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Stressige Osterferien für Amateurkicker

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Die zahlreichen Spielausfälle und die damit verbundene Terminnot sind bei den Unterländer Amateurkickern aktuell Gesprächsthema Nummer eins. Für das anstehende Wochenende drohen weitere Absagen. Nichts wird es mit gemütlichen Ostertagen für Spieler und Trainer.

Von unserer Redaktion

Die nächste Woche ist von Dienstag an bis zum Ostermontag mit Nachholterminen gepflastert. Die Vereine, die an Gründonnerstag das Viertelfinale im Bezirkspokal bestreiten, stehen vor der extremen Belastung mit drei Spielen innerhalb von fünf Tagen, da auch an Karsamstag und Ostermontag gespielt wird. Zu den am meisten belasteten Vereinen zählt der A3-Vertreter TSV Niederhofen, der von Sonntag an in 29 Tagen neun Begegnungen im Programm hat.

Immer wieder wird der frühe Beginn in dieser Saison in die Winterpause kritisiert. Dass nur bis Mitte November gespielt wurde, war keine Idee der Staffeleiter. Vielmehr wurde einer Bitte der Schiedsrichtergruppen entsprochen. Bedingt durch die weiter sinkende Anzahl aktiver Unparteiischer hätten die Schiri-Einteiler Probleme bei der Beschickung der Spiele bekommen, da es zeitgleich zahlreiche Futsal-Hallenturniere zu besetzen galt. Beim Futsal werden pro Spiel drei Schiedsrichter benötigt.

Jeden Rahmen gesprengt

Wobei Spieltage Ende November oder Anfang Dezember vergangenes Jahr keinen Sinn gemacht hätten, da witterungsbedingt kein Spielbetrieb möglich war. Spielausfälle im November oder März hat es auch in früheren Zeiten geben, nicht erst seit über den Klimawandel diskutiert wird. Die große Anzahl an Absagen in dieser Saison sprengt allerdings jeglichen Rahmen. "Man kann es schon als Allzeithoch bezeichnen", sagt Uli Wüst. Ein Mann, der es wissen muss.

Wüst ist nicht nur Staffelleiter der Kreisligen A3 und B3, sondern auch "Erfinder" der Plattform fussball-in-bw. Seit 48 Jahren sammelt er Woche für Woche Fußball-Ergebnisse. Anfangs auf Papier, seit 1992 über das Internet. Er versteht, dass die Vereine gegen den bevorstehenden "Fünf-Tage-Dreierpack" zu Felde ziehen. "Das sind keine Englischen, sondern schwäbische Wochen", scherzt Wüst, ohne darüber lachen zu können. Zu groß sind die Terminnöte.

Vielleicht sollten sich die Herren beim WFV überlegen, künftig den Spielbetrieb am Nachmittag des Totensonntags freizugeben. Im badischen Verband wird dies seit Jahren so gehandhabt. Würde man zudem dazu übergehen, die Relegation zur Bezirksliga in zwei Spielrunden mit Halbfinale und Endspiel zu absolvieren, hätte man ein zweites Wochenende gewonnen.

Keine optimalen Verhältnisse

"Dieser Winter ist katastrophal. Wir haben unser letztes Spiel im alten Jahr am 19. November bestritten, in diesem Jahr wurde erst einmal gespielt. Am 11. März haben wir in Kirchhausen 1:2 verloren", erzählt Niederhofens Trainer Armin Reinert. "Der FCK hat einen Kunstrasen, 32 Mann im Training und neun Testspiele absolviert. Wir konnten nur eine Vorbereitungs-Begegnung bestreiten. Zudem war der Trainingsbetrieb eingeschränkt, mitunter mussten wir in die Halle ausweichen."

Keine optimalen Verhältnisse für ein Team im Kampf um den Klassenerhalt. "Bei uns sind vier reguläre Spiele ausgefallen, selbst Nachholstermine mussten abgesagt werden", ärgert sich auch Abteilungsleiter Benjamin Nohe über den bevorstehenden Terminstress. "Bei dieser Witterung ist unser Platz nicht bespielbar, die Gefahr, ihn vollends zu ruinieren, wäre zu groß." Zumindest das Drei-Spiele-Nachholpaket über Ostern hofft man umgehen zu können. "Wir wollen das Samstagsspiel gegen Dürrenzimmern verlegen", sagt Nohe.

 
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