Hinrundenbilanz: Drei enge Grüppchen in der Kreisliga A3 Franken
Die Hinrunde der Kreisliga A3 Franken ist zu Ende. Die Trainer verschiedener Hohenloher Vereine ziehen gemischte Bilanzen über die erste Saisonhälfte der neu zusammengemischten Liga.

Den Fußballbezirk Hohenlohe gibt es nicht mehr. Die damit verbundene Liga-Umstrukturierung führt nun zu einer spannenden Kreisliga A3 im Bezirk Franken, dem die Hohenloher Mannschaften nun zugeordnet sind. Sechs Absteiger aus der ehemaligen Bezirksliga Hohenlohe Nord spielen nun unter anderem in der neuen Kreisliga.
Nach der Hinrunde sind drei Grüppchen in der Tabelle auszumachen. Auf den Plätzen eins bis vier liefern sich der TSV Neuenstein, die SGM Mulfingen/Hollenbach II, die SGM Niedernhall/Weißbach und der SC Michelbach/Wald ein Rennen um die Meisterschaft. Nur zwei Punkte trennen Neuenstein mit 33 Punkten an der Tabellenspitze und Michelbach/Wald auf Platz vier mit 31 Punkten.
Spitzengruppe: TSV Neuenstein, SGM Mulfingen/Hollenbach II und SC Michelbach/Wald
Der TSV Neuenstein hat sich am letzten Spieltag der Hinrunde auf den ersten Tabellenplatz vorgearbeitet. „Wir freuen uns darüber, dass wir Herbstmeister sind“, sagt Trainer Thomas Binder. In 15 Spielen hat der TSV nur viermal verloren.
Über den Winter möchte Thomas Binder mit seiner Mannschaft aber noch einige Punkte verbessern: das Positionsspiel, das Gegenpressing und das Spiel mit dem Ball, damit es auch eine ebenso erfolgreiche Rückrunde wird.
30 eigene Tore sind 20 zu wenig.
Patrick Gutknecht, SGM Mulfingen/Hollenbach II
Doch an der Tabellenspitze ist es eng. Punktgleich, mit derselben Spielbilanz, nur mit dem schlechteren Torverhältnis, folgt die SGM Mulfingen/Hollenbach II. Deren Spielertrainer Patrick Gutknecht sieht trotz der guten Tabellensituation viel Potenzial für Verbesserungen.
„Von unseren 20 Gegentoren sind vielleicht fünf zu viel, aber 30 eigene Tore sind 20 zu wenig, bei dem, was wir an Chancen haben“, sagt er. An diesen Problemen mit der Chancenverwertung möchte er über den Winter arbeiten. „Ich weiß ja, was meine Mannschaft spielen kann und wir waren auch überzeugend, aber wir haben noch viel mehr Potenzial.“
Mit der Punkteausbeute aus der Hinrunde ist Patrick Gutknecht trotzdem zufrieden. „Es hätte zwar noch der ein oder andere Punkt mehr sein können, aber wenn wir uns noch steigern spielen wir in der Rückrunde schon um die Plätze eins bis vier mit.“
Auch der SC Michelbach/Wald ist vorne mit dabei. Erst am letzten Spieltag wurde die Mannschaft durch ein Unentschieden bei der SGM Künzelsau-Ingelfingen von Tabellenrang eins auf vier verdrängt. Neben dem Unentschieden, hat der SC zehn Siege und vier Niederlagen eingefahren, eine Bilanz mit der Trainer Wolfgang Walz zufrieden ist.
„Wir spielen gerade schon auf einem guten Niveau. In der Rückrunde möchten wir das Niveau halten und nach Möglichkeit steigern.“ Walz weiß auch, wie eng es in der Spitzengruppe zugeht. Bei gerade einmal zwei Punkten Abstand auf den ersten Tabellenplatz ist in der Rückrunde noch alles drin für den SC Michelbach/Wald.
Genauso wie für Bezirksliga-Absteiger SGM Niedernhall/Weißbach (3./32 Punkte), der wie Mulfingen/Hollenbach etwas unter der Chancenverwertung leidet und erst 32 Treffer erzielt hat.
