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Fußball-Landesliga Rhein-Neckar

Türkspor Eppingen kassiert drei Gegentore ab der 87. Minute

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Im Nachholspiel der Landesliga Rhein-Neckar gegen die Spvgg Ketsch führt Türkspor Eppingen bis zur 87. Minute mit 3:2, muss sich aber noch mit 3:5 geschlagen geben.

Eppingens Burak Simsek (vorne) behauptet den Ball gegen Ketschs zweifachen Torschützen Ivan Vlaho. Foto: Michael Nachreiner
Eppingens Burak Simsek (vorne) behauptet den Ball gegen Ketschs zweifachen Torschützen Ivan Vlaho. Foto: Michael Nachreiner  Foto: Michael Nachreiner

„Dann doch lieber ein 0:5.“ Mehmet Öztürk war wie seine Spieler von Türkspor Eppingen nach der 3:5 (1:2)-Niederlage gegen die Spvgg Ketsch konsterniert. Denn dem Aufsteiger haben am Mittwochabend im Landesliga-Nachholspiel nur rund sieben Minuten gefehlt, um die ersten Punkte in dieser Saison einzufahren. Bis zur 87. Minute führten die Eppinger mit 3:2. Doch in den nächsten sieben Minuten mussten sie noch drei Gegentore hinnehmen.

„Das ist schon heftig“, sagt Türkspor-Coach Öztürk. „Ich kann der Mannschaft aber gar keinen Vorwurf machen, dass sich nicht jeder einzelne ausgepowert und in alles reingeworfen hat. Wir können zufrieden mit unserer Leistung vom Platz gehen. Solche Fehler wie am Ende dürfen wir aber nicht machen.“

Nach 50 Sekunden hätte Spvgg in Führung gehen können, trifft aber nur den Pfosten

Zunächst lief aber alles für Ketsch. Die Gäste hätten schon nach 50 Sekunden in Führung gehen können, als Torhüter Edoardo De Pizzol den Ball nach einem Rückpass Benjamin Marx genau in die Füße spielte und der nur den Außenpfosten traf. Besser machte er es nur sieben Minuten später. Bei einem Konter war Aleksandar Markovic auf rechts durchgebrochen. Und dessen Hereingabe drückte Marx am langen Pfosten zum 1:0 über die Linie (8. Minute).

Die Eppinger zeigten sich durch den Rückstand aber nicht geschockt. Der erst 17-jährige Salih Tokgöz hatte nur zwei Zeigerumdrehungen darauf die Antwort. Als er an knapp außerhalb der Strafraumgrenze nicht angegriffen wurde, zirkelte er das Spielgerät zum 1:1 in den Winkel (10.). Und wiederum nur eine Minute später traf er fast aus der gleichen Position die Latte (11.).

Ketsch war nach dem 1:1-Ausgleich von der Rolle

Die Ketscher waren von der Rolle. Lautstark versuchte Spvgg-Trainer Marco Rocca sein Team von außen zu ordnen. „Kopf Hoch, Brust raus, nehmt das Spiel an“, rief er seinen Spielern zu. Bis auf ein paar Abschlüsse aus der Distanz, die aber weit daneben gingen, brachte seine Mannschaft zunächst nicht mehr zustande.

Ganz anders die Eppinger. In der 38. Minute rutschte Emre Simsek ganz knapp an der Führung vorbei. Ausgangspunkt war wieder Tokgöz, der sich in der eigenen Hälfte gegen einen Ketscher durchgesetzt und mit einem öffnenden Diagonalpass Alperen Yilmaz gefunden hatte. An dessen scharfe Hereingabe kam Simsek aber nicht mehr richtig ran, traf nur das Außennetz.

Türkspor wird für das Auslassen von hochkarätigen Chancen bestraft

Und wie es oft so ist, wenn man beste Gelegenheiten auslässt: Man wird bestraft. So auch am Mittwochabend. Denn in der 45. Minute ließ Onur Yurdakul Markovic fast von der Eckfahne flanken. Und in der Mitte hatte Ivan Vlaho ganz viel Platz beim Kopfball, der zur 2:1-Pausenführung für Ketsch im Netz einschlug.

