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Fußball-Verbandsliga Baden
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VfB Eppingen hat im Derby gegen 1. FC Mühlhausen einigen Diskussionsbedarf

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Ein abgepfiffener Einwurf, der zum vermeintlichen 2:1 für den VfB Eppingen geführt hat, und ein mutmaßliches Stürmerfoul, das wohl keins war - der VfB Eppingen hatte bei der 1:2-Niederlage im Verbandsliga-Derby gegen den 1. FC Mühlhausen einige Fragen an den Schiedsrichter.

Wegen gefährlichen Spiels gegen Torhüter Kai Mutschall wurde Eppingens Dejan Tomic (Mitte) diese Aktion abgepfiffen.
Wegen gefährlichen Spiels gegen Torhüter Kai Mutschall wurde Eppingens Dejan Tomic (Mitte) diese Aktion abgepfiffen.  Foto: Michael Nachreiner

Diese 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den 1. FC Mühlhausen tut richtig weh. Zum einen war der VfB Eppingen zum Restart der Verbandsliga Baden bis auf die Anfangsphase das bessere Team. „Wir hatten mehr vom Spiel, die Partie gut im Griff und in der zweiten Halbzeit auch immer mehr Szenen im gegnerischen Strafraum. Die Mühlhausener hatten neben den Toren nur einen Abschluss“, berichtet VfB-Trainer David Pfeiffer. Der hatte es aber in sich: Christopher Wild traf aus rund 18 Metern den Pfosten (87. Minute). Zum anderen gab es in der Schlussphase einige zumindest diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidungen, die bei den Kraichgauern Ratlosigkeit hervorriefen.

Eppingens Trainer David Pfeiffer wird nicht warm mit Leistung des Unparteiischen

„Ich war grundsätzlich nicht begeistert von der Spielleitung. Es waren ein paar Sachen, die ich anders gesehen habe, was aber normal ist“, erklärt Pfeiffer. Viel Diskussionsbedarf hatten die Kraichgauer vor allem wegen eines zurückgepfiffenen Einwurfs von Philipp Zentler in der 84. Minute. Dieser wurde von Farid Hazrati per Kopf verlängert und von Dejan Tomic am langen Pfosten zum vermeintlichen 2:1 über die Linie gedrückt worden. „Ich habe noch nie erlebt, dass aufgrund eines falschen Einwurfes ein Tor zurückgenommen wurde“, ärgert sich Pfeiffer. „Ich muss mir die Szene auf Video anschauen, ob sie so gravierend war. Aber mein Gefühl sagt, dass mindestens zehn andere Einwürfe dann auch zurückgepfiffen werden müssen.“

Der Linienrichter hatte aber sofort mit seiner Fahne den fehlerhaften Einwurf angezeigt. Zentler sei wohl bei der Ausführung im Feld gestanden. Nur Schiedsrichter Benjamin Bilek benötigte ein paar Sekunden, um darauf zu reagieren. „Das war sehr unglücklich. Normalerweise wird so etwas nie abgepfiffen“, ärgert sich VfB-Kapitän Marc Zengerle.

VfB Eppingen: Blabusch – Rauh, Lambert, Schnabel, Kradija – Ulusoy (89. Diamalembe), Lorch (75. Cianciolo), Zengerle – Sasso (72. Zentler), Tomic, Hazrati (88. Yazji).

1. FC Mühlhausen: Mutschall – Schuster, Schaffer, Theres, Melder – Wetzel (72. Imhof), Schmid (72. Wild), Kiermeier, Jung (69. Neuberger) – Buchheister, Huller (90.+1 Jungbauer).

Tore: 1:0 Ulusoy (5.), 1:1 Kiermeier (14.), 1:2 Theres (89.).

Schiedsrichter: Benjamin Bilek (Muggensturm), Lukas Schneider, Philipp Federlechner.

Zuschauer: 243.

Statt kurz vor Schluss in Führung zu gehen (Pfeiffer: „Ich denke, dann wären wir als Sieger vom Platz gegangen.“), mussten die Eppinger fünf Minuten darauf den Rückstand hinnehmen. Einen langen Eckball machte Christopher Wild wieder scharf. Und seine Flanke köpfte Andreas Theres zum 2:1 für die Mühlhausener ein (89.).

Die Gastgeber warfen noch mal alles nach vorne. Doch die Schüsse von Mark Rauh (90.) und Florian Kradija (90.+4) jeweils aus der zweiten Reihe gingen weit daneben. Und einen Angriff des VfB, bei dem FCM-Torwart Kai Mutschall am Elfmeterpunkt nach einem Zusammenprall zu Boden ging, pfiff Schiedsrichter Bilek auch ab. „Sein eigener Mitspieler ist in ihn reingerannt“, berichtet VfB-Kapitän Marc Zengerle. Und Pfeiffer ergänzt: „Wenn das der Fall ist, dann ist der Ball frei.“ Und Tomic hätte nur noch einschieben müssen.

Nach Anfangsphase erarbeitet sich VfB Eppingen Übergewicht

Schon in der ersten Halbzeit hatten sich die Eppinger ein Übergewicht erarbeitet, nachdem es in den ersten Minuten nach Standards der Gäste zwei, drei Mal lichterloh im VfB-Strafraum gebrannt hatte. „Die Mühlhausener haben nicht lauter Jungspunde auf dem Platz und waren nicht gerade körperlich unterlegen. Da muss man anerkennen, dass das auch eine Qualität des FCM ist“, zollt Pfeiffer den Gästen Respekt. Doch bereits nach fünf Minuten brachte Tolga Ulusoy die Kraichgauer in Führung. Diese hatte aber nicht lange Bestand. Nicht mal zehn Minuten später glich Jonas Kiermeier aus (14.). „Vor den beiden Gegentoren waren wir nicht wach. Das hat uns am Ende die Punkte gekostet“, sieht Zengerle auch viel Schuld bei sich selbst und seinen Mannschaftskameraden.

Ein fußballerischer Leckerbissen war das Derby allerdings nicht. Vor allem in der ersten Halbzeit agierten beide Mannschaften vor allem mit langen Bällen. „Auf dem relativ engen Kunstrasen ist man schnell drauf. Da kann es schnell gefährlich werden. Deshalb waren beide Teams darauf aus, eher den langen Ball zu spielen. Da hätten wir vielleicht etwas mutiger sein können“, erklärt Pfeiffer. Und Zengerle ergänzt: „Es ging gleich zur Sache. Man hat keinen Zentimeter Platz gehabt, weil einem immer direkt jemand auf den Füßen gestanden ist. Deshalb wäre es unnötig gewesen, auf Biegen und Brechen von hinten raus zu spielen und ins Risiko zu gehen.“

Trainer David Pfeiffer ist mit der Leistung seines VfB Eppingen zufrieden

Trotz der Niederlage ist Pfeiffer aber zufrieden mit dem Auftritt seines VfB Eppingen. „Ich schaue immer auf die Leistung. Und die war top“, berichtet der Trainer. „Wenn wir in der einen oder anderen Situation etwas glücklicher gewesen wären, dann gehen wir als Sieger vom Platz.“ 

Außerdem verweist er auf die Hinrunde. Anfang der Saison gewannen die Eppinger in Mühlhausen mit 2:1, in der Winterpause stand der FCM aber vor dem VfB. „Warum soll das nicht auch andersherum möglich sein“, fragt Pfeiffer. Und auch Zengerle schreibt eine Top-Platzierung und einen möglichen Aufstieg in die Oberliga noch nicht ab. „Wir müssen ja nicht, aber wir wollen schon oben dabeibleiben“, sagt der VfB-Kapitän.

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