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Gefallen, aufgestanden und wieder am Boden

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Landesligist SG Stetten/Kleingartach gleicht nach 1:3 aus, um in der 90. Minute das 3:4 zu kassieren

Von unserem Redakteur Alexander Bertok
Einen aufmunternden Klaps, mehr gab es für Florian Stetter (rechts) und die SG Stetten/Kleingartach gegen den Tabellenzweiten FV Löchgau nicht zu holen. Und das nach einer tollen, aber letztlich unbelohnten Aufholjagd.
Foto: Alexander Bertok
Einen aufmunternden Klaps, mehr gab es für Florian Stetter (rechts) und die SG Stetten/Kleingartach gegen den Tabellenzweiten FV Löchgau nicht zu holen. Und das nach einer tollen, aber letztlich unbelohnten Aufholjagd. Foto: Alexander Bertok  Foto: Bertok, Alexander

Niederlagen schmerzen, vor allem vermeidbare. Diese Erfahrung machte am Samstagnachmittag Landesligist SG Stetten/Kleingartach. Der Aufsteiger lag gegen den Tabellenzweiten FV Löchgau 0:2 hinten, verkürzte auf 1:2, kassierte durch ein Geschenk von Torhüter Simon Horn das 1:3, kämpfte sich zum 3:3, um durch das 3:4 in der 90. Minute doch noch mit leeren Händen dazustehen. Die SGSK ist damit in der Tabelle von Rang 13 auf 14 abgerutscht.

130 Zuschauer durchlebten auf dem Kunstrasenplatz des VfB Eppingen ein Wechselbad der Gefühle. "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, es wurden zu viele Fehler gemacht", brachte es der verletzte Marcel Oechsner auf den Punkt. Der Co-Trainer, der mit einem Kreuzbandriss bis Saisonende ausfällt, war nicht der einzige fehlende Leistungsträger der SG Stetten/Kleingartach.

Thomas Lunzer stand aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung, Emiliano Campo war privat verhindert und Martin Wieczorek erkrankt nicht einsetzbar. Die Ersatzbank war übersichtlich besetzt, mit Spielertrainer George Jakob, Sören Holzwarth und Mike Behringer.

Die Gastgeber verteidigten hoch und störten den Spielaufbau des FV Löchgau früh. "Wir wollten sie nicht in die Partie kommen lassen und haben sie daher zugestellt", erklärte Jakob seine Taktik. Diese funktionierte zunächst prächtig. Was folgte war die kalte Dusche in der 11. Minute. Aus dem Nichts heraus schloss Marco Knittel den ersten konstruktiven Angriff des FV Löchgau aus 14 Metern zum 0:1 ab. "Ein Zufallstreffer", wie Jakob die Entstehung des Tors bewertete.

Neun Minuten später zirkelte SG-Torjäger Serden Bakacak einen Freistoß in Richtung Tordreieck, doch Schlussmann Markus Braasch lenkte die Kugel mit einer Glanzparade ins Aus.

Den anschließenden Eckball klärte die Löchgauer Abwehr halbherzig. Maurizio Hönnige zog aus elf Metern ab, schoss Braasch aber in die Arme. Der Gegenzug endete mit einer Ecke für den FVL, die Simon Herbst mit einem Kopfball-Aufsetzer zum 0:2 abschloss. Vor der Pause gab es noch eine Chance für Bakacak zu notieren, dessen Schuss aber von zwei Löchgauern geblockt wurde.

Das erste Highlight der zweiten Halbzeit war das 1:2 durch Bakacak aus zehn Metern (55.). Zwei Minuten später scheiterte Tobias Gröger in aussichtsreicher Position. Was folgte, war die nächste kalte Dusche. SG-Torhüter Simon Horn vertändelte an der Seitenlinie des Fünf-Meter-Raumes den Ball an Fabian Gurth, der keine Mühe hatte unbedrängt zum 1:3 einzuschieben. "Das ist der Genickbruch", meinte ein Zuschauer kopfschüttelnd.

Doch weit gefehlt. In der 72. Minute erkämpfte sich Eric Gatnar den Ball und schloss mit einem Lattenkracher ab. Ein Löchgauer kam mit der Hand an den Abpraller und Schiedsrichter Soner Celkin entschied auf Elfmeter, den Maurizio Hönnige zum 2:3 nutzte. "Weiter, weiter. Die haben die Hosen voll", war aus der SG-Ecke zu hören. In der 81. Minute segelte eine Freistoßflanke durch den Löchgauer Strafraum. Am langen Pfosten lauerte Sören Holzwarth und hämmerte den Ball zum 3:3 unter die Latte.

"Wir waren dem Siegtreffer näher als Löchgau", sagte Oechsner. Doch waren es die Gäste, die jubelten. Nach einem Foul an der rechten Strafraumgrenze, das für Simon Faber die Gelb-Rote Karte zur Folge hatte, fiel das 3:4. Kubilay Baki schoss den als Querpass ausgeführten Freistoß an den Innenpfosten, von wo aus der Ball im Netz landete.

"Wieder zwei Standard-Gegentore", haderte Jakob. "Mit den ersten zehn Minuten war ich zufrieden und in der letzten halben Stunde haben wir eine tolle Moral gezeigt." Allein der verdiente Lohn blieb aus. Den Fauxpas von Simon Horn nahm der Trainer hin, das Spiel wurde als Mannschaft verloren. "Ich kenne Simon schon ein paar Jahre, aber so ein Fehler ist ihm noch nie passiert." Auch die Starken haben mal einen schwachen Moment, so schmerzhaft dieser am Samstag auch war.

SG Stetten/Kleingartach: Horn, Gröger (65. Holzwarth), Stetter, Bakacak (65. Jakob), S. Gatnar, Hönnige, E. Gatnar, Heichele, Faber, Heidinger, Heckler.

Tore: 0:1 (11.) Knittel, 0:2 (23.) Herbst, 1:2 (55.) Bakacak, 1:3 (58.) Gurth, 2:3 (72. Handelfmeter) Hönnige, 3:3 (81.) Holzwarth, 3:4 (90.) Baki. Schiedsrichter: Soner Celkin (TSV Jesingen). Zuschauer: 130. Karten: Gelb-Rot (89.) Faber (SGSK).

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