FSV Hollenbach zeigt gegen den FC Nöttingen Herz und Leidenschaft
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Fußball-Oberligist FSV Hollenbach schlägt trotz langer Unterzahl zum Auftakt der Englischen Woche in der Oberliga den FC Nöttingen. Was im Endeffekt den Ausschlag für den Sieg gab.
Hannes Scherer jubelt nach seinem Tor zum 2:0. Gegen Nöttingen spielte der FSV Hollenbach lange in Unterzahl, gewann das Oberligaspiel jedoch mit 3:2.
Foto: Marc Schmerbeck
Foto: Marc Schmerbeck
Die Erleichterung war beinahe zum Greifen. Trainer Reinhard Schenker umarmte erst einmal seinen Co-Trainer Nicolas Schlegel. Dann klatschte er seine Auswechselspieler ab, während vor dem eigenen Tor fast die komplette Mannschaft des FSV Hollenbach zusammenkam. Daneben saßen enttäuschte Nöttinger, die nach dem 2:3 in der Jako-Arena weiter auf ihren ersten Saisonsieg warten.
Die Hollenbacher jubelten hingegen zum zweiten Mal nach fünf Saisonspielen – zum ersten Mal im heimischen Stadion. Und das, nachdem sie ab der 24. Minute in Unterzahl einige brenzlige Situationen überstehen mussten. Andererseits hätten sie selbst auch früher für die Entscheidung sorgen können – so war, wie in der vergangenen Woche in Ravensburg, als in der Nachspielzeit noch zwei Tore zum 2:2-Endstand fielen, Zittern bis zum Schluss angesagt. „Was wir heute über 90 Minuten geliefert haben, war ganz, ganz stark – vor allem, wenn man das Spiel gegen Ravensburg noch im Hinterkopf hatte, wo wir in der Nachspielzeit bestraft wurden“, lobte Schenker.
Der Dreier war ein wichtiger, positiver Auftakt in die anstehende Englische Woche, die am Mittwoch (18.30 Uhr) mit dem Spiel beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen weitergeht.
Hollenbachs Trainer Reinhard Schenker stellt das System etwas um
„Wenn wir die Rote Karte nicht bekommen, können wir das Spiel vielleicht auch dominieren“, meinte Doppeltorschütze Hannes Scherer. „Man kann schon sagen: Es war verdient.“ Verdient, weil die Hollenbacher „Leidenschaft und Herz“ (Schenker) gezeigt haben.
Der Coach hatte etwas umgestellt, ließ statt im 4-4-2 im 4-2-3-1 spielen. „Weil die mit Fünferkette und sehr zentrumslastig spielen. Da haben wir unsere Chance gesehen, wenn wir mehr über Außen kommen“, erklärte Schenker. „Wir waren bis zur Roten Karte auch ganz gut drin. Die Karte stellt dann den ganzen Plan auf den Kopf.“
Zwar musste der FSV in den Anfangsminuten eine Schrecksekunde überstehen, als Salvatore Catanzano allein auf Nico Purtscher zulief – der Hollenbacher Torhüter bewahrte seine Mannschaft aber vor einem Rückstand. Danach fanden die Gastgeber immer besser in die Partie. In der 15. Minute hatte Purtscher dann Zeit, wartete geduldig und schlug schließlich einen langen Ball auf Scherer, der sich durchsetzte und zur 1:0-Führung abschloss. „Da muss man besser verteidigen“, ärgerte sich Gästetrainer Denis Will. Es war nun bis zur 24. Minute eine relativ ausgeglichene Partie. Dann ging der Gegenspieler von Juan Faßbinder zu Boden, und der Schiedsrichter zeigte dem Linksverteidiger die Rote Karte.
Hannes Scherer erzielt das 1:0
Foto: Herbert Schmerbeck
„Der ist in mich reingelaufen“, meinte Faßbinder. Eine sehr harte Entscheidung. „Da gibt es keine zwei Meinungen. Es war einfach keine Rote Karte. Ich glaube, es war noch nicht mal ein Foul – und wenn, dann höchstens eine Gelbe Karte, weil unser Spieler zwischen Tor und Gegner steht. Das war keine klare Torchance“, haderte Schenker mit der Entscheidung, zumal Faßbinder nun wohl die nächsten beiden Spiele zuschauen muss. Jonas Limbach rückte für ihn aus dem Zentrum nach links. Hollenbach stand nun tief, und Nöttingen drückte.
Die Rote Karte, mir der die Hollenbacher haderten, bringt die Gastgeber etwas aus dem Konzept
„Wir wussten nicht so recht, wie wir es machen sollen, waren in der Findungsphase“, sagte Kapitän Sebastian Schiek. Nöttingen erzielte vor der Pause noch zwei Abseitstore und traf einmal den Pfosten. Andererseits scheiterten Inas Music und Schiek nur knapp. So ging es dann in die Kabinen.
Schenker stellte auf eine Fünferkette um, was auch ganz gut geklappt habe, wie er sagte. „Wir wollten einfach sauber verteidigen und auf Umschaltmomente lauern.“ Das ging auch auf. Nöttingen hatte den Ball, kam aber selten zu klaren Abschlüssen, und der FSV erhöhte auf 2:0. Bei einem Konter setzte sich Scherer (56.) durch und traf dann mit einem Heber zum 2:0.
Hannes Scherer erzielt das 2:0
Foto: Herbert Schmerbeck
Danach stand der FSV weiter tief, und auf beiden Seiten ergaben sich immer wieder Möglichkeiten, wobei der FCN Vorteile hatte. Doch wenn die Gäste durchkamen, war Purtscher zur Stelle. Erst in der 83. Minute musste er den Ball aus dem Netz holen – Matej Mijic hatte getroffen. Doch im Gegenzug legte Jonas Limbach das 3:1 nach.
FC Nöttingen gibt nicht auf, FSV Hollenbach zeigt taktische Disziplin
Nöttingen gab aber auch danach nicht auf und kam in der 90. Minute durch Tasos Leonidis zum erneuten Anschlusstreffer. Doch im Gegensatz zur Vorwoche überstanden die Hollenbacher die Nachspielzeit schadlos. „Wir müssen uns an der eigenen Nase packen“, sagte Will. „In der gegnerischen Box hatten wir zu wenig Entschlossenheit, dazu haben wir die Kontersituationen unzulänglich verteidigt.“ Schenker lobte hingegen den Einsatz und die taktische Disziplin seines Teams.
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