(K)ein Ding der Unmöglichkeit: Wen erwischt es im Abstiegskampf der Kreisliga Sinsheim?
Die Ausgangslage im Kreisliga-Abstiegskampf: Ittlingen oder Eschelbronn. Einer muss in die A-Klasse absteigen, mindestens. Ein Endspiel steigt am letzten Spieltag im Kreis Sinsheim.

Natürlich ist Andi Brehme in erster Linie wegen des Elfmeters im WM-Finale 1990 allen Deutschen in Erinnerung. Doch der Weltmeistermacher, der in diesem Jahr überraschend gestorben ist, machte sich auch wegen seiner fast philosophischen Sprüche einen Namen. So wird Brehme auch ein Zitat zugeschrieben, das bis heute die Situation im Abstiegskampf so treffend beschreibt: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß."
Der TSV Ittlingen und Aufsteiger FC Eschelbronn können davon gleichermaßen ein Lied singen, erst am Donnerstagabend bekamen das beide Kontrahenten - von denen auf jeden Fall einer absteigen wird - auf ganz unterschiedliche Weise zu spüren. Die "Käfer" hatten bei ihrer 0:2-Niederlage in Kürnbach spielerisch recht wenig zu melden: "In der ersten Hälfte waren wir mit Zuschauen beschäftigt, erst nach der Pause haben wir mehr Fußball gespielt", sagt Trainer Felipe Oliveira. Mit dem 2:0 nach einem Standard nach gut einer Stunde war die Partie aber schon gelaufen, Ittlingen stand wieder punktlos da.
Abstiegskampf in der Kreisliga: Bangen um den Torwart
Verdient, wie der Trainer anmerkt. Schmerzhafter als die Niederlage selbst ist für Ittlingen aber der Ausfall von Torhüter Mario Schenk, der nach einem langen Ball in der Anfangsphase unglücklich mit einem Kürnbacher zusammenprallte - und danach nicht weitermachen konnte. "Es hat ordentlich in seinem Knie gekracht", erklärt sein Trainer. Schenk begab sich am Abend gleich noch ins Krankenhaus. Eine endgültige Diagnose stehe zwar aus. Aber klar ist: Für Schenk ist die Saison zu Ende, der Ittlinger Kapitän kann seinem Team nicht mehr helfen.
Geschweige denn, es retten. "Das ist ganz bitter", sagt Oliveira, für den gefühlt alles zusammenkommt. "Es ist wie im falschen Film." Eine belastende Situation für den ganzen Verein. "Aber noch besteht die Möglichkeit, glimpflich aus der Nummer herauszukommen." Noch hat Ittlingen zwei Punkte Vorsprung. "Es gilt, vor Eschelbronn zu bleiben."
Das kann sich diesen Samstag allerdings ändern. Zumindest vorerst. Während die Ittlinger erst am Dienstag in Helmstadt antreten, legen die Eschelbronner vor. Daheim. Gegen Schlusslicht Waldangelloch, das als Absteiger in die A-Klasse schon feststeht. Keine Frage: "Das Spiel müssen wir gewinnen", sagt der FC-Vorsitzender Andreas Stier. "Wenn wir das nicht gewinnen, dann haben wir es auch nicht verdient, in der Kreisliga zu bleiben. So ehrlich muss man dann sein."
Bereits am Donnerstag hatte der Aufsteiger ein Heimspiel, verpasste beim 3:4 gegen den SV Reihen aber knapp einen Punkt. "Man hat nicht gesehen, wer in diesem Spiel Zweiter und wer Vorletzter ist", sagt Stier über die bisher beste Saisonleistung der Eschelbronner. Und doch wurde am Ende deutlich, wer oben und wer unten steht: "Wir haben uns durch individuelle Fehler wieder selbst geschlagen." Vier Mal hat der Gegner nach freundlicher Einladung auf das Tor geschossen - vier Mal ging der Ball rein. "Wir hatten Glück", meint auch der Reihener Trainer Christian Stumpf, zumal Eschelbronn das 4:4 noch auf dem Fuß hatte. Stattdessen aber: Scheiße am Fuß.
Der Kallenberg als uneinnehmbare Heimspielstätte hat seinen Mythos verloren. Viel zu wenige Punkte hat der Aufsteiger in dieser Saison daheim geholt. Zwei Heimspiele indes gibt es noch: gegen Waldangelloch sowie am letzten Spieltag im direkten Duell gegen Ittlingen. "Vielleicht bewahrheitet sich der Mythos noch", hofft Stier. Ittlingen überholen: Das ist Ziel Nummer eins. Aber selbst dann ist ungewiss, ob es für ein weiteres Jahr Kreisliga reicht.
Zuze als Zünglein an der Waage in der Kreisliga
Alles hängt vom FC Zuzenhausen II ab. Schafft die Reserve des Verbandsligisten den Klassenerhalt, wäre der Drittletzte der Kreisliga gerettet. Steigt "Zuze" ab, geht es in die Relegation - und da wartet in jedem Fall ein Schwergewicht. Nach derzeitigem Stand Türkspor Eppingen. Heißt: Bis zum Happy End gibt es einige, hohe Hürden zu überwinden. Oder um es mit den Worten von Andreas Brehme zu sagen: "Das Unmögliche möglich zu machen wird ein Ding der Unmöglichkeit."
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