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Polizei-Ermittlungen nach Kreisliga-Spiel
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Nach 13 Minuten abgebrochen: Eskalation beim Spiel Türkgücü Eibensbach gegen NK Croatia Heilbronn

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Nach knapp 13 Minuten Netto-Spielzeit ist im Duell der Kreisliga B3 mit Gastgeber NK Croatia Heilbronn vorzeitig Schluss. Über die genauen Vorfälle herrscht Uneinigkeit. Die Polizei ermittelt.

Das Fußballspiel zwischen Türkgücü Eibensbach und NK Croatia Heilbronn wurde nach nur 13 Minuten abgebrochen.
Das Fußballspiel zwischen Türkgücü Eibensbach und NK Croatia Heilbronn wurde nach nur 13 Minuten abgebrochen.  Foto: IMAGO/KH (Symbolbild)

Das Spiel der Kreisliga B3 zwischen Gastgeber NK Croatia Heilbronn und Türkgücü Eibensbach wurde am Samstag um 15.36 Uhr angepfiffen, um 16.05 Uhr war nach einem von Türkgücü verschuldetem Spielabbruch Schluss. Die reine Nettospielzeit betrug wegen einer zweimaligen Anwendung der "Stopp-Regel", einem je fünfminütigen Timeout, und einer weiteren Unterbrechung daher nur knapp 13 Minuten.

Am Ende soll der Schiedsrichter seitens Türkgücü körperlich angegangen worden sein, was von Eibensbach jedoch bestritten wird. Es war der dritte Spielabbruch, in den Türkgücü in den vergangenen drei Jahren involviert war.

Spielabbruch beim Kreisliga-Spiel in Heilbronn: "Katastrophe" für Außenwirkung von Türkgücü

"Wir sind traurig, das ist eine Katastrophe für uns, so wollen wir uns nicht präsentieren", bedauert Türkgücü-Funktionär Abdullah Eren den Abbruch, betont aber "zwischen beiden Mannschaften gab es keine Probleme". Dass Türkgücü in der Vergangenheit einen schlechten Ruf erhalten hat, bestreitet Eren nicht. "Wir haben uns jedoch gebessert." Was vorgefallen sei, ist nicht das, für das Türkgücü steht", sagt Eren sieht aber auch den Schiedsrichter an der Eskalation nicht ohne Schuld.

Bereits nach sieben Minuten kam es zu einer üblen Beleidigung eines Türkgücü-Spielers gegen einen Croatia-Akteur. Daraufhin zeigte der Unparteiische dem Gäste-Stürmer, der zuvor selbst beleidigt worden sein soll - dieses Vergehen hatte der Schiedsrichter nicht gehört - Rot.

Stopp-Unterbrechung zeigt im Spiel zwischen Türkgücü Eibensbach und NK Croatia Heilbronn keine Wirkung

Der Türkgücü-Spieler beschwerte sich über den Platzverweis, beleidigte zudem den Schiedsrichter und weigerte sich, den Platz zu verlassen. Das erzählt Schiedsrichter-Obmann Sascha Wirth, dem der Bericht des Unparteiischen vorliegt.

"Daraufhin hat der Schiedsrichter die Stopp-Unterbrechung angewandt. Da trotzdem keine Ruhe eingekehrt ist, wurden beide Mannschaften in die Kabine geschickt", sagt Sascha Wirth. Die Partie wurde fortgesetzt nachdem sich die Stimmungslage beruhigt hatte.

Gründe für Spielabbruch in Heilbronn: Schiedsrichter-Obmann spricht von Faustschlag

Doch nach wenigen Minuten kam es nach dem 1:0 der Heilbronner durch einen Freistoß zum nächsten Vorfall mit weiteren Platzverweisen Als Folge einer Rudelbildung verhängte der Schiedsrichter die zweite Stopp-Unterbrechung - und sprach einen weiteren Platzverweis aus. Während der Unparteiische die Rote Karte hochhalten wollte, sei es laut Schiedsrichterbericht zu einem körperlichen Angriff eines Türkgücü-Spielers gegen ihn gekommen.

"Es war ein Schlag mit der Faust von oben auf den Arm des Schiris", sagt Wirth. Auch im Hüftbereich sei der Unparteiische getroffen worden. Folge: Spielabbruch. Insgesamt gab es fünf Platzverweise gegen Türkgücü-Spieler, denn auch der Trainer wurde des Feldes verwiesen.

Spielabbruch in Fußball-Kreisliga: Polizei ermittelt in Heilbronn

"Das stimmt nicht", sagt hingegen Abdullah Eren. "Wir haben viele Videos, auf denen ist nicht ersichtlich, dass irgendein Spieler den Schiedsrichter geschlagen hat." Croatia-Funktionär Marin Idzain erklärt, er habe aufgrund der "unübersichtlichen Rudelbildung" keinen Faustschlag gesehen.

Eren fügt an, der Freistoß, der zum 1:0 geführt hatte, sei vom Schiedsrichter nicht freigegeben worden, was für die Eibensbacher einen Regelverstoß darstellt. Die Stimmung sei so zusätzlich angeheizt worden. Auf dem Weg in die Kabine wurde der Schiedsrichter erneut von Spielern und Fans beleidigt. Die Polizei wurde gerufen und erschien mit drei Streifen in Horkheim. Durch diesen Einsatz hätten die Vorfälle laut Wirth "auch zivilrechtliche Folgen. Es wurden Strafanträge gegen Beteiligte gestellt".

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