Mittelfeld: SSV Gaisbach und SGM Bitzfeld-Schwabbach
Hinter dem Spitzengrüppchen geht es ebenso eng weiter. Die SGM Taubertal Röttingen auf Platz fünf und den TSV Kupferzell auf Platz zehn trennen nur vier Punkte. In dieser Spanne von 23 bis 27 Punkten ist in der Rückrunde viel hin und her denkbar.
Der SSV Gaisbach möchte bis Ende der Saison das Mittelfeld anführen. Das Ziel, laut Trainer Daniel Charpentier, ist eine Top-fünf-Platzierung. Er sieht eine Entwicklung in seiner Mannschaft, die auf Tabellenplatz sieben überwintert: „Unser erstes Hinrundenspiel kann man nicht mit dem letzten Spiel vergleichen. Die mannschaftliche Geschlossenheit auf dem Platz hat sich entwickelt.“
Über den Winter will Charpentier an der Defensive arbeiten, zu viele Gegentore habe man in der Hinrunde kassiert. Das möchte der Trainer aber nicht speziell seinen Verteidigern ankreiden. Vielmehr müsse die Mannschaft lernen, mit allen „elf Mann nach hinten zu verteidigen“, sagt Charpentier.
Die mannschaftliche Geschlossenheit auf dem Platz hat sich entwickelt.
Daniel Charpentier, SSV Gaisbach
Die SGM Bitzfeld/Schwabbach steht mit Rang acht von 16 am Ende der oberen Tabellenhälfte. Zwischenzeitlich war die Spielgemeinschaft aber deutlich besser platziert. Im Oktober, an den Spieltagen neun und zehn, stand die Mannschaft auf dem zweiten Rang.
Mit dem November, in dem die SGM mit zwei Unentschieden und zwei Niederlagen keinen Sieg einfuhr, ist Trainer Michael Steigauf aber nicht zufrieden. „Spielerisch und die Ausdauer betreffend haben wir nicht alles rausgeholt“, sagt der Coach.
Aber auch Verletzungen haben dazu geführt, den zweiten Tabellenplatz nicht halten zu können. Die SGM Bitzfeld/Schwabbach will nun über den Winter hart trainieren und die Defensivarbeit, gerade in der Rückwärtsbewegung verbessern. „In der Rückrunde wollen wir die gleiche Anzahl an Punkten holen und vielleicht noch ein paar mehr“, sagt SGM-Trainer Michael Steigauf über die Ziele seiner Mannschaft bis Saisonende.
Unteres Tabellendrittel: TSV Dörzbach/Klepsau
Im unteren Tabellendrittel – im schwächsten Grüppchen dieser Kreisliga A3 – findet sich der TSV Dörzbach/Klepsau mit nur 10 Punkten wieder. Die Mannschaft von Trainer Andreas Walter und Spielertrainer Tizian Amon rangiert über den Winter auf Relegationsplatz 14 – zu weit unten, verglichen mit der vergangenen Kreisligasaison, in der der TSV nie tiefer als Rang sieben rutschte.

„Mit zehn Punkten sind wir nicht zufrieden“, meint Spielertrainer Tizian Amon. „Wir sind extrem verletzungsgeplagt, haben diese Saison auch schon fünf verschiedene Torhüter in der ersten Mannschaft eingesetzt. So werden wir nie die Qualität von letzter Runde spielen können“, sagt er.
Über den Winter sollen die Verletzten Spieler zurückkehren und die Mannschaft eine gute körperliche Verfassung aufbauen, die in der Vorrunde, auch aufgrund der Verletzungen, insgesamt noch gefehlt hat.
Das ursprüngliche Ziel des TSV, der frühzeitige Klassenerhalt, muss korrigiert werden: „Das ‚frühzeitig’ haben wir uns aufgrund der schlechten Hinrunde selbst verbaut. Jetzt geht es darum, drei Mannschaften hinter uns zu lassen. Das wird bis zum Ende eng bleiben, davon bin ich überzeugt“, erklärt Tizian Amon.
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