Türkspor Eppingen nach der ersten Saisonhälfte: Bilanz, Probleme und Ausblick
Trainer Mehmet Öztürk ringt bei Türkspor Eppingen um Disziplin und Einheit. Der Sinsheimer Kreisliga-Meister liegt aber zur Winterpause schon abgeschlagen am Tabellenende.

Türkspor Eppingen ist mit großer Euphorie in die Landesliga Rhein-Neckar gekommen. Diese wurde noch durch eine frühe 2:0-Führung in der ersten Runde des badischen Verbandspokals gegen den Verbandsliga-Absteiger VfB St. Leon befeuert. Doch dann gab es einen Rückschlag nach dem anderen. Das Pokalspiel ging noch mit 2:5 verloren. Einige Wochen später zum Landesliga-Auftakt setzte es für die Eppinger in St. Leon eine 1:7-Klatsche. Und so zog es sich durch die erste Saisonhälfte durch. In die Winterpause geht Türkspor abgeschlagen mit sieben Punkten auf dem Konto und der mit Abstand schlechtesten Defensive (76 Gegentore) als Tabellenschlusslicht.
Trainer
Bereits im Winter – da stand der Aufstieg der Eppinger noch lange nicht fest – entschieden Vereinsboss Hasan Fistikci und sein Neffe und stellvertretende Sportliche Leiter Ferhat Fistikci, dass es für Trainer Muharrem Kara in der Landesliga nicht weitergehen würde, obwohl er Türkspor erst in die Kreisliga und im Jahr darauf dann auch in die die unterste überbezirkliche Klasse gecoacht hatte. Der Neue, Mehmet Öztürk, kam mit vielen Vorschusslorbeeren, hatte zuletzt die U 23 des VfR Mannheim erfolgreich betreut und brachte viel Erfahrung auf Landesliga-Niveau mit. Doch zwischen Coach und Mannschaft stimmte von Beginn an die Chemie nicht. Viele Spieler gingen die Vorbereitung auf die Landesliga und die Klasse selbst an wie zuvor die Kreisklasse A sowie die Kreisliga. Training schien für sie eher optional als verbindlich zu sein. Öztürk seinerseits versuchte, die Eppinger in ein strikteres Korsett zu zwängen als es unter Muharrem Kara der Fall war. Das widersprach vielen Freigeistern im Türkspor-Kader – und hatte dann wieder zur Folge, dass der Coach seinen Spielern den notwendigen Fußball-IQ für die Landesliga absprach. Mit dem einen oder anderen Spieler kam es im Lauf der Hinrunde auch zum Bruch. So verließ beispielsweise Kapitän Fatih Kara, der Torschützenkönig der Kreisliga Sinsheim in der Saison davor, Türkspor bereits Ende August.
Mannschaft
Das Türkspor-Team hat Potenzial. Auch ohne Fatih Kara stehen im Eppinger Kader gute Fußballer – allen voran der ehemalige Profi Hakan Aslantas, Salih Tokgöz, Burak Simsek oder Alperen Yilmaz. Was die Kraichgauer aber in der ersten Saisonhälfte bis auf ganz wenige Ausnahmen aber nicht geschafft haben: eine Einheit werden. Immer wieder brechen einzelne Akteure aus dem System aus. Andere wollen lieber zaubern als Fußball zu arbeiten. Und wiederum andere haben beste körperliche Voraussetzungen, benehmen sich aber, als seien sie das zerbrechlichste Pflänzchen auf dem Spielfeld.
Ausblick
Um den Klassenerhalt noch zu erreichen, benötigt Türkspor ein Fußball-Wunder. Nach dem zweiten Spieltag der Rückrunde, aber mit noch einem ausstehenden Nachholspiel, beträgt der Rückstand der Eppinger auf den ersten Nichtabstiegsplatz 16 Punkte. Dies macht es auch Trainer Öztürk und der Sportlichen Führung um Ferhat Fistikci schwerer, Verstärkungen in der Winterpause an Land zu ziehen. Vielmehr steht zu befürchten, dass Türkspor in der zweiten Saisonhälfte sogar noch schwächer besetzt sein wird. Der eine oder andere Leistungsträger hat Begehrlichkeiten auch bei höherklassigen Teams geweckt. Und manch anderer sucht sich vielleicht ein neues Team wegen Trainer Öztürk.
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