Stimme+
Fußball
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Sport-Union Neckarsulm steht in der Landesliga vor dem Neustart

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Nach zwei Abstiegen in Folge hat Sport-Union Abteilungsleiter Marco Merz für die Landesliga eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt. Vom direkten Wiederaufstieg spricht jedoch noch niemand.

Die SUN ist für die Landesliga gut aufgestellt. Noch im Juni drohte die Mannschaft komplett auseinander zu fallen.
Foto: A. Bertok
Die SUN ist für die Landesliga gut aufgestellt. Noch im Juni drohte die Mannschaft komplett auseinander zu fallen. Foto: A. Bertok  Foto: Bertok, Alexander

Abstieg aus der Oberliga 2023, Abstieg aus der Verbandsliga 2024 - die Sport-Union Neckarsulm blickt auf zwei Katastrophen-Spielzeiten zurück und steht nun in der Landesliga vor einem Neuaufbau. Personell ist der Verein besser aufgestellt, als dies nach dem Saisonende zu erwarten war. Nach dem Durchmarsch von der fünften hinunter in die siebte Liga, drohte die Mannschaft komplett auseinanderzufallen. Doch Abteilungsleiter Marco Merz hat es geschafft, zusammen mit dem Spartenleiter-Partner Helmut Zartmann doch noch eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen.

"Ich wollte niemals in eine Rolle gehen, die ich schon mal zehn Jahre hier hatte. Jetzt habe ich sie trotzdem", sagt Merz. Er hatte eigentlich ausgeschlossen, sich wieder in führender Funktion um die Kaderplanung zu kümmern, so wie eine Dekade lang als Sportdirektor der Sport-Union, als er Neckarsulm von der Landesliga in die Oberliga geführt hatte.

Marco Merz hat den vorgefundenen Trümmerhaufen abgetragen

Doch nach der Trennung von Robin Neupert (Trainer und Sportlicher Leiter) am Saisonende, sah er keine andere Möglichkeit und übernahm Verantwortung, um die Sport-Union vor dem völligen Untergang zu retten. Das war ihm eine Herzensangelegenheit.

"Anfang Juni standen gerade einmal fünf Spieler unter Vertrag. Vier davon wollten weg, weil sie das Gefühl hatten, auf einem sinkenden Schiff zu sein", stand Merz, wie er selbst sagt, "vor einem Trümmerhaufen" und einer echten Herkulesaufgabe, die aber unter größten Bemühungen gelöst wurde. "Wir hatten innerhalb von fünf Wochen 22 Spieler zusammen, plus Pascal Marche als neuen Trainer."

Co-Trainer und Sportlicher Leiter werden noch gesucht

Und es ist nicht der schlechteste Kader, den Merz innerhalb kürzester Zeit mit den Königtransfers Bahadir Özkan (Türkspor Neckarsulm) und Mattia Trianni (SSV Reutlingen) aus dem Hut zauberte. "Es war mein Ziel, eine Mannschaft zu stellen, die nicht nochmal durchgereicht wird und ich glaube, das haben wir bewerkstelligt", sagt Merz. Es sei "ein sehr zeitintensiver Kraftakt gewesen, der nicht in Worte zu fassen ist".

Auch im Umfeld gab es viel zu regeln und neu zu strukturieren. Hier ist die Sport-Union ebenso wieder auf einem guten Weg, der aber noch nicht zu Ende ist. "Den Etat der Vorsaison können wir beibehalten und der eröffnet uns weitere Möglichkeiten. Der Spielraum für einen Co-Trainer wie auch einen Sportlichen Leiter ist noch gegeben", will sich Merz in Bezug auf die wichtige Position des Sportlichen Leiters jedoch Zeit lassen und nichts überstürzen. "Ob dieser im September oder Oktober kommt, ist zweitrangig."

