Platz zwei weckt keine großen Begehrlichkeiten bei Sportfreunden Schwäbisch Hall
Der Verbandsliga-Aufsteiger Sportfreunde Schwäbisch Hall ist auf Platz zwei in die Winterpause gegangen. Geht der Blick nun nach oben?

Nein, die Sportfreunde Schwäbisch Hall lassen sich von der großen Überraschung, die das Team in der ersten Saisonhälfte geschafft hat, nicht blenden. "Es hätte keiner damit gerechnet, dass wir auf Platz zwei in die Winterpause gehen", sagt Abteilungsleiter Eberhard Döring. Mannschaften wie Tabellenführer TSV Essingen, der 1. FC Normannia Gmünd oder der SSV Ehingen-Süd wurden stärker eingeschätzt als der Aufsteiger. Allerdings haben die Gmünder bei einem Punkt Rückstand noch ein Nachholspiel ausstehen und könnten noch vorbeiziehen.
Ziel ist weiter der Klassenerhalt
"Unser Ziel ist nach wie vor, Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Unser Blick geht eher nach unten als nach oben", sagt Döring. "Abhängig von der Oberliga könnte es ja bis zu zehn Absteiger geben. Jeder Punkt kann da wichtig sein." Dieser Fall ist aber unwahrscheinlich. Und der Abstand zum aktuell realistischen Relegationsplatz zwölf ist mit 14 Punkten durchaus komfortabel. "Auf jeden Fall gehen wir zufrieden in die Winterpause", sagt Döring.
Doch was sind die Gründe für die starke Vorrunde der Haller? Einerseits sicher die starke Defensive, die stets stabil stand und in 19 Spielen nur 21 Gegentore zuließ. Besser war in dieser Statistik nur Normannia Gmünd (15). Andererseits konnte aber auch der Ausfall von Kapitän und Torjäger Volkan Demir gut abgefangen werden - im Kollektiv, aber auch von Günther Schmidt, der 13 Treffer erzielte.
"Außerdem waren wir konditionell sehr stark", sagt Döring. "Wir konnten in vielen Spielen deutlicher zulegen als der Gegner. Da sind die Partien gegen Dorfmerkingen oder Ehingen Beispiele, in denen wir in der ersten Halbzeit in Bedrängnis waren, in der zweiten Halbzeit waren wir dann besser." Dazu spielt sicher auch eine Rolle, dass der Kader sehr breit und ausgeglichen besetzt ist.
Zum Start in die Rückrunde steht Derby gegen Ilshofen an
"Jetzt sehen wir, dass wir erfolgreich in die Rückrunde starten. Da haben wir ja gleich das Derby gegen Ilshofen", sagt Döring. Und der Hohenloher Kontrahent ist sicher ein mahnendes Beispiel. Denn der Oberliga-Absteiger führte zu Beginn der Saison die Tabelle lange an, um - auch bedingt durch große Personalprobleme - schließlich bis auf Rang elf durchgereicht zu werden.
Begehrlichkeiten weckt der zweite Platz im Moment noch keine. "Ziel ist es, erstmal nach hinten abzusichern", betont Döring nochmal. "Wenn wir das geschafft haben, sehen wir, was möglich ist." Sicherheit geht vor - gerade in einer Liga, die selbst nach der Vorrunde noch extrem schwer einzuschätzen ist. So ereilte Calcio Leinfelden-Echterdingen oder die TSG Tübingen ein ähnliches Schicksal wie Ilshofen. Lange in der Spitzengruppe rutschten auch sie ab.
Verbandsliga ist eine verrückte Liga
"Die Verbandsliga ist ganz verrückt. Es kann einfach jeder jeden schlagen", meint Eberhard Döring. "Man kann da nur von Spiel zu Spiel sehen."
Am 10. Januar bittet Trainer Thorsten Schift seine Spieler dann schon zum Vorbereitungsstart - die Pause fällt also recht kurz aus. Veränderungen wird es bis dahin nur wenige geben. "Im Moment haben wir einen Abgang im Winter mit Niklas Peranic. Er wird uns verlassen, ich weiß aber nicht, wohin", sagt Döring. "Ansonsten besteht kein Anlass, etwas zu machen. Volkan Demir und auch Yannick Winker, der lange verletzt war, wollen außerdem wieder einsteigen. Aktiv suchen wir deshalb nicht nach Neuzugängen, wenn uns jemand zuläuft, ist es aber o.k."
Und auch die Gespräche wegen Vertragsverlängerungen werden sich in Grenzen halten. "Ein Großteil der Spieler ist noch gebunden", sagt Döring. "Wir werden uns aber demnächste mit denen zusammensetzen, deren Verträge Ende der Saison auslaufen." Einer kurzen, aber ruhigen Winterpause steht demnach wenig entgegen.
Statistik der Haller Vorrunde
Mit 37 Punkten haben die Sportfreunde Schwäbisch Hall die erste Saisonhälfte erfolgreich bestritten. Mit seinen 13 Treffern ist Günter Schmidt auf Rang drei der Torjägerliste - zusammen mit Alexander Aschauer (Normannia Gmünd) und hinter den beiden Ehingern Simon Dilger und Filip Sapina (beide 15). 34 Treffer erzielten die Haller - ein durchschnittlicher Wert. Dafür stand die Defensive stabil.
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