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Endspieltag in Unterheinriet: Männer-Finale droht eine Farce zu werden

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Warum der FSV Schwaigern im Finale um den Bezirkspokal gegen den FC Union Heilbronn mit einer 1B-Elf antritt. Zuvor spielen die Senioren und die Frauen um den Titel.

Union-Spieler Frank Silvan Teku (re.) wird in der Neuauflage des Spiels vom Samstag dabei sein, Schwaigerns Miguel Artero wird dagegen wohl geschont.
Union-Spieler Frank Silvan Teku (re.) wird in der Neuauflage des Spiels vom Samstag dabei sein, Schwaigerns Miguel Artero wird dagegen wohl geschont.  Foto: Kunz, Christiana

Es ist der finale Pokal-Endspieltag des Fußballbezirks Unterland, der am 1. Juli mit dem nördlichen Teil Hohenlohes zum neuen Bezirk Franken verschmilzt. Am Donnerstag werden die letzten Cup-Gewinner gekürt. Gastgeber für die Senioren, Frauen und Männer auf dem Sportgelände in Unterheinriet ist die Spvgg Heinriet. Los geht es um 13 Uhr mit dem Endspiel der Ü32 zwischen dem TSV Botenheim und dem SV Leingarten. Ab 15.30 Uhr ermitteln die Frauen des SV Heilbronn am Leinbach und des TGV Dürrenzimmern ihre Siegerinnen.

Gegen 18 Uhr erfolgt der Anpfiff zum Finale der Männer. Der FSV Schwaigern trifft auf den FC Union Heilbronn. Dieses Endspiel droht eine einseitige Angelegenheit zu werden. Schwaigern steht am Samstag darauf vor einem weiteren "Endspiel". Im letzten Saisonduell geht es in der Partie gegen Neckarwestheim um den Bezirksliga-Klassenerhalt - der Abstieg soll unter allen Umständen vermieden werden. Daher wird eine 1B-Mannschaft des FSV das Pokalfinale bestreiten.

Männer-Finale: FSC Schwaigern - FC Union Heilbronn

Bereits am Sonntag haben der FSV Schwaigern und der FC Union Heilbronn gegeneinander gespielt. Der FCU siegte mit Mühe 2:1. Vier Tage später stehen sich beide Teams im Pokalfinale erneut gegenüber. Die Heilbronner mussten im Kampf um die Meisterschaft der SGM Krumme Ebene am Neckar den Vortritt lassen, wollen sich nun mit dem Pokalsieg belohnen. "Wir gehen als Favorit ins Endspiel, können diese Rolle nicht wegschieben", sagt FCU-Coach Torsten Schlegel.

Schwaigern steckt hingegen in einem Dilemma, knapp 42 Stunden nach dem Cup-Finales steht der FSV vor dem weitaus wichtigeren Spiel. Abstieg oder Klassenerhalt heißt es im Abstiegsfinale gegen Neckarwestheim. FSV-Trainer Alexander Weiland berichtet von einer Mannschaftssitzung am Sonntagabend, auf der einstimmig beschlossen wurde, nicht mit der Elf anzutreten, die am Samstag dem FCU das Leben mehr als schwer gemacht hatte.

"Keiner der Spieler, die gegen Neckarwestheim in der Startformation stehen, werden im Pokal zum Kader gehören", macht Weiland deutlich. Man werde im Pokal "eine 1B-Elf, aufgefüllt mit Spielern der zweiten Mannschaft" aufbieten.

Alle Stammspieler der Ersten werden für den Samstag geschont. Das war der Wunsch des Vereins, da der Klassenerhalt absolute Priorität genießt. Eine durchaus nachvollziehbare Handlungsweise. "Die Spieler und wir Trainer stehen hinter dieser Entscheidung", schiebt Weiland den Schwarzen Peter Richtung Bezirksvorstand, der eine Terminänderung ablehnte. Auf Facebook entschuldigte sich die Mannschaft bei ihren Fans für diesen Schritt: "Es tut uns leid, euch damit eventuell zu enttäuschen. Aber wir sehen uns nicht in der Lage, innerhalb von 42 Stunden zwei solche Spiele zu absolvieren. Hiermit kritisieren wir auch in aller Deutlichkeit die Ansetzungen der Spiele."

