WFV-Bezirke bestimmen Relegations-Modus selbst
Beim WFV-Verbandstag gibt es keine Stellungnahme zum Rücktritt des geschäftsführenden Vizepräsidenten Michael Hurler. Neu ist dafür unter anderem, dass Relegationen künftig mit Halbfinale und Finale ausgetragen werden können. In A-Staffeln steigt der letzte künftig direkt ab.

Am Samstag fand in der Stadthalle Sindelfingen der 32. ordentliche Verbandstag des Württembergischen Fußballverbandes statt. Neben den Neuwahlen der Präsidiums-Mitglieder stand die Abstimmung über insgesamt 51 Anträge zu Änderungen der Satzung und Spielordnung im Mittelpunkt.
Keine Stellungnahme von Seiten des WFV-Präsidiums gab es zum Rücktritt des geschäftsführenden Vizepräsidenten Michael Hurler. Am 2. Mai teilte der Württembergische Fußballverband in einer Pressemitteilung mit, dass sich Hurler auf dem Verbandstag nicht mehr zur Wiederwahl stellt.
Keine neuen Infos zum Rücktritt des Vizepräsidenten
Hurler soll zu diesem Zeitpunkt aber bereits von seinen Ämtern zurückgetreten oder "zurückgetreten worden" sein. Auf Nachfrage bei der WFV-Pressestelle zum genauen Sachverhalt, gab es als Antwort: "Kein Kommentar."
Auch der alte und neue WFV-Präsident Matthias Schöck trug in Sindelfingen nach seiner Wiederwahl nicht zur Aufklärung bei. Seine Stellungnahme: "Ich bitte um Verständnis dafür, dass unserer Verlautbarung nichts hinzuzufügen ist." Transparenz, die der WFV von seinen Vereinen stets einfordert, sieht anders aus.
Wichtige Änderungen in der Satzung
Wer Hurlers Nachfolger im Amt des hauptamtlichen WFV-Geschäftsführers wird, ist offen. Darüber wird in den WFV-Gremien noch diskutiert. Bis dahin führen Ralf Gabriel, Abteilungsleiter Verwaltung/Organisation und Frank Thumm, Abteilungsleiter Recht, kommissarisch die Geschäfte.
Nach den Wahlen der Präsidiums-Mitglieder waren die 270 Delegierten der 16 WFV-Bezirke zur Abstimmung über insgesamt 51 Anträge aufgerufen. Zwei Anträge wurden zurückgezogen, elf abgelehnt und 38 angenommen. Zu den wichtigsten Satzungsänderungen zählt die Freigabe der Relegations-Regularien.
Die Bezirke können nun selbst entscheiden, in welchem Modus die Aufstiegsspiele, insbesondere zur Bezirksliga, ausgetragen werden. Zwei mögliche Varianten: Wie bisher. Die drei A-Liga-Vizemeister ermitteln in zwei Spielen den Gegner des ersten Nicht-Direktabsteigers der Bezirksliga. Oder alternativ: Alle vier Vereine werden in einem Topf geworfen. In Halbfinale und Endspiel wird der letzte freie Platz in der Bezirksliga ausgespielt.
Relegationen können künftig schneller ablaufen

"Das ist eine Geschichte, die wir auf dem Staffeltag im Juli diskutieren werden", sagt Ralf Bantel, Vorsitzender des Bezirks Hohenlohe. Ein Argument für den Modus Halbfinale und Finale wäre neben der Chancengleichheit die Zeitersparnis. Könnte bei zwei statt drei Entscheidungsrunden doch eine komplette Woche eingespart und an die Winterpause angehängt werden, da Ende Februar oder Anfang März ob der Platzverhältnisse kein geregelter Spielbetrieb möglich ist.
"Wir werden auf unserem Staffeltag die anwesenden Vereinsvertreter darüber abstimmen lassen", schließt sich der Unterländer Bezirksvorsitzende Ulrich Preßler der Vorgehensweise seines Hohenloher Amtskollegen an.
Aus A-Staffeln muss es einen Direktabsteiger geben