Mannschaftliche Qualität und Homogenität müssen sich noch herausbilden

Mit der Saisonvorbereitung war Trainer Pascal Marche nicht zu 100 Prozent zufrieden, aber sie war unter den gegebenen Voraussetzungen in Ordnung. Der Kader passt, wobei es durchaus sein könnte, das nochmals nachverpflichtet wird. "Wenn sich etwas ergibt, das Sinn macht, machen wir das. Wenn nicht, bleibt es beim aktuellen Kader, der gut besetzt ist", sagt der Trainer.

"Wir verfügen über eine ordentliche Landesliga-Qualität, haben eine vielversprechende Mannschaft, mit der wir eine sorgenfreie und hoffentlich harmonische Runde spielen werden", überwiegt bei Merz die Zuversicht. "Wir werden jetzt nicht Platz eins oder zwei anpeilen, das wäre vermessen. Da sind andere Mannschaften gewachsener in der Qualität und Homogenität. Ich sehe uns idealerweise irgendwo zwischen Platz vier und sechs."

Guter Start könnte richtungsweisend werden

Auch Marche bleibt bei seiner Saisonvorgabe realistisch und sagt: "Das primäre Ziel ist, gut in die Runde reinzukommen." Eine klar definierte Platzierung sei in der Landesliga mit einem zu 50 Prozent neu zusammengestellten Kader schwer zu benennen.

"Starten wir gut und kommen ins Rollen, dann ist vieles möglich. Aber wir gehen die Sache mit viel Demut an", spekuliert der Trainer auf einen Rang im oberen Tabellendrittel. Als Titelaspiranten hat Marche den TSV Crailsheim, SKV Rutesheim, FSV Waiblingen und die Spvgg Satteldorf auf dem Zettel stehen.

Ende September, nach der ersten fordernden Saisonphase mit Spielen gegen seinen früheren Verein SGM Krumme Ebene am Neckar, TSV Ilshofen, SSV Schwäbisch Hall, SV Breuningsweiler und Croatia Bietigheim sehe man "einen Trend, wo es hingehen kann", sagt Marche.

Viel Lob gibt es für den neuen Trainer, der von Sommer 2014 an drei Jahre für die SUN in der Verbands- und Oberliga gespielt hatte. "Pascal ist ein bodenständiger Typ zum Anfassen, aber auch mit klaren Vorstellungen", hebt Abteilungsleiter Merz hervor. "Wie er ein Training leitet, wie er ein Spiel coacht, da entwickelt sich eine Handschrift."

Kader und Personalien

Tor: Marcel Susser, Mathis Feist, Srdjan Groznica.

Abwehr: Binak Elshanaj, Jens Gölder, Marco Romano, Riza Güzel, Emre Korkmaz, Darius Tieranu.

Mittelfeld: Ermal Elshanaj, Islamaj Shpejtim, Tolga Kilic, Niklas Meltzer, Enrico Zimbili, Lütfüllah Cümen, Manuel Mahr, Niklas Obertautsch, Mattia Trianni, Enes Ulusoy.

Sturm: Edrissa Nyassi, Ugur Tuncbilek, Bahadir Özkan.

Trainer: Pascal Marche.

Neuzugänge: Lütfüllah Cümen (SCF Oberschefflenz), Mathis Feist (SSV Klingenberg), Srdjan Groznica (SV Schluchtern), Riza Güzel (SCF Oberschefflenz), Emre Kormaz (Spvgg Neckarelz), Manuel Mahr (VfR Heilbronn), Niklas Obertautsch (VfR Gommersdorf), Bahadir Özkan (Türkspor Neckarsulm), Darius Tieranu (SCS Dumbravita/Rumänien), Mattia Trianni (SSV Reutlingen), Enes Ulusoy (Türkspor Neckarsulm).

Abgänge: Fabian Guttleber (Karriereende), Mario Müller (Karriereende), Maximilian Gebert (Karriereende), Julian Schiffmann (VfR Heilbronn), Alessio Iaciancio (TV Pflugfelden), Julian Grupp (Türkspor Neckarsulm), Philipp Seybold (Spfr Schwäbisch Hall), Steven Neupert (FSV Bietigheim-Bissingen), Giuliano Greco (SGV Freiberg).

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben