiels fiel am Donnerstagabend ein Teil des Flutlichts aus, sogar ein Abbruch stand im Raum. Doch beide Mannschaften entschieden sich fürs Weiterspielen.

Gommersdorf belohnt sich in der Nachspielzeit

In der Nachspielzeit wurde Gommersdorf für seinen Aufwand belohnt: Till Marekker behielt im Strafraum den Überblick und traf zum umjubelten späten Ausgleich.

„Hut ab vor der Leistung“, sagte VfR-Trainer Manuel Hofmann nach der Partie. „Wir waren meiner Meinung nach die bessere Mannschaft und sind durch die Tore knallhart bestraft worden.“ Tatsächlich zeigte der abstiegsbedrohte VfR über weite Strecken eine engagierte und mutige Leistung gegen das Spitzenteam aus Pforzheim. „Man hat nicht gesehen, dass ein Abstiegskandidat gegen ein Topteam spielt“, sagte Hofmann. „Daher geht das Unentschieden voll in Ordnung.“

Mit einem 1:1 geht es in die Pause

Dabei hatten die Gäste zunächst Vorteile. „Die ersten 20 Minuten hat man schon die Qualität gesehen“, analysierte Hofmann. Ernesto De Santis (8.) brachte die Pforzheimer dann auch früh in Führung. Doch Gommersdorf hielt dagegen, gewann zunehmend Zweikämpfe und arbeitete sich in die Partie hinein. Der verdiente Ausgleich noch vor der Pause durch Jan Reuther (44.) war die logische Folge.

Offenes Spiel nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offenes Spiel. Pforzheim nutzte jedoch die individuellen Fehler eiskalt aus und ging erneut in Führung. Wieder war De Santis (55.) der Schütze. „Das war aus dem Nichts“, ärgerte sich Ausgleichs-Torschütze Till Marekker später. „Aber wir haben trotzdem noch weitergemacht.“

Und genau das wurde belohnt. In der Schlussphase drückte der VfR auf den Ausgleich. Wenige Minuten vor dem Abpfiff aber sorgte ein teilweiser Ausfall des Flutlichts für Verwirrung. „So etwas habe ich auch noch nie erlebt“, gab Manuel Hofmann zu. Ein Abbruch wurde diskutiert, letztlich entschieden sich beide Mannschaften aber, die Partie fortzusetzen. „Es war nicht so, dass man gar nichts mehr gesehen hat“, erklärte der Trainer.

In der Nachspielzeit erzielt Till Marekker den Gommersdorfer Ausgleich

Die Entscheidung sollte sich aus Sicht der Gastgeber auszahlen. In der Nachspielzeit erkämpfte sich Gommersdorf noch einmal den Ball, Till Marekker (110.) schaltete schnell und traf mit links zum 2:2. „Ich habe den Ball gefordert und dann einfach abgeschlossen“, schilderte der Schütze die Szene.

Till Marekker (Zweiter von links) erzielt in der Nachspielzeit das 2:2.
Till Marekker (Zweiter von links) erzielt in der Nachspielzeit das 2:2.  Foto: Herbert Schmerbeck

„Es fühlt sich an wie ein Sieg.“ Auch Co-Trainer Fabian Geissler sprach von einem verdienten Punktgewinn: „Wir haben uns endlich mal für den Aufwand belohnt.“ Gerade in den vergangenen Wochen habe die Mannschaft oft gute Leistungen gezeigt, ohne aber Zählbares mitzunehmen. „Deshalb tut dieser Punkt extrem gut – vor allem für die Moral.“ Dass es sich erst um das erste Unentschieden der Saison handelte, unterstreicht die besondere Bedeutung. „Im 21. Spiel mal ein Remis – das ist schon bemerkenswert“, sagte Fabian Geissler. „Aber jeder Punkt hilft uns.“

VfR Gommersdorf: Haun. Heim, Reuther (89. Beck), Hellinger, Walter (62. Hespelt), Hofmann (19. Marekker), Vollmer, Geißler (87. Schmitt), Leis, Eitelwein, Siegfried.

Tore: 0:1 Ernesto De Santis (8.), 1:1 Jan Reuther (44.), 1:2 Ernesto De Santis (55.), 2:2 Till Marekker (90.+10).

Schiedsrichter: Nicolas Heuss.

Zuschauer: 200.

Gommersdorfer Mannschaft beweist Moral und Charakter

Auch aus der Mannschaft heraus wurde vor allem die Moral hervorgehoben. „Man hat gesehen, was für ein Charakter in diesem Team steckt“, betonte der Gommersdorfer Stürmer Yannik Eitelwein. „Wir glauben daran, dass wir in der Liga bleiben können.“ Der späte Ausgleich könne für die nächsten Aufgaben zusätzlich noch einmal Rückenwind geben: „Das bringt uns Selbstvertrauen.“

Am Montag steht das Spiel in Mannheim an

Viel Zeit zum Feiern bleibt dem Team aus dem Jagsttal nicht. Diesen Samstag steht eine Trainingseinheit an, ehe es am Montag (15.30 Uhr) zu Waldhof Mannheim II geht. Die Personalsituation bleibt angespannt, zumal sich Hofmann gegen Pforzheim eine Zerrung zuzog. „Das wird wieder ein anderes Spiel“, sagt Hofmann. „Die stehen in unserem Tabellenbereich.“ Mannheim verlor am Dienstag gegen Ziegelhausen/Peterstal mit 0:3 und kommt auf 28 Punkte, Gommersdorf hat 25. 

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