Neu für die A-Staffeln ist, der Tabellenletzte steigt definitiv ab. In der aktuellen wie auch vergangenen Saison gab und gibt es im Bezirk Unterland in der Kreisliga A2 keinen Direktabsteiger. Das ist ab der Saison 2018/2019 ausgeschlossen.
Die Möglichkeit, dass der Relegationsverlierer in der A-Liga spielt und der B-Liga-Vizemeister direkt aufsteigt, bleibt bestehen, sofern es die Normzahl der A-Staffeln erforderlich macht. "Es kann durchaus dazu kommen, dass drei B-Ligisten einer Staffel aufsteigen", sagt Preßler.
Hallenmeisterschaften werden weiterhin nach Futsalregeln gespielt
Ein weiterer wichtiger Beschluss ist für Bantel, dass nun für Hallenveranstaltungen festgeschrieben wird, Privatturniere wieder nach herkömmlichen Regeln durchführen zu dürfen. Dieser Antrag wurde vom TSV Niedernhall gestellt.
Hallenmeisterschaften werden weiterhin nach Futsalregeln gespielt. Auch die Normzahlen der Bezirksliga und den A-Ligen werden freigestellt. In der Bezirksliga kann eine Staffelstärke von 15 oder 16 Vereinen und für die A-Staffeln von zwölf bis 16 Teams festgelegt werden.
Neuer Vorstand des WFV:
Matthias Schöck (Präsident, Hildrizhausen), Rainer Domberg (Schatzmeister, Heidenheim), Thomas Gundelsweiler (Vizepräsident Qualifizierung/Leistungssport, Weilheim/Teck), Steffen Jäger (Vizepräsident Gesellschaftliche Verantwortung, Oppenweiler-Strümpfelbach), Dr. Florian Bollacher (Vizepräsident, Ludwigsburg), Harald Müller(Vorsitzender Verbandsspiel-Ausschuss, Stuttgart), Michael Supper (Vorsitzender Verbands-Jugendausschuss, Hechingen), Giuseppe Palilla (Verbands-Schiedsrichter-Obmann, Spaichingen), Angelika Fioranelli-Petersohn (Vorsitzender Ausschuss Frauen- und Mädchensport, Biberach), Florian Müller-Metge (Vorsitzender Verbandsgericht, Stuttgart), Margarete Lehmann (Vorsitzende Ausschuss Freizeit- und Breitensport, Seitingen-Oberflacht), Manfred Merkle (Vertreter der Bezirksvorsitzenden, Senden), Siegfried Bauer(Schwäbisch-Hall), Knut Kircher (Ehrenamt/Fairplay, Hailfingen), Thomas Halder (Fußballentwicklung, Schwäbisch-Gmünd), Klaus Moosmann (Schulfußball, Ravensburg).
Die wichtigsten Satzungsänderungen, gültig ab 1. Juli 2018
− Künftig wird der Nachweis der Spielberechtigung und der Identität elektronisch geführt. Der Spielerpass online mit Spielerfoto ersetzt den gedruckten Spielerpass, der ab 1. Juli 2018 komplett entfällt.
− Wird eine Staffel, die mit mindestens der Normzahl spielt, durch drei Direktabsteiger erhöht, so wird sie bereits zum Ende der laufenden Runde durch einen zusätzlichen Absteiger reduziert. Führen zwei Absteiger zu einem Übersoll, kommt es wie bisher erst in der darauffolgenden Saison zu einem verschärften Abstieg.
− Sperren nach Feldverweisen in Meisterschafts- und Pokalspielen werden künftig in der Regel nicht mehr als Zeitsperren, sondern nach einer bestimmten Anzahl von Pflichtspielen festgesetzt. Erhält ein Spieler im letzten Saisonspiel einen Platzverweis, ist er somit zum Start der darauffolgenden Runde gesperrt. Auch bei einem Vereinswechsel.
− Bei den Männern und Frauen ist ein Einsatz in Verbands- und Bezirkspokalspielen künftig nur noch mit Pflichtspielrecht möglich. Bisher war ein Pokaleinsatz auch mit der Freigabe für Freundschaftsspiele gestattet.
− Bei Damen und Herren kann in den jeweils untersten Spielklassen im flexiblen Modus (Norweger Modell) mit verringerter Spieleranzahl gespielt werden. Die Mannschaften verlieren aber ab dem Zeitpunkt des Wechsels in den flexiblen Modus ihr Aufstiegsrecht. Dies gilt jedoch nicht für die Teams, die sich der Mannschaftsstärke des Gegners anpassen müssen. Im Unterland ist dies bei den Frauen bereits seit dieser Saison möglich.
− Spielverlegungen sind künftig unter erleichterten Voraussetzungen möglich und erfordern grundsätzlich nur noch die Zustimmung des Spielgegners. Es muss kein zwingender Grund vorliegen.
− Jugendspiele können künftig auch unter der Woche angesetzt werden, soweit Belange des Jugendschutzes dem nicht entgegenstehen.
− Jugendspieler dürfen künftig − entsprechend der Regelung bei den Herren und Frauen − nur eingesetzt werden, wenn sie vor dem Spiel auf dem Spielbericht vermerkt sind. tok
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