Gegenseitiger Vertrauensbeweis: Vertragsverlängerung von Reinhard Schenker in Hollenbach
Mitten im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga hat der FSV Hollenbach den Vertrag mit Trainer Reinhard Schenker verlängert. Er sei überrascht von dem Angebot gewesen, sagt der Coach.

Der Fußball-Oberligist FSV Hollenbach setzt auch in Sachen Trainer auf Kontinuität. Noch vor dem ersten Pflichtspiel in diesem Jahr gegen den FC Denzlingen verlängerte Manager Karlheinz Sprügel den Vertrag mit Reinhard Schenker. Für den Coach kam der formale Schritt etwas überraschend, aber auch nicht völlig aus heiterem Himmel.
Vertrag hätte sich im Falle des Klassenerhalts automatisch verlängert
Bereits vor Weihnachten hat er Gespräche mit Sprügel geführt. Damals sei klar gewesen, dass sich sein Vertrag im Falle des Klassenerhalts automatisch verlängere. „Was aber auch da nicht zwingend bedeutet hätte, dass wir uns bei einem Abstieg trennen“, sagt Schenker. Dieses Signal habe er früh von Seiten des Vereins erhalten. Und auch er hatte signalisiert, sich vorstellen zu können, auch in der Verbandsliga weiterzumachen.
Dennoch wollte die Vereinsführung nun Nägel mit Köpfen machen. Mit der Unterschrift unter den neuen Kontrakt schaffte Hollenbach Klarheit – für Trainer, Mannschaft und Umfeld. „Er wollte einfach klare Fakten schaffen und vielleicht auch ein Zeichen setzen“, sagt Schenker. Ein Zeichen in einer Phase, in der viele Clubs eher daran denken, die Reißleine ziehen.
Zwischen Trainer und Mannschaft passt es
„Aber ich habe das Gefühl, dass es zwischen Mannschaft und Trainer passt. Warum sollte ich dann nicht mit ihm weitermachen wollen“, sagt Sprügel. „Wenn sich das ändern sollte, kann man immer noch reagieren. Er habe es auch nicht gut gefunden, dass alle Spieler auch einen Vertrag für die Verbandsliga haben, nur der Trainer nicht.“
„Wenn du zehn Spiele hintereinander verlierst, nützen dir auch ein gültiger Vertrag oder eine Verlängerung nichts.“
Reinhard Schenker
Beide kennen das Fußballgeschäft. „Wenn du zehn Spiele hintereinander verlierst, nützen dir auch ein gültiger Vertrag oder eine Verlängerung nichts“, sagt Schenker nüchtern. Umso höher bewertet der Coach die Entscheidung der Verantwortlichen, die mitten im Abstiegskampf getroffen wurde. Sie dokumentiere Vertrauen in seine Arbeit – und in den eingeschlagenen Weg.
„Karlheinz und ich sind in einem sehr engen Austausch“, beschreibt Schenker das Verhältnis zur Vereinsführung. Man kenne und schätze die Arbeit des jeweils anderen. „Ich glaube, er ist zufrieden mit meiner Arbeit, sonst würde man im Abstiegskampf keinen Vertrag verlängern.“
Für Schenker gab den Ausschlag, dass er sich wohl fühlt beim FSV Hollenbach
Für den Trainer selbst war die sportliche Perspektive entscheidend. „Ich fühle mich sehr wohl in Hollenbach“, sagt er. Er habe deutlich signalisiert, dass er sich eine Fortsetzung der Arbeit auch im Falle eines Abstiegs vorstellen könne. „Von meiner Seite war die Tür in diese Richtung offen.“ Das Bekenntnis zur Aufgabe – unabhängig von der Spielklasse.
Natürlich bietet ein längerfristiger Vertrag auch eine gewisse finanzielle Absicherung. Doch Schenker stellt klar: „Darum geht es nicht in erster Linie.“ Entscheidend sei das Vertrauen und die gemeinsame Überzeugung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Schenker soll Hollenbach weiterentwickeln
Ob in der Oberliga oder eine Klasse tiefer in der Verbandsliga: Schenker soll den FSV Hollenbach weiterentwickeln. Dass die Verantwortlichen ihm diese Aufgabe zutrauen, wertet der Trainer als Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung. „Die ist auf beiden Seiten hoch“, sagt er. Und ergänzt: „Natürlich hat mich das gefreut – auch wenn es mich ein Stück weit überrascht hat.“
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