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VfB Traditionself in Hardthausen: Hansi Müller, Guido Buchwald und Co. zaubern noch immer

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Anlässlich des 50-jährigen Jubiläum des TSV Hardthausen, spielte die Traditionself des VfB Stuttgart gegen das Jako Dreamteam. Endstand 12:3.

Der 66-jährige Hansi Müller (links) begeisterte die vielen Zuschauer öfters mit kleinen Kunsteinlagen. Zdenko Juric (rechts) schaut hier nur hinterher.
Der 66-jährige Hansi Müller (links) begeisterte die vielen Zuschauer öfters mit kleinen Kunsteinlagen. Zdenko Juric (rechts) schaut hier nur hinterher.  Foto: Ralf Seidel

"Das ist er doch!", rief es von der Tribüne. "Der schöne Hansi, das war ein richtig guter Fußballer." Der euphorische ältere Mann auf der Tribüne erntete einige Lacher, doch seine Aussage hatte Substanz. Denn trotz seiner 66 Jahre beherrscht Hansi Müller immer noch zahlreiche Tricks mit dem Ball. Kein Wunder, dass seine Traditionself des VfB Stuttgart gegen das Jako Dreamteam eindrucksvoll mit 12:3 gewann. Anlass für das Freundschaftsspiel war das 50-jährige Jubiläum des TSV Hardthausen. Es sollte der Höhepunkt des dreitägigen Festprogramms sein.

Das Jako Dreamteam, eine Auswahl ehemaliger Fußballer aus der Region, betreut von Günther Oberndörfer, sah sich in ihren schwarzen Trikots von weißen Trikots mit roten Brustringen umgeben. Der Sportplatz des TSV lockte zahlreiche VfB-Fans an, die ihre Stars von früher noch einmal spielen sehen wollten. Mit Guido Buchwald im Mittelfeld, Bernd Förster als Linksverteidiger und Hansi Müller als falscher Neun schickte Trainer Karlheinz Förster seine Mannschaft auf den Rasen. Viele hochrangige Namen, mittlerweile jedoch im fortgeschrittenen Alter. Umso unterhaltsamer war es, Müller mit seinen Kunststücken oder Buchwald mit hohen Seitenverlagerungen zu sehen. Dieser Meinung ist auch Marc Oberndörfer, Organisator des Spiels und insgeheim VfB-Fan: "Es macht Spaß, gegen ehemalige Profis zu spielen, weil sie immer noch hervorragende Fußballer sind."


Traditionself des VfB Stuttgart: Karlheinz Förster und Cacau als Trainer

Diese hervorragenden Fußballer brauchten jedoch erst ein bisschen, um ins Spiel zu finden. Marc Oberndörfer selbst war es, der mit einem Schuss ans Lattenkreuz von Stuttgarts Torhüter Christof Weber die Schwaben wohl aufweckte. "Der Hansi Müller hat sich nach zehn Minuten beschwert, dass wir das Spiel zu ernst nehmen", erzählte der Trainer Oberndörfer, der das Lamentieren von Müller mitbekam. Daraufhin legten die Stuttgarter einen Zahn zu. "Wir kommen trotz allem Spaß auch her, um zu gewinnen", sagte Karlheinz Förster, der nach 20 Minuten den ersten Treffer seiner Elf durch Geritt Müller (44 Spiele VfB II) sah. Bis zur Pause legte der VfB noch dreimal nach. Jako-Torhüter Tobias Röschl verhinderte mit guten Paraden Schlimmeres. Dafür gab es in der Pause Lob von Guido Buchwald: "Du gefällst mir", sagte der Weltmeister von 1990.

Man of the Match: Geritt Müller (rechts) traf drei Mal für die VfB-Elf.
Man of the Match: Geritt Müller (rechts) traf drei Mal für die VfB-Elf.  Foto: Seidel, Ralf

Viele Wechsel auf beiden Seiten zu Beginn der zweiten Hälfte veränderten das Spielgeschehen zu einem reinen Hin und Her. Einem verwandelten Elfmeter der Stuttgarter folgte der 1:5-Anschlusstreffer durch Jürgen Hauser für das Jako Dreamteam. Freude auf beiden Seiten, denn Coach Förster war etwas belustigt über das missglückte Abwehrspiel seines Verteidigers Marijan Kovacevic (115 Spiele VfB II). Der VfB nutzte daraufhin seine Chancen eiskalt und schraubte das Ergebnis schließlich auf 12:3. Für das Jako Dreamteam konnten die Torschützen Heiko Niemann und Frank Herkert noch für persönliche Highlights sorgen.

Trotz heftigem 12:3-Endstand: Freude beiden Seiten

Abpfiff, freudestrahlende Gesichter bei beiden Teams und Zuschauern. Der auf dem linken Flügel stürmende Zdenko Juric, Aufstiegs-Interimstrainer des VfR Heilbronn, war trotz der deutlichen Niederlage zufrieden. "Es ist immer schön, mit den alten Kollegen zusammenzuspielen", sagte er. Mit vielen Spielern des Jako Dreamteams habe er früher selbst beim VfR Heilbronn gespielt. Auch Marc Oberndörfer zog ein positives Fazit, auch wenn er selbst gerne noch getroffen hätte - der 49-Jährige hatte zwei gute Möglichkeiten. "Es war ein schönes Spiel mit vielen Toren. Was will man als Zuschauer mehr."

Autogramm- und Selfie-Magnet Cacau: Keiner ging leer aus.
Autogramm- und Selfie-Magnet Cacau: Keiner ging leer aus.  Foto: Seidel, Ralf

Nach dem Spiel standen die VfB-Stars für Autogramme und Selfies zur Verfügung. Besonders beliebt: Cacau und Guido Buchwald.

Traditionself verliert an Legenden: Wer kommt als nächstes in Frage?

"Wir machen solche Spiele ja ganz gerne", sagte Karlheinz Förster im Nachhinein. Schade sei es allerdings, dass Spieler, die vor kurzem ihre Karriere beendet haben, kein Interesse hätten, Teil der VfB Traditionsmannschaft zu werden. "Das verstehe ich nicht. Ich habe sowas immer gerne gemacht", meinte Förster und lachte. "Ich hätte auch heute mitgespielt, aber mein Knie macht da nicht mehr mit."

Ein Fuchs ist er, dieser Hansi Müller. Damit er den Ball besser kontrollieren konnte, schummelte Müller einen leicht platten Ball in die Hände des Schiedsrichters. Es war sein eigener Ball - eine Art Glücksbringer. Der Trick fiel jedoch schnell auf, da sich die Mitspieler kurz nach Anpfiff beschwerten, dass das Spielgerät mehr Luft vertragen könnte.

Später versuchte er bei einem Eckball seinen Glücksbringer wieder ins Spiel zu bringen. Der Linienrichter schritt aber ein.

Gemeinsames Foto der VfB Stuttgart Traditionself und dem Jako Dreamteam. Nächste Woche steht ein weiteres Aufeinandertreffen in Forchtenberg auf dem Plan.
Gemeinsames Foto der VfB Stuttgart Traditionself und dem Jako Dreamteam. Nächste Woche steht ein weiteres Aufeinandertreffen in Forchtenberg auf dem Plan.  Foto: Seidel, Ralf
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