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Wie Eintracht-Athletiktrainer Martin Spohrer die Nacht von Barcelona erlebte

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Mittendrin im Camp Nou statt nur dabei: Der ehemalige Bezirksliga-Torwart des TSV Stein macht gemeinsam mit 30.000 Frankfurt-Fans die Nacht zum Tag.

Sieger-Selfie vor beeindruckender Kulisse: Eintracht-Athletiktrainer Martin Spohrer (links) mit Mannschaftskapitän Sebastian Rode.
Foto: privat
Sieger-Selfie vor beeindruckender Kulisse: Eintracht-Athletiktrainer Martin Spohrer (links) mit Mannschaftskapitän Sebastian Rode. Foto: privat  Foto: privat

Am Mittag danach sitzt Martin Spohrer in Barcelona am Strand, ein Sieger-Bier in der Hand. Es soll nicht das letzte gewesen sein in der spanischen Sonne. Schließlich gibt es auch noch einen Tag nach dem Europa-League-Finale am 18. Mai, dann noch ein bisschen südlicher in Sevilla, dem Spielort.

Seit 2016 gehört Martin Spohrer zum Team der Athletiktrainer bei Eintracht Frankfurt, er ist Teil eines Quartetts, das für die Fitness der Frankfurter Vielspieler verantwortlich ist. Die rauschende Nacht von Barcelona erlebte er als Fan vor Ort mit, sonst ist der ehemalige Bezirksliga-Torwart des TSV Stein für die daheimgebliebenen Ersatzspieler zuständig, für die Einheiten im Kraftraum, die Torhüter.

Fußball ist mitunter surreal

Eintracht Frankfurt hatte alle Festangestellten nach Barcelona eingeladen. Teambuilding in XXL-Format sozusagen für den ganzen Verein.

Dank seiner Akkreditierung war Spohrer hinterher mittendrin statt nur dabei bei der größten Eintracht- Sause im Ausland seit Vereinsbestehen. Ein Selfie mit Sebastian Rode, dessen Trikot Spohrer beim 3:2-Coup trug, zeigt den 44-Jährigen vor der riesigen Eintracht-Fankurve. Seit Spohrer bei der Eintracht ist, stand der Verein zwei Mal im DFB-Pokal-Finale, nun erreichte man zum zweiten Mal nach 2019 das Europa-League-Halbfinale. "Ich habe ja schon einige Highlights mit der Eintracht erleben dürfen, aber das war unglaublich", sagt er. "Du führst 3:0 und da singen 30.000 Eintracht-Fans in Barcelona ?Einer geht noch, einer geht noch rein"." Fußball ist mitunter surreal.

Eintracht-Tross feiert bis in die Morgenstunden

Als Eintracht-Tourist konnte Spohrer die Atmosphäre vor Ort aufsaugen, mit den anderen Fans in der Stadt feiern. "Ich habe die Atmosphäre ins Team transportiert", sagt er. Aus dem Athletiktrainer wurde so ein Motivationstrainer. "Die anderen im Mannschaftshotel waren ja abgeschottet, die haben von mir dann Videos geschickt bekommen, was in der Stadt so los war", schildert er am Tag danach. Das eigene Handy machte am späten Donnerstag schlapp. Zu viele Fotos und Videos nahm Spohrer auf, dazu kamen rund 150 Kurznachrichten aus aller Welt mit ganz vielen Glückwünschen.

Der Feier-Abend nach dem Sieg über den FC Barcelona sah so aus: Party auf dem Spielfeld mit den Fans, anschließend in der Mannschaftskabine, ehe ein Bankett folgte. Ja, sie können auch Feiern, diese Frankfurter Euro-Fighter. Bis in die Morgenstunden wurde Musik gehört, Bier getrunken, getanzt.

Halbfinale gegen West Ham: London calling

Am Freitagmorgen absolvierte die Mannschaft noch eine kleine Laufeinheit am Strand. Gegen 16 Uhr ging es für Martin Spohrer in einem der vielen Sonderflieger zurück nach Frankfurt, heim zu Ehefrau Sina. Die wäre eigentlich auch mit dabei gewesen, doch kurz vor dem Abflug kam ein positiver Corona-Test dazwischen. Ihre Bitte an den Gatten: "Komm mir bloß nicht ohne Sieg heim, ich will auf jeden Fall nochmal mit dabei sein." Gesagt, getan.

London, wo es im Olympiastadion im Halbfinale am 28. April gegen West Ham United geht, und vielleicht Sevilla sind nicht die allerschlechtesten Reiseziele in Sachen Fußball.

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