Ein Dreikampf um den Titel ist in der Bezirksliga Hohenlohe zu erwarten
In der Bezirksliga wird ein Dreikampf um den Titel erwartet. Der Vize des vergangenen Jahres, der SV Wachbach, die SG Sindringen/Ernsbach und der TSV Obersontheim sind die ganz großen Favoriten.

"Viele Mannschaften haben Hochkaräter im Team", sagt Klaus Heinle, der die SGM Niedernhall/Weißbach trainiert. Er nennt als Beispiel Nico Nierichlo (TSV Michelfeld), der für die SG Sonnenhof Großaspach bereits Regionalliga spielte und unter Co-Trainer Heinle beim FSV Hollenbach in der Oberliga spielte.
Nierichlo bildet mit Matthias Haag ein Spielertrainer-Duo, das in der Bezirksliga seinesgleichen sucht. Auch Haag spielte in Hollenbach oder beim Oberligisten VfR Aalen II sowie in der A-Junioren-Bundesliga bei der TSG Hoffenheim und dem 1. FC Nürnberg.
Neu beim TSV Obersontheim ist Andrey Nagumanov, der vom Oberliga-Aufsteiger TSV Ilshofen zum TSV wechselte. Aber auch Spieler wie Tilmann Naundorf (TSV Dünsbach) sind in Hohenlohe nicht unbekannt. "Ich schätze die Liga in der Breite recht stark ein", sagt Heinle.
Schwer wird es der TSV Braunsbach haben, bei dem eine komplette Mannschaft den Verein verließ. Neuzugänge sind hingegen rar. Traditionell tun sich auch die Aufsteiger schwer. Die junge Mannschaft des VfL Mainhardt muss sich mit dem neuen Trainer Wolfgang Walz beweisen. Auch auf die SGM Markelsheim/Elpersheim und den TSV Ilshofen II könnte der Abstiegskampf zukommen. Auf der anderen Seite sind auch immer wieder positive Überraschungen möglich.
Favoriten-Check: Erster Anwärter auf den Titel ist Wachbach. Der SVW scheiterte in der vergangenen Saison nur knapp. Lediglich wegen eines Punktabzuges aus dem Spiel gegen den TSV Neuenstein verpasste das Team die Meisterschaft und musste das Jubeln dem SSV Gaisbach überlassen. In der Relegation scheiterten sie dann im entscheidenden Spiel am TV Pflugfelden. Vor dieser Saison hat sich nun ganz wenig verändert. Mit Fabian Raupp (Eldingen) gibt es lediglich einen Abgang. Mit Marco Schmieg von der SG Dörzbach/Klepsau wurde ein Stürmer verpflichtet. Damit steht Felix Gutsche nicht mehr voll im Fokus. Aus der eigenen Jugend stößt Lukas Schmitt zur Mannschaft. Damit dürften die Wachbacher ein ähnliches Niveau wie in der vergangenen Saison haben.
Der TSV Obersontheim − Vierter der vergangenen Saison − hat sich vor allem in der Breite verstärkt. Abgänge gibt es kaum. Namhafte Neuzugänge sind Torhüter Eugen Frescher (TSV Hessental) und Mittefeldmann Nagumanov (Ilshofen). Mit den Obersontheimern ist im Aufstiegskampf deshalb auf jeden Fall zu rechnen. Ebenso wie mit der SG Sindringen/Ernsbach, die in den vergangenen drei Jahren stets unter den Top Drei zu finden war.

SG Sindringen/Ernsbach: Drei, zwei, drei, lautet die Bilanz der SG Sindringen/Ernsbach der vergangenen drei Jahre. Schlechter soll es auch dieses Jahr nicht werden. Die größte Veränderung bei der SGSE gab es auf der Trainerposition. Tobias Gebert hat von Bernd Fellmeth das Amt übernommen. Ansonsten wurde der Kader in der Breite etwas vergrößert. "Ich denke, Wachbach, Obersontheim und wir sind auf einem ähnlichen Level", sagt Abteilungsleiter und Abwehrchef Thilo Baier. "Es wird darauf ankommen, wer am Konstantesten ist. Kleinigkeiten, das Glück und Pech in den direkten Duellen wird entscheiden."
In der Saison 2011/12 kehrte die SGSE in die Bezirksliga zurück. "Ich habe den Eindruck, dass die Liga mit den Jahren etwas schwächer geworden ist", sagt Baier. "Das liegt aber auch daran, dass mittlerweile so viele Mannschaften höherklassig spielen." Dieses Jahr sind es acht Hohenloher Teams, die in der Landesliga oder höher spielen. Diese brauchen Spieler, die sie den Bezirksligisten abziehen. "Außerdem gibt es weniger Jugendmannschaften und damit auch weniger Nachschub", sagt Baier.
Das Sindringer Prunkstück wird auch diese Saison die Offensive sein. Angeführt von Christian Baier, der immer gut für eine Trefferanzahl jenseits der 20er-Marke ist. "Ich denke, wir haben die individuell am besten besetzte Offensive der Liga", sagt Thilo Baier. Er selbst kam als Abwehrspieler vergangene Saison auf zwölf Treffer − darunter einige Elfmeter. Aber auch Valentin Gronbach oder Fabio Roth sorgen für viel Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Tobias Gebert versuchte bereits in der Vorbereitung jeden einzelnen Spieler zu puschen. Er ist bei der SGSE ja kein Unbekannter. "Wir älteren kennen ihn sehr gut", sagt Baier. "Er versucht es über Mentalität und Kampfgeist. Es ist gut für die jungen Spieler, dass sie Feuer bekommen. Er profitiert auch davon, dass der Kader etwas größer ist. Da ist ein anderes Training möglich. Wir haben jetzt mehr Alternativen und einen größeren Konkurrenzkampf. Es ist nun die Frage, wie die Mannschaft das aufnimmt." In der Vorbereitung schien alles positiv zu sein. "Mal sehen, wie es in der Runde wird", sagt Baier.