Nach dem Seitenwechsel passierte lange nichts. Bis Simsek in der 70. Minute durchbrach und nur noch mit einem Foul knapp außerhalb des Strafraums gestoppt werden konnte. Den Freistoß zirkelte Yilmaz zum 2:2 ins Torwarteck. Und es kam noch besser für die Eppinger. Als Emre Bolat den Ball im gegnerischen Strafraum an Arlind Berisha vorbeigelegt hatte und dann vom Spvgg-Innenverteidiger von den Füßen geholt wordenw ar, ließ sich Schiedsrichter Dominik Vogel zwar viel Zeit für einen Pfiff, entschied dann aber auf Elfmeter. Diesen verwandelte Yilmaz zum vielumjubelten 3:2 für Türkspor (83.).

Freude über Führung hält bei Eppingern nur vier Minuten an

Doch die Freude bei den Eppingern dauerte nur vier Minuten. Nach einem Seitenwechsel bediente Marx Vlaho am Elfmeterpunkt. Und der Ketscher Mittelstürmer netzte aus der Drehung zum 3:3-Ausgleich ein (87.). Von da an nahm das Unheil seinen Lauf. Bereits in der Nachspielzeit rempelte Choice Steele Markovic im eigenen Strafraum um, der auf dem Weg in Richtung Eckfahne war, nachdem Leonard Eshun aus spitzem Winkel den Pfosten getroffen hatte. Dieses Mal brauchte Schiedsrichter Vogel nicht lange für eine Entscheidung: Er zeigte sofort auf den Punkt. Den Strafstoß verwandelte Arik Edelmann zum 4:3 (90.+2). 

„So einen Fehler dürfen wir nicht machen„ sagt ein verärgerter Türkspor-Trainer Öztürk. „Auch, wenn man so spät das 3:2 macht, muss man demütig bleiben. Wir sind ein bisschen zu leichtsinnig geworden und haben gesagt, das Spiel ist schon durch.,“

Mit Leistung gegen Ketsch muss sich Türkspor vor keinem Gegner verstecken

Dass De Pizzol zwei Minuten darauf 30 Meter vor seinem Kasten bei einem langen Befreiungsschlag der Gäste - Yilmaz war bis zur Torauslinie durchgebrochen, hatte mit seinem Rückpass aber keinen Abnehmer gefunden - über den Ball geschlagen und Vlaho daraus noch zum 5:3 Kapital geschlagen hat, ist am Ende nur noch eine Randnotiz.

„Das Gute: Wir können auf dieser Leistung aufbauen. Wir hatten uns Ziele gesetzt, und die haben wir umgesetzt“, berichtet Öztürk. „Zwar hatten wir immer noch das ein oder andere Mal die Tendenz drin, dass wir mit Spitze, Hacke, eins, zwei, drei die Gegner ausspielen können. Da müssen wir noch cleverer und ekeliger werden.“ Aber mit der Leistung gegen Ketsch müssen sich die Eppinger vor keinem Gegner verstecken.

Türkspor Eppingen: De Pizzol - Cavuz (54. Steele), Eckel, Aslantas, Yurdakul (62. Bolat) - Al Razj, Burak Simsek, Yildirim (54. Ferraz Andrade) - Tokgöz, Emre Simsek, Yilmaz.

Tore: 0:1 Benjamin Marx (8.), 1:1 Salih Tokgöz (10.), 1:2 Ivan Vlaho (45.), 2:2 Alperen Yilmaz (70.), 3:2 Alperen Yilmaz (83./Foulelfmeter), 3:3 Ivan Vlaho (87.), 3:4 Arik Edelmann (90.+2/Foulelfmeter), 3:5 Ivan Vlaho (90.+4).

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