"Wir nehmen es so, wie es kommt. Wir wollen den Pokal holen, gegen welche Mannschaft wir antreten müssen, das entscheide ja nicht ich", sagt Schlegel, der als Trainer noch keinen Pokalsieg in seiner Vita stehen hat. Das soll sich am Donnerstag ändern. "Der fehlt mir noch in meiner kleinen Titelsammlung", sagt Schlegel, der 2001 als Torhüter mit der damaligen SV Neckarsulm den Pokalerfolg feierte.

Frauen-Finale: SV Heilbronn - TGV Dürrenzimmern

In der Saison 2010/2011 hatten sich die Frauen I des TGV Dürrenzimmern aus dem Unterland verabschiedet, spielten fortan in der Landes- oder Verbandsliga und waren somit nicht im Bezirkspokal vertreten. Nach dem Landesliga-Abstieg in der vergangenen Saison haben die TGV-Frauen nun die große Chance, sich als letzte Pokalsiegerinnen des Fußballbezirks Unterland zu verewigen. "Für mich ist es das erste Mal", freut sich TGV-Spielertrainerin Victoria Mahmoud auf ihre Pokalfinalpremiere. Der Regionenliga-Tabellenzweite trifft auf den Liga-Konkurrenten und Sechstplatzierten SV Heilbronn am Leinbach. Die Punktspiele dieser Saison endeten 4:0 für den TGV und 3:3.

"Es wird spannend, Heilbronn ist ein ernstzunehmender Gegner", sieht Mahmoud ihre Truppe nicht in der Favoritenrolle, aber eine Niederlage wäre "eine Enttäuschung, wenn man so nah dran ist, den Pokal zu holen. Wir werden alles geben." Julia Pfundt, Spielerin und Teammanagerin der SVH-Mädels, sieht ihre Mannschaft als Underdog. Die Heilbronnerinnen haben den Pokal 2020 gewonnen und wissen, wie es ist, sich als Cup-Siegerinnen feiern zu lassen. "Das ist ein schönes Gefühl", sagt Pfundt beim Blick zurück.

Pfundt schiebt Dürrenzimmern die Favoritenbürde zu, hofft aber auf die Unkalkulierbarkeit eines Endspiels: "Man sagt ja, der Pokal habe seine eigenen Gesetze. Aber es wird schwer für uns." Auch, weil der SVH verletzungsbedingt nicht in Bestformation antreten kann. "Die Chancen stehen 50:50, weil ich an meine Mannschaft glaube", sagt Pfundt.

Spielertrainerin Victoria Mahmoud (rechts) und der TGV Dürrenzimmern sind im Pokalfinale gegen den SV Heilbronn am Leinbach in der Favoritenrolle.
Spielertrainerin Victoria Mahmoud (rechts) und der TGV Dürrenzimmern sind im Pokalfinale gegen den SV Heilbronn am Leinbach in der Favoritenrolle.  Foto: Bertok, Alexander

Senioren-Finale: TSV Botenheim - SV Leingarten

SV Leingarten gegen TSV Botenheim, der aktuelle Bezirksligameister und Pokalsieger von 2020 gegen den Tabellenvierten der Kreisliga I und Cup-Gewinner 2018: Die Favoritenrolle im Endspiel der Senioren Ü32 liegt auf Seiten der SVL-Oldies, die im Halbfinale Titelverteidiger TV Flein bezwungen haben. "Unsere Spieler sind heiß. Hat man sich im Pokal so weit nach vorne gearbeitet und ist zudem Meister geworden", dann kann es nur das Ziel geben, das "Double perfekt zu machen", sagt der SVL-Verantwortliche Jürgen Schöpf. "Endspiel-Erfahrung ist bei uns ja vorhanden, und ich sehe für uns gute Chancen zu gewinnen."

Gewinnen will auch Botenheim. "Sonst könnten wir das Spiel ja absagen", sagt TSV-Seniorenleiter Marco Nader. Man habe sich das Finale "hart erarbeitet", sehe sich aber als "klarer Außenseiter". Der TSV verfügt über einen breiten Kader, zu dem auch Spieler des TGV Dürrenzimmern und TSV Meimsheim gehören.

Die Ü32-Senioren des SV Leingarten sind Bezirksligameister und dürften im Endspiel gegen den TSV Botenheim die besseren Karten zu haben.
Die Ü32-Senioren des SV Leingarten sind Bezirksligameister und dürften im Endspiel gegen den TSV Botenheim die besseren Karten zu haben.  Foto: Bertok, Alexander
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