Türkspor Eppingen feiert ein sportliches Zuckerfest
Türkspor Eppingen verlässt durch das 4:1 gegen die SG Kirchardt den letzten Rang in der Landesliga und verschärft die Abstiegssorgen des Lokalrivalen.

Nach dem Landesliga-Derby auf dem Kunstrasenplatz in Eppingen bekam jeder Zuschauer am Sonntagnachmittag eine kleine Wegzehrung mit auf den Weg. Doch für die Verlierer mochte auch so ein süßen Gebäckstück Baklava den Tag nicht retten. Zum Zuckerfest, dem Fest des Fastenbrechens zum Ende des Ramadan, gab es sportlich nur für Türkspor Eppingen beim 4:1-Heimsieg Süßes. Für die SG Kirchardt setzte es im Abstiegskampf Saures. Und das lag allen schwer im Magen. „Mir fehlen die Worte“, sagte Marco Breve, der Sportliche Leiter nach dem Derby-Debakel.
Bei Türkspor ist mehr Wille zu spüren
Das war bei Türkspor-Trainer Mehmet Öztürk ganz anders. „Wir haben es mehr gewollt, die Zweikämpfe angenommen“, strahlte er nach der Revanche fürs Hinspiel-0:5. Dabei sah es zu Beginn erneut nicht gut aus für Türkspor. Die besseren Chancen hatten nämlich die Gäste. Vor allem, weil die hochstehende letzte Türkspor-Reihe mit einer Abseitsfalle agierte, die nicht immer zuschnappte. Dimitrios Babanatsas stürmte in der 22. Minute und 48. Minute allein aufs Türkspor-Tor zu, scheiterte wie Martin Frey (40. Minute) aber an Edoardo De Pizzol im Türkspor-Tor oder sich selbst. „Die Spieler überlegen einfach zu viel. Es fehlt bei vielen auch das Selbstvertrauen“, haderte Marco Breve. So war Türkspor mit dem 1:1 zur Pause eigentlich gut bedient. Das bisherige Landesliga-Schlusslicht ging nach einem Eckball in Führung, den Leyan Yilmaz einköpfte (29.), direkt vom Anspiel weg glichen die Gäste durch einen Volleyschuss von Martin Frey (30.) zum 1:1 aus.
In Durchgang zwei wurde Alperen Yilmaz zur prägenden Figur, stach aus dem Türkspor-Kollektiv heraus. „Vier Torbeteiligungen in einem Spiel hatte ich zuletzt in der Vorbereitung“, sagte der 25-Jährige, der in der Vorsaison sein Team mit 41 Scorerpunkten in die Landesliga geschossen hatte. Er trat den Eckball zum 1:0, zirkelte auch den Freistoß zum 2:1 punktgenau auf den Kopf des eingewechselten Ilja Eckel (68.). „Wir hatten das einstudiert. Kopfbälle zählen zu unseren Stärken“, sagte er.
Alperen Yilmaz glänzt mit vier Torbeteiligungen
Beim 3:1 nutzte Yilmaz einen Fehlpass selbst fürs Tor, den Arbeitstag krönte und beendete er mit der Vorarbeit zum 4:1 (89.) von Serif Ciftci. 16 von den 30 Türkspor-Treffern gehen aktuell auf das Konto der Nummer 61. „Bei einer Niederlage wäre es durch gewesen mit dem Klassenerhalt, auch mental“, sagte Alperen Yilmaz über die Zähler elf, zwölf und dreizehn, durch die Türkspor die Rote Laterne nach Schwetzingen weiterreicht. „Ich denke schon, dass wir es mit Ach und Krach noch schaffen können drinzubleiben. Die Chancen stehen 50:50.“
Das ist sehr optimistisch, weil die SG Kirchardt auf dem Relegationsrang 14 immer noch elf Zähler entfernt ist. Doch setzt sich der Derby-Trend bei beiden Teams fort, braucht Türkspor bald kein Fernglas mehr für den Blick auf den Lokalrivalen. „Bei Türkspor hat man gemerkt, dass es um alles oder nichts geht. Das vermisse ich bei uns. So geht das nicht weiter, das hat der Trainer den Jungs auch gesagt“, grantelte Thomas Hafner, der SGK-Spielausschussvorsitzende.
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