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Frauenfußball-Bundesliga

Marta Cazalla mit mentalem Aussetzer

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Die Innenverteidigerin der TSG verursacht einen kuriosen Handelfmeter, der zur 0:1-Niederlage der Hoffenheimerinnen gegen  Eintracht Frankfurt führt.

Marta Cazalla (hinten) hat gegen Frankfurt ein Spiel ohne Fehl und Tadel absolviert. Die spanische Innenverteidigerin leistete sich aber einen mentalen Aussetzer, der zum 1:0-Siegtreffer der Eintracht per Handelfmeter führte.
Foto: Imago/Eibner
Marta Cazalla (hinten) hat gegen Frankfurt ein Spiel ohne Fehl und Tadel absolviert. Die spanische Innenverteidigerin leistete sich aber einen mentalen Aussetzer, der zum 1:0-Siegtreffer der Eintracht per Handelfmeter führte. Foto: Imago/Eibner  Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler

Unglücklicher als die TSG Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt kann man sich eine Niederlage nicht einhandeln. Marta Cazalla stoppte einen ihr von Torhüterin Laura Dick zugerollten Ball auf der Fünfmeterlinie mit der Hand, weil die spanische Innenverteidigerin irrigerweise der Ansicht war, der Ball wäre schon im Toraus gewesen und sie müsse einen Abstoß ausführen. Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer blieb gar nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Diese Einladung ließ sich Frankfurts Sara Doorsoun nicht entgehen und versenkte den Elfmeter sicher zum Tor des Tages und 1:0 (0:0)-Sieg der Eintracht im Dietmar-Hopp-Stadion.

Theodoros Dedes nahm das Missgeschick der Spanierin aber gelassen, sieht eher das aktuelle Gesamtbild. „In den letzten Wochen sind wir nicht vom Glück verfolgt. Das heute war noch mal eins oben drauf“, erklärt der TSG-Trainer und ergänzt: „Ich glaube fest daran, dass sich das Glück irgendwann drehen wird. Und ich nehme eher das Positive mit: Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert – einen super Kampf. Wir hatten trotzdem Chancen, das Spiel auszugleichen oder sogar zu gewinnen. Darauf konzentriere ich mich, das Glück kann ich sowieso nicht beeinflussen.“

Hoffenheim hält beste Offensive der Liga bei einer Chance

Die Hoffenheimer Verteidigung um Cazalla, Jana Feldkamp und Lisa Doorn leistete sich bis auf den mentalen Aussetzer von Cazalla keinerlei Schwächen. Sie hatte das offensivstärkste Team der 1. Bundesliga – in den neun Spielen davor gelangen der Eintracht 31 Treffer – vollkommen im Griff. In der ersten Halbzeit wurden die Gäste nur einmal gefährlich. Nach einem Ballverlust der Hoffenheimerinnen in ihrer eigenen Hälfte nahm Frankfurts Nicole Anyomi ihre Sturmpartnerin Geraldine Reuteler mit. Doch der Schuss der Schweizerin aus rund 16 Metern ging klar drüber (33. Minute).

Auch nach dem Seitenwechsel kamen die Frankfurterinnen erst wirklich zu Chancen, als die Hoffenheimerinnen ihre Abwehr entblößten und alles nach vorne warfen. „Wir haben die beste Offensive der Liga nicht zugelassen, weil wir analysiert hatten, dass die Frankfurterinnen sehr viel die Umschaltmomente nutzen. Darauf kann man auch aufbauen“, berichtet Dedes.

Angriffsduo Cerci und Hickelsberger hängt in der Luft

Die Konzentration auf die Defensive hatte allerdings zur Folge, dass auch die Hoffenheimerinnen offensiv kaum in Erscheinung traten. Das Sturmduo Julia Hickelsberger und Selina Cerci hing weitestgehend in der Luft, hatte kaum Unterstützung aus dem Dreiermittelfeld der TSG. Erst nach dem Rückstand erspielte sich die TSG einige Chancen – es war die stärkste Phase der Gastgeberinnen. Doch Cazallas Strahl aus rund 20 Metern strich knapp über die Latte (58.). Und bei Hickelsbergers verdecktem Schuss von der Strafraumgrenze, nachdem Gia Corley auf dem Flügel Pia-Sophie Wolter sowie Lisanne Gräwe auf engstem Raum genarrt hatte, war Eintracht-Torfrau Stina Johannes zur Stelle (60.). Die österreichische Angreiferin scheiterte nur eine Minute darauf erneut an Johannes.

Hoffenheim hat zwei Riesenchancen in der Schlussphase

Die größten Möglichkeiten auf den Ausgleich boten sich den Hoffenheimerinnen aber in der Schlussphase. Doch erst bekam Cerci nach einem öffnenden Diagonalball das Spielgerät vor Johannes nicht unter Kontrolle (88.). Und dann schaufelte Chiara Hahn das Leder neben den Kasten, nachdem die Frankfurter Torhüterin den Ball im Luftkampf gegen Feli Delacauw nicht sichern konnte (90.+3). „Das ist unser Potenzial. Die Mannschaft gibt nicht auf, gibt weiter Gas und lässt sich auch nicht von einem Rückschlag beirren, der sehr bitter ist. Das gefällt mir“, erklärt TSG-Trainer Dedes, fordert allerdings gleichzeitig: „Wir müssen effizienter werden.“

Die Frankfurterinnen hätten jedoch knapp eine halbe Stunde vor dem Ende auch für die Entscheidung sorgen können. Doch Gräwes Schuss aus rund 25 Metern war eine dankbare Aufgabe für TSG-Torfrau Dick (63.), die sich zwei Minuten darauf richtig auszeichnete, als sie einen Schuss von Laura Freigang aus kurzer Distanz zur Ecke lenkte.

TSG Hoffenheim: Dick – Janssens, Cazalla, Feldkamp (76. Grabowski), Doorn (76. Kaut), Rankin (85. Hahn) – Memeti, Diehm, Corley – Hickelsberger (76. Delacauw), Cerci.Eintracht Frankfurt: Johannes – Wolter (65. Riesen), Doorsoun, Kleinherne, Lührßen – Senß (79. Wamser), Grawe (65. Pawollek), Dunst – Freigang – Reuteler (89. Nachtigall), Anyomi (65. Chiba).Tore: 0:1 Doorsoun (52./Handelfmeter).Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Ruhmannsfelden), Daniela Göttlinger, Simone Jakob.Zuschauer: 1402.

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