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FVS Sulzfeld bricht alten Relegations-Fluch und steigt in die Kreisliga auf

Der FVS Sulzfeld kann doch Relegation: Nach einem 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen VfB Eppingen II kehrt der FVS in die Kreisliga zurück. Warum es jetzt doch Aufstiegsshirts gab.

Martin Peter
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Lesezeit 3 Min
FVS Sulzfeld bricht alten Relegations-Fluch und steigt in die Kreisliga auf
Der FVS Sulzfeld kann doch Relegation: Nach einem 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen VfB Eppingen II kehrt der FVS in die Kreisliga zurück.  Foto: Krüger, Klaus

Also doch. Ein paar Tage vor dem großen Saisonfinale mit dem Relegationsspiel gegen den VfB Eppingen II hatten sie beim FVS Sulzfeld beteuert, dass zumindest vorab keine Aufstiegsshirts gefertigt werden. Zu oft war das in der Vergangenheit schiefgegangen.

Ein Karton voller nie getragener Shirts im Lager des Vorsitzenden Bernd Hildebrand erinnert schmerzhaft an die vielen Male, die der FVS in den vergangenen 20 Jahren in einer Relegation gescheitert war. Vor allem die Älteren im Verein, die Zeugen der vielen Versuche, vermuteten dahinter einen Fluch.

Auch Trainer Marco Sautter ist überrascht

Als die Sulzfelder am Samstag in Mühlbach den Bann mit dem 3:1 gegen den VfB Eppingen II nach Verlängerung endlich brachen, hatten die Ersten am Rand schon vor dem Abpfiff die roten T-Shirts an, die den langersehnten Aufstieg in die Kreisliga verkündeten. "Ich wurde davon am Donnerstag überrascht, es hieß, eigentlich, dass es keine Shirts geben wird", sagte Marco Sautter, der das Team mit dem in den Flitterwochen weilenden Tobias Zakel Mitte März übernommen - und nun in die Kreisliga geführt hat.

Entschieden hatte das die Mannschaft am Dienstag in Abwesenheit der beiden Trainer selbst und sich damit auch gegen den Vorsitzenden durchgesetzt. "Die hätten mich fast gelyncht, als ich gesagt habe, dass wir diesmal keine machen", sagt Hildebrand. Also bestellte der Inhaber eines Sportgeschäfts am Mittwoch rasch noch ein paar Shirts und warf tags drauf den Plotter an. "Ich habe aber gesagt, dass sie mich nicht in Verantwortung nehmen sollen. Und falls es nichts geworden wäre, hätte nichts nach außen dringen dürfen."

Inhaltlich schlechtes Spiel führt der Trainer auf den Druck zurück

Die Vergangenheit hat Spuren hinterlassen. Doch diesmal klappte es, diesmal ging der FVS als Sieger aus einer Relegation hervor, ist wieder Kreisligist. "Ich bin total sprachlos und dankbar", sagte Sautter inmitten des Jubels unmittelbar nach Schlusspfiff. Inhaltlich habe Sulzfeld eines der schlechtesten Spiele abgeliefert, seit er und Zakel das Sagen haben. "Ich denke aber, dass es dem Druck geschuldet war. Und Eppingen hat eine gute Leistung gezeigt." Hatten die Sulzfelder noch in der ersten Hälfte Vorteile und führten durch den frühen Treffer von Tarek Aljokhadar mit 1:0 (8.), riss nach der Pause der VfB II das Kommando über das Spiel an sich.

Das schnelle 1:1 nach einer Ecke durch Daniel Zeiser (48.) gab Eppingen Auftrieb. Die Sulzfelder wirkten müde, waren zwischenzeitlich kaum in der Lage, für dringend benötigte Entlastung zu sorgen. Glück hatten sie zudem, dass die Unparteiischen das sichere 2:1 des Kreisligisten wegen abseits abpfiffen (72.). "Das war niemals abseits", sagte VfB-Stürmer Stefan Beierle, der am Samstag zum letzten Mal auf dem Platz stand. Der 40-Jährige beendete seine beeindruckenden Karriere. Und es war nicht das Ende, dass er sich und viele andere sich für ihn erhofft hatten.

Sulzfeld hat schon einmal ein Relegationsspiel in Mühlbach gewonnen

Denn die Sulzfelder waren nicht am Ende, sie drehten in der Verlängerung noch einmal auf. Begünstigt durch einen individuellen Fehler, einen Querschläger des VfB, erzielte Silas Muth das viel umjubelte 2:1 (93.). Mit der zweiten Luft bei hochsommerlichen Temperaturen schoss der starke Tarek Aljokhadar den FVS mit seinem zweiten Treffer, einer ganz feinen Einzelleistung zum 3:1, endgültig zum Aufstieg (108.). "Wir haben uns zurückgekämpft", sagte Sautter glücklich.

Der Lohn für eine starke Saison ist die Rückkehr in die Kreisliga, aus der die Sulzfelder 2016 abgestiegen waren - natürlich in der Relegation. Schon einmal hatte der FVS in Mühlbach so ein Entscheidungsspiel gewonnen. 1970. 4:1 gegen Rohrbach a.G. "Die Vorzeichen standen also gut", sagte Hildebrand. T-Shirts gibt es davon aber keine mehr.

VfB Eppingen II: Kabak - Twardon (70. Kolb), Javori, Uygun, Rebmann - Martin, Dickemann (46. Karaoglan), Hagmann (80. Mildenberger), Zeiser, Dushkolli (98. da Silva Soares) - Beierle.

FVS Sulzfeld: Pfefferle - Mastrorosa, Hauber, Sautter, S. Aljokhadar - Simmel (40. T. Muth), Laskowski - Tarek Aljokhadar, Heckler (70. Maiwald), S. Muth (100. Pfefferle) - Weigele (56. Galic).

Tore: 0:1 (8.) Tarek Aljokhadar, 1:1 (47.) Daniel Zeiser, 1:2 (93.) Silas Muth, 1:3 (107.) Tarek Aljokhadar. Schiedsrichter: Reinhold Huth. Zuschauer: 670.

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