Sinsheimer Kreispokalsieger gesucht: Einer schreibt auf jeden Fall Geschichte
Noch nie standen der SV Adelshofen und Türk Gücü Sinsheim in einem Sinsheimer Kreispokalfinale. Beide Team trennt eine Liga, einen klaren Favoriten gibt es trotzdem nicht.

Seit Wochen geht das inzwischen schon so. In Adelshofen wie in Sinsheim. "Jeder spricht uns darauf an", sagt Flamur Shala. Ihn besonders. Shala ist Trainer von Türk Gücü Sinsheim, dem einen Teilnehmer des Kreispokalendspiels, das diesen Mittwochabend (19.30 Uhr) beim SV Reihen ausgetragen wird. Shala ist zugleich Adelshofener, dem anderen Finalisten, erlebt die Euphorie auch im Eppinger Teilort, in dem er Zeit seines Lebens wohnt, hautnah mit. Ob ihm Konsequenzen drohen, wenn er den Heimatort bezwingt?
"Nee", sagt er lachend. Den einen oder anderen Spruch musste er sich im Vorfeld schon anhören, als er den Gegner beobachtet hatte, verrät der 28-Jährige, macht aber klar: "Ich stehe bei Türk Gücü in der Pflicht und will Adelshofen gar nichts Schlechte. Ich will aber gewinnen." Eine solche Chance biete sich eben nicht jedes Jahr. Oder vielleicht nur einmal, wie im Fall der diesjährigen Finalisten. Beide Clubs feiern in Reihen Final-Premiere, haben mit ihrem Einzug ins Endspiel schon Historisches geschafft.
Nun geht es um den allerletzten Schritt - den Schritt in die Ewigkeit, wie Adelshofens Trainer Dustin Weissbeck meint. "Wenn wir es schaffen, wären wir die ersten des SV Adelshofen - und werden nie vergessen." Der Legenden-Status ist nur einen Sieg entfernt. In Adelshofen wie in Sinsheim. Sie alle sehnen sich nach diesem einen besonderen Gefühl. Wobei der Halbfinalsieg bereits besonders war.
Sinsheimer Kreispokalsieger: Keine Feierlichkeiten geplant
Nach dramatischem Spielverlauf und dem finalen Treffer von Yannick Weibler im Elfmeterschießen gegen Helmstadt gab es kein Halten mehr: "Ganz Adelshofen hat gebebt", sagte Weissbeck damals. 150 Leute feierten mit dem Team erst im Mittelkreis und später im Sportheim. Dieses Gefühl zu toppen: "Das geht nur mit einem Pokalsieg", sagt der Trainer. Im großen Stil feierte auch TG Sinsheim seinen Sieg gegen Kreisliga-Topteam VfL Mühlbach. Und wie sieht es am Mittwoch aus?

"Wir haben bisher nichts geplant, wir müssen erstmal gewinnen", sagt Flamur Shala. "Wir haben aber viele junge Spieler, die kriegen auch spontan was hin." Adelshofen wird auf jeden Fall feiern: Der Verein hat einen Reisebus für Mannschaft und Fans organisiert. "Egal, was passiert: Wir treffen uns später im Clubhaus. Und da wird gefeiert", sagt Dustin Weissbeck. Am liebsten natürlich mit dem Glaspokal.
Die Chancen dafür sieht der 39-Jährige bei 50:50 - obwohl Adelshofen eine Klasse höher spielt. Shala möchte die Favoritenrolle Adelshofen in die Schuhe schieben - sagt aber im selben Atemzug: "Wir sind vom Kader her eine Kreisliga-Mannschaft." 20 Mann nimmt er mit, mindestens 16 sind auf einem Niveau. "Daher konnten wir in den letzten Wochen, obwohl es für uns auch in der Liga noch um etwas geht, viel rotieren." Das könnte ein Vorteil sein gegenüber Adelshofen.
Klares 6:0 als Mutmacher
"Wir können zwar in Bestbesetzung spielen - aber durch die vielen Spiele der letzten Wochen vielleicht nur mit 80 Prozent Dampf", befürchtet Weissbeck. Immerhin: Beim 6:0 am Sonntag gegen Ittlingen stoppte der SVA die Abwärtsspirale der letzten Wochen und entledigte sich der letzten Sorgen um den Klassenverbleib. "Wir sind das Spiel wie ein Finale angegangen." Vieles sei irgendwann leicht von der Hand gegangen.
Diesen Schwung würde der SVA gerne mit nach Reihen nehmen, wo auch der Gegner ein Duell auf Augenhöhe erwartet. "Ich erwarte auf beiden Seiten aber einen eher zögerlichen Beginn", sagt Shala. Schließlich ist das Endspiel für beide Mannschaften Neuland. "Wenn dann aber alle im Flow sind, könnte es interessant werden."

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