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FSV Hollenbach: Die Einstellung stimmt, das Ergebnis nicht

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Der FSV Hollenbach hält in Unterzahl gegen Pforzheim lange Zeit gut dagegen, verliert am Ende aber mit 0:2.

Hollenbachs Kapitän Marius Uhl (rechts) zeigt ganzen Einsatz im Zweikampf. Trotzdem verlor der FSV 0:2. Den späten Pforzheimer Führungstreffer erzielte Willie Till Sauerborn, der hier noch zu Boden gedrückt wird.
Foto: Marc Schmerbeck
Hollenbachs Kapitän Marius Uhl (rechts) zeigt ganzen Einsatz im Zweikampf. Trotzdem verlor der FSV 0:2. Den späten Pforzheimer Führungstreffer erzielte Willie Till Sauerborn, der hier noch zu Boden gedrückt wird. Foto: Marc Schmerbeck  Foto: Marc Schmerbeck

Ein paar Minuten benötigte Martin Lanig nach dem Spiel schon. Einfach mal durchatmen. Die Partie nochmal durch den Kopf gehen lassen. Der Trainer des Oberligisten FSV Hollenbach musste die 0:2-Niederlage gegen den 1. CfR Pforzheim erstmal verarbeiten. Denn vorwerfen konnte er seiner Mannschaft nicht viel.

"Es tut mir leid für die Jungs", sagte er. Denn diese kämpften 70 Minuten lang in Unterzahl, ließen nur ganz wenig zu, kassierten trotzdem zwei späte Tore und mussten die drei Punkte dem Gegner überlassen. "Mitsamt Schiris und Spielverlauf hatten wir das Quäntchen Glück nicht auf unserer Seite", haderte Marius Uhl auch mit einigen Entscheidungen. Die strittigen gingen meist zu Lasten der Gastgeber.

Schiedsrichter sieht keine strafbare Aktion

So hatten Uhl und auch zahlreiche Zuschauer Mitte der zweiten Halbzeit einen klaren Handelfmeter gesehen und auch lautstark gefordert. Der Schiedsrichter hatte die Situation nicht als strafbar bewertet. Beim 0:1 sah Uhl den Torschützen Willie Till Sauerborn aus dem Abseits kommen. Er und seine Abwehrkollegen beschwerten sich noch minutenlang danach beim Assistenten, sobald sie die Gelegenheit dazu hatten. Aber, die Situation hätte auch vorher schon geklärt werden können - es war eine der wenigen Szenen, in denen die FSV-Hintermannschaft etwas unsortiert wirkte.

Nur wenige Diskussionen gab es hingegen bei der Szene, die wohl am meisten Einfluss auf den weiteren Spielverlauf hatte. Arne Schülke versprang kurz vor der Mittellinie der Ball, sein Gegner wollte vorbeisprinten und der Hollenbacher Innenverteidiger griff zu - nicht stark, aber genug, um seinen Gegner am Weiterlaufen zu hindern. Schiedsrichter Fabian Reuter griff sofort zur Roten Karte. Hart, weil der Weg zum Tor noch sehr weit war. Vertretbar aber, weil zwar an den Außenlinien noch Hollenbacher auf der Höhe standen, aber wohl nicht mehr hätten eingreifen können. Nur kurz darauf musste der angeschlagene Noah Krieger vom Feld und Niklas Breuninger rückte in die Innenverteidigung.

Hollenbach zeigt Mut im Spiel nach vorne

"Das Spiel kann man nicht richtig werten", meinte Uhl. "Wir haben noch nie so lange in Unterzahl gespielt und mussten uns bis zur Halbzeit erst einmal darauf einstellen." Aber die Hollenbacher machten ihre Sache gut. Sie zeigten Einsatzwillen, Zweikampfstärke aber auch - vor allem in der zweiten Halbzeit - Mut im Spiel nach vorne. Und sie ließen nur ganz wenige klare Möglichkeiten der Gäste zu. Dabei startete Pforzheim stark und kam in der 4. Minute durch Wycliff Yeboah zur ersten Möglichkeit. Doch der Ball landete knapp neben dem Tor. Kurz drauf wurde ein Schuss von Marcel Bahm (5.) geblockt.

Danach und vor allem in Unterzahl, ließen die Hollenbacher kaum noch etwas zu. Pforzheim hatte zwar den größeren Ballbesitzanteil, doch zu einer größeren Möglichkeit kamen sie erst in der 42. Minute wieder. Doch Yeboah ließ sich von Torhüter Thomas Bromma weit abdrängen.

Der FSV verwickelt den Gegner in Zweikämpfe

"Wir haben in der Halbzeit die richtigen Dinge angesprochen", sagte Uhl. "Trotz Unterzahl kamen wir auch zu Chancen. Pforzheim hatte zwar mehr den Ball, doch wir haben sie nur wenig damit machen lassen." Den Gegner in Zweikämpfe verwickeln lautete die Vorgabe von Lanig. Geduld hatte sein Gegenüber Thomas Herbst von seinen Spielern gefordert, weil er mit der Moral, Einstellung und Intensität der Hollenbacher rechnete. Vieles spielte sich im Mittelfeld ab. Nach einer Stunde hatte der FSV eine Drangphase und hätte auch mit etwas Glück in Führung gehen können. Doch eine Flanke von Juan Faßbinder (68.) flog knapp am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf zog Sebastian Schiek (77.) aus spitzem Winkel ab, Torhüter Elvin Kovac parierte erst mit den Händen, dann mit dem Fuß.

"Ich fand, es war öfter laut wegen guter Aktionen von uns als von denen", sagte Uhl. Doch dann war die Hollenbacher Abwehr bei einer Hereingabe nicht ganz sortiert, der Ball landete bei Sauerborn (81.) der aus abseitsverdächtiger Position einschob. Nun war Pforzheim am Drücker. Bromma rettete gegen Salvatore Catanzano (84.) und Breuninger trat Catanzano von hinten in die Füße. Der Pforzheimer Stürmer fiel so unglücklich, dass er sich wohl die Schulter auskugelte. Der Elfmeter war unstrittig. Maurizio Macorig (90.) verwandelte zum 2:0-Siegtreffer der Gäste.

Lanig ist mit dem Auftritt insgesamt zufrieden

"Wenn man nach 20 Minute eine Rote Karte bekommt, ist es nicht optimal", sagte Lanig, war aber mit der Leitung seiner Mannschaft zufrieden. "Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie sich in der zweiten Halbzeit reingeworfen hat. Als wir dem Tor näher waren, kommen die in einer für uns unglücklichen Situation zur Führung. Aber wir können zufrieden sein, wie wir gegen eine Mannschaft aufgetreten sind, die mit Aufstiegsambitionen in die Saison gegangen ist." Zumindest etwas verarbeitet hatte Lanig das Spiel da.

FSV Hollenbach: Bromma, Schülke, Minder (79. Hofmann), Faßbinder (85. Utz), Scherer, Krieger (23. Breuninger), Jonas Limbach, Schiek, Lutz, Uhl, Felix Limbach.

1.CfR Pforzheim: Kovac, Sagert, Macorig, Kahriman (90+1 Njie), Gudzevic, Münst, Ubabuike (62. Ratifo), Schwaiger, Bahm, Yeboah (68. Catanzano, 90+1 Güzelcoban), Markopoulos (79. Sauerborn).

Tore: 0:1 (81.) Willie Till Sauerborn, 0:2 (90+1) Maurizio Macorig (Foulelfmeter).

Karten: Rot (21.) Arne Schülke.

Schiedsrichter: Fabian Reuter.

Zuschauer: 300.

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