Viele Spieler aus dem Unterland liefen für die Kickers auf
Spieler aus der Region haben bei den Stuttgarter Kickers eine lange Tradition. Der ehemalige Erstligist ist inzwischen in die Oberliga abgestürzt - und gastiert am Samstag in Neckarsulm.

Mit den Stuttgarter Kickers kommt am Samstag (15.30 Uhr) ein großer Name nach Neckarsulm. Das Problem: Mittlerweile ist nur noch der Name groß. Erstmals spielen die Kickers in dieser Saison nur noch in der 5. Liga.
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Auch einige Unterländer haben bei den Kickers ihre Spuren hinterlassen. Ein kleiner Ausflug in die Fußballgeschichte des ehemaligen Bundesligisten aus Stuttgart-Degerloch.
Dieter Dollmann: Der Mittelfeldspieler begann beim TSV Binswangen mit dem Fußballspielen. Über die Spvgg Neckarsulm landete er 1973 bei den Stuttgarter Kickers. Dort spielte der heute 70-Jährige von 1973 bis zu seinem Karriereende 1983 266 Mal in der 2. Bundesliga. Mindestens genauso erfolgreich leitete er danach zehn Jahre lang die Geschicke des Vereins als Manager.
Unter Dieter Dollmann erreichten die Stuttgarter Kickers 1987 das DFB-Pokal-Finale gegen den HSV (1:3) und stiegen 1988 und 1991 jeweils in die Bundesliga auf. Nach seiner Zeit bei den Kickers war Dollmann von 2000 bis 2003 Geschäftsführer bei Waldhof Mannheim.
Joachim Müller: Der 57-Jährige mit dem Spitznamen Aki spielte von 1978 bis 1986 bei den Kickers. Der Abwehrspieler stammt aus der Jugend des VfR Heilbronn und wurde 1979 mit den Kickers deutscher A-Jugend-Meister.

Ralf Vollmer: "Eigentlich war ich als 19-Jähriger schon auf dem Weg nach Mönchengladbach", sagt Ralf Vollmer. Nach einem erfolgreichen Probetraining stand der Nachwuchskicker aus dem kleinen Jagsttalort Olnhausen dort vor der Unterschrift. "Dann haben die Kickers davon in der Heilbronner Stimme gelesen", erzählte Vollmer einst. Das Ende vom Lied: Vollmer entschied sich für die Nähe zu Familie und Freunden − und wurde so von 1983 bis 1993 zu Mister Kickers.
62 Erstliga-Spiele, so viele wie kein anderer, hat der Stürmer für die Blauen in ihren einzigen beiden Bundesligajahren 88/89 und 91/92 gemacht. Vollmer blieb den Kickers immer treu − trotz Angeboten vom HSV und Schalke 04. Der allmächtige Präsident Axel Dünnwald-Metzler ließ ihn damals nicht ziehen. Vollmer fungierte 1999 kurzzeitig als Trainer bei den Kickers und hatte 2001 ein glückloses neunmonatiges Engagement als Sportdirektor. Heute ist er in der Versicherungsbranche tätig und lebt mit seiner Familie wieder in der Region, in Hardthausen. Zuletzt trainierte er die SG Bad Wimpfen (2014-2016), die er in die Bezirksliga führte.
Markus Beierle: Von 1995 bis 98 stürmte der ehemalige Spieler des TSV Cleebronn und von Union Böckingen für die Stuttgarter. Für den MSV Duisburg, 1860 München, Hansa Rostock und Eintracht Frankfurt ging der heute 46-Jährige danach in der Bundesliga auf Torejagd. Beierle trainiert seit zehn Jahren im Taunus den SC Dortelweil.
Tomislav Maric: Vier Jahre, von 1996 bis 2000, trug der Heilbronner das blaue Kickers-Trikot. In der Saison 1999/2000 war er Zweitliga-Torschützenkönig. Anschließend stürmte der heute 45 Jahre alte Kroate unter anderem für den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim. Maric war in Hoffenheim Co-Trainer von Ralf Rangnick, später dann beim VfB Stuttgart von Thomas Schneider. Zuletzt trainierte er bis Sommer 2016 den slowakischen Erstligisten DAC Dunajska Streda.
Zu den weiteren Akteuren mit Unterländer Fußballwurzeln gehören unter anderem die Ex-Kickers Andreas Krause (zwei Erstligaspiele 1991/92). Krause ist der Vater des aktuellen Wehener Drittligaprofis Jeremias Lorch. Außerdem trugen auch Vincenzo Palumbo (1992/93), Timo Dörflinger (2000 bis 2002), Peter Wagner (2001 bis 2004), Denis Videc (zwei Monate 2010) und Dirk Prediger (2007-2011) schon das Kickers-Trikot. Der Ex-Neckarsulmer Ramazan Kandazoglu machte in der Saison 2011/12 vier Spiele für die Kickers. Eine blaue Vergangenheit hat auch der aktuelle Neckarsulmer Marco Romano, der in der Jugend und U23-Oberligaelf auf der Waldau kickte.
Stimme.de
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