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Vom Böckinger Bolzplatz in die Regionalliga: Linus Weik startet in seine zweite Saison mit dem SGV Freiberg

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Nach dem Wechsel aus der A-Jugend der TSG Hoffenheim sammelte Linus Weik in seiner ersten Saison bei Freiberg beachtlich viel Einsatzzeit. Ziel ist es jetzt, dauerhaft Stammspieler zu sein.

Als Teenager schon Stammspieler in der vierten Liga: Linus Weik startet am Wochenende mit dem SGV Freiberg in seine zweite Regionalligaspielzeit.
Als Teenager schon Stammspieler in der vierten Liga: Linus Weik startet am Wochenende mit dem SGV Freiberg in seine zweite Regionalligaspielzeit.  Foto: IMAGO/Julia Rahn

Wir mussten einfach den Ball zu Linus spielen und er hat den Rest gemacht", sagen seine ehemaligen Teammitglieder der E-Jugend des SC Böckingen heute über ihn. Doch Linus Weik, 19 Jahre jung, streitet das mit einem Lachen ab. Er antwortet gekonnt: "Es gehört immer die gesamte Mannschaft dazu."

Das Talent des Böckingers war jedoch schon in jungen Jahren unverkennbar - der Wechsel zur Jugendakademie der TSG Hoffenheim folgte konsequenterweise. Nun geht der mittelgroße Blondschopf mit Ohrring in seine zweite Regionalliga-Saison mit dem SGV Freiberg. Am Samstag steht der erste Spieltag an.

Aus der Jugend des SC Böckingen zur TSG Hoffenheim

Linus Weik im Jahr 2011 im Trikot des SC Böckingen.
Linus Weik im Jahr 2011 im Trikot des SC Böckingen.  Foto: privat

Von Haus aus war er kein Fußballer. Mutter, Vater und Schwester seien nicht wirklich fußballbegeistert gewesen, erzählt er: "Das kam erst im Kindergarten mit Freunden." In der Jugend des SC Böckingen ging es dann schnell bergauf. "Ab der U12 habe ich schon irgendwann gemerkt, dass ich ein bisschen was drauf habe", sagt Weik mit einem Grinsen. Im DFB-Stützpunkt wurde er Dauergast.

Nach einem erfolgreichen U13-Hallenturnier kamen die ersten Angebote einiger Bundesligaclubs in das Postfach der Familie Weik. Einige Probetrainings später entschied man sich für die Akademie der TSG Hoffenheim - "eine richtige und gute Entscheidung", wie er im Nachhinein empfindet.

Allzweckwaffe Weik: "In allem gut ausgebildet"

Großer Stolz beim jungen Linus, aber Vater und Mutter "sorgten dafür, dass ich auf dem Boden bleibe", sagt er dankbar. Schulabschluss mit Abitur war Pflicht. Nebenbei durchlief Weik alle Jugendmannschaften erfolgreich, meistens als Stammspieler. "Ich habe eigentlich immer gespielt und konnte daher einiges lernen." Weik spezialisierte sich auf die Position des Außenverteidigers. Ob links oder rechts, das ist ihm egal. "Meine größte Stärke ist, glaube ich, dass ich nicht eine Paradedisziplin habe, aber in allem gut ausgebildet bin und auf jeder Position spielen kann", sagt er nach etwas längerem Nachdenken mit einem Lachen.

Im Spiel spult er viele Kilometer ab, geht energisch und giftig in Zweikämpfe, glänzt mit überlegten Flanken, ruhigem Aufbau und präzisem Passspiel in die Tiefe.

Verletzungsprobleme und ein Tapetenwechsel  

Allerdings musste sich die Allzweckwaffe in der A-Jugend mit einigen Verletzungen herumschlagen. Der Sprung in die U23 der TSG wäre möglich gewesen, doch die Aussicht auf Einsatzzeiten beim neuen Trainer war schlecht, was zum Wechsel nach Freiberg führte. "Ich bin dankbar für die Zeit in Hoffenheim, doch ein Tapetenwechsel fühlte sich richtig an", sagt Weik.

Beim SGV erkämpfte er sich in seiner ersten Herren-Saison nach kurzer Eingewöhnungsphase beachtlich viel Einsatzzeit. "Herrenfußball ist schon etwas ganz anderes als in der Jugend", sagt er und gesteht: "Ich habe es anfangs auch etwas unterschätzt, dann aber gut hineingefunden." Neben dem erfahrenen Innenverteidiger und ehemaligen Zweitligaprofi David Pisot spielte Weik unaufgeregt, kam auf 16 Einsätze mit einigen Torvorlagen.

Vorbild Cristiano Ronaldo und eine eingestaubte Playstation 

Für die nun startende Saison möchte Linus Weik nur eines: "Einfach das Beste aus mir und meiner Karriere herausholen, mich möglichst schnell als Stammspieler etablieren." Sein Vorbild, aufgrund von Einstellung und Willen, ist niemand Geringeres als Cristiano Ronaldo. Dafür geht er oft ins Fitnessstudio, was seine zweite große Leidenschaft ist. "Ich mache nebenbei eine Lizenz zum Fitnesstrainer", sagt der 19-Jährige, dessen Alltag somit sportlicher kaum sein kann.

Viel Zeit für Familie und Freunde bleibt ihm mit vier Trainingseinheiten und einem Spiel pro Woche beim SGV Freiberg nicht. Die frühere Lieblingsablenkung Playstation sei mittlerweile auch eingestaubt, gibt er zu. Wenn er daheim ist, steht Entspannung auf dem Programm, "mit Freunden Kaffee trinken".


Prägende und spezielle Momente

In seiner bisherigen Fußballkarriere hat Linus Weik schon prägende und ganz spezielle Momente erlebt. „Besonders stolz bin ich auf meine beiden Einsätze in der U15- und U16-Nationalmannschaft“, erzählt Weik, der sogar ein Tor erzielte. „Zu treffen und das Trikot zu tragen – unbeschreiblich.“

Den Kampf nach seiner Verletzung zurück in die U19-Mannschaft der TSG Hoffenheim beschreibt Weik ebenfalls als eine „besondere Zeit“. Für einige Jugendspieler bedeutet eine Ausfallzeit von fast fünf Monaten oft das Ende der erträumten Fußballkarriere. Er kämpfte sich jedoch zurück ins Geschehen. 


 

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