VfR Gommersdorf: Ein Sieg des Willens
Fußball-Verbandsligist VfR Gommersdorf zeigt Moral und gewinnt in Bruchsal 2:1 – Am Samstag kommt Weinheim ins Jagsttal.

Manuel Hofmann blieb ruhig. Nüchtern und sachlich. Dabei hätte der Trainer des nordbadischen Verbandsligisten VfR Gommersdorf am Mittwoch allen Grund zur Euphorie gehabt. Mit einer leidenschaftlichen Leistung hat der VfR Gommersdorf im vorverlegten Spiel beim 1. FC Bruchsal einen überraschenden 2:1 (0:0)-Erfolg gefeiert.
Manuel Hofmann spricht von einem Charaktersieg
Trainer Manuel Hofmann sprach im Anschluss von einem „Charaktersieg“, den seine Mannschaft sich unter schwierigen Umständen erarbeitet habe. Zum zweiten Mal in Folge gewann der abstiegsgefährdete Aufsteiger knapp gegen ein Spitzenteam. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte Hofmann.
Von Beginn an setzte Bruchsal die Gäste unter Druck. „Die haben uns von Anfang an reingedrückt und viele Bälle in den Strafraum geschlagen“, schilderte Hofmann. Gommersdorf war früh gefordert, hielt aber mit großem Einsatz dagegen. Deshalb blieben die ganz großen Torchancen für die Hausherren zunächst aus. „Es war ein Überlebenskampf in der ersten Halbzeit“, sagte Hofmann. Doch seine Mannschaft blieb in den ersten 45 Minuten sehr stabil, leistete sich kaum Fehler in der Defensive.
Bruchsal ist auch nach dem Seitenwechsel dominant
Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. In der Anfangsphase der zweiten Hälfte fiel schließlich der Treffer für Bruchsal – aus Sicht des Gommersdorfer Trainers „nicht unverdient“. Torschütze in der 57. Minute war Jonas Malsam. Doch die Gommersdorfer zeigten eine starke Reaktion: Nur wenige Minuten später erzwang das aggressive Anlaufen einen Fehler des gegnerischen Torwarts, der den Ball Yannick Eitelwein genau in die Füße spielte. Über eine schnelle Kombination landete der Ball bei Jan Reuther, der in der 62. Minute zum 1:1 einschob.
Der Ausgleich verlieh den Gästen neuen Mut. Mit viel Leidenschaft verteidigte der VfR weiterhin kompakt und setzte schließlich den entscheidenden Konter. Erneut war es das konsequente Pressing, das zum Ballgewinn führte und den Siegtreffer durch Eitelwein in der 75. Minute einleitete.
Stabil stehen war die Grundlage für den Gommersdorfer Sieg
„Stabil stehen ist die Grundlage für alles“, betonte Hofmann. Gleichzeitig habe seine Mannschaft immer an die eigene Offensivstärke geglaubt. „Wir haben gesagt: Wir brauchen nur eine Chance.“ Allerdings hofft Hofmann nun, dass die Personalsituation nicht noch angespannter wird. Er selbst fällt mit einer Rippenprellung weiter aus. Bereits früh im Spiel musste er verletzungsbedingt wechseln. Daniel Hellinger (11.) ging vom Feld und noch vor der Pause knickte Jakob Stadtmüller um und konnte nicht mehr weiterspielen. Zudem hatte sich schon im Training Hannes Rudolph verletzt.
„Die Woche war zehrend“, berichtete Hofmann. Umso wichtiger sei der Erfolg gewesen, unabhängig vom Gegner. „Mir ist egal, gegen wen wir die Punkte holen – wir brauchen einfach Siege“, stellte der Trainer klar.
Nun geht es mit Weinheim gegen einen direkten Konkurrenten
Bereits am Samstag um 15 Uhr wartet mit der TSG Weinheim die nächste wichtige Aufgabe. Für Hofmann ist die Partie gegen den direkten Konkurrenten kaum weniger anspruchsvoll als das Spiel in Bruchsal. „Die wissen genau, um was es geht“, sagte er. Die Weinheimer sind nur schwer ins Jahr gekommen, verloren die letzten beiden Spiele und haben 21 Punkte auf dem Konto – Gommersdorf hat seit Mittwoch 24 Zähler.
Trotz der personellen Sorgen will Gommersdorf erneut alle Kräfte bündeln. Ein weiterer Erfolg könnte den überraschenden Auswärtssieg vergolden und im Abstiegskampf zusätzlich Selbstvertrauen geben. Gleichzeitig hofft Manuel Hofmann, dass das darauffolgende spielfreie Wochenende zur richtigen Zeit kommt, um angeschlagene Spieler zu regenerieren und neue Energie zu tanken.
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