SGM Niedernhall/Weißbach: In Richtung Tabellenspitze schaut Klaus Heinle nicht. Nach einem Jahr Pause ist er als Trainer wieder zurück. Die SGM Niedernhall/Weißbach ist für ihn ein Heimspiel. "Auch das Nichtstun war schön", sagt Heinle. "Aber ich denke, es war die richtige Entscheidung." In der Vorbereitung hatte er − zusammen mit der zweiten Mannschaft − rund 30 Mann im Training. Das kann sich durchaus sehen lassen. "Die Jungs ziehen mit. Es macht Spaß", sagt Heinle. "Ich denke, dass die Liga hinter Obersontheim, Wachbach und Sindringen/Ernsbach sehr ausgeglichen und attraktiv ist.
"Ich habe mir in der Rückrunde, nachdem ich zugesagt hatte, einige Spiele angeschaut", sagt Heinle. "Ich denke, der Bezirk ist top aufgestellt. Es hat schon seine Berechtigung, dass so viele Mannschaften höherklassig spielen. Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist." Seine Marschrichtung ist klar: "Wir wollen möglichst nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Ein einstelliger Tabellenplatz ist das Ziel. Aber das wird nicht leicht. Wir schauen nach uns und versuchen unsere Aufgaben zu erledigen."
Verstärkung gab es bei der SGM aus den eigenen Reihen und vom Landesliga-Aufsteiger SSV Gaisbach. "Die Neuen machen einen guten Eindruck", sagt Heinle. "Ich bin froh, dass ich sie bekommen habe. Bjarne Böhm und Eddie Bach (Gaisbach) sowie Marco Hornung (FSV Hollenbach II) kamen von extern. Julian und Marvin Feuerle pausierten zuletzt. "Wir sind jetzt schon breiter aufgestellt. Das ist gut so", sagt Heinle.
TSV Neuenstein: Beim TSV Neuenstein, den Heinle in der Winterpause der Saison 16/17 übernommen hatte und über die Relegation zum Klassenerhalt führte, hat sich ganz wenig verändert. Karlheinz Pfeiffer ist weiter Trainer und verzeichnete mit Torhüter Philipp Lay (SG Sindringen/Ernsbach) einen Abgang und mit Marvin Gebhardt (TSV Untersteinbach) einen Neuzugang. Ansonsten gab es Rochaden zwischen der ersten und zweiten Mannschaft. Pfeiffer schickt also eine eingespielte Truppe in den Kampf um den Klassenerhalt. Die Zielsetzung in Neuenstein ist ähnlich wie bei Niedernhall/Weißbach. "Wir wollen versuchen, nicht in Abstiegsgefahr zu geraten", sagt Pfeiffer. "Ich denke aber, dass dieses Jahr mehr Punkte für den Klassenerhalt benötigt werden."

Er rechnet mit mehr als den zwei Direktabsteigern, die es vergangene Saison nur gab. Denn durch die sechs Hohenloher Landesligisten ist die Gefahr groß, dass es dort auch den einen oder anderen im Abstiegskampf erwischt. "Wir haben einen relativ großen ausgeglichenen Kader. Das ist zusammen mit der Kameradschaft unser Plus", sagt Pfeiffer. Mit Florian Langer und Sven Blumenstock hat er zudem zwei individuell starke Spieler im Team.
SV Mulfingen: Mit Michael Lieb (VfR Gommersdorf II) und Thorsten Ehrler (zweite Mannschaft) verlor der SV Mulfingen zwei Routiniers und Leistungsträger der vergangenen Jahre. Die Neuen sind in erster Linie junge Talente. Mit dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison waren die Mulfinger durchaus zufrieden. Mit 30 Punkten wäre es in anderen Jahren aber auch deutlich enger gewesen. Ende der Vorrunde und Anfang der Rückrunde gelang Mulfingen acht Siege und ein Unentschieden − damit wurde der Klassenerhalt fast schon klar gemacht.

Darauf sollte sich der SVM aber nicht erneut verlassen. Klar ist: Das erste Ziel ist der Klassenerhalt. "Wir wissen, dass wir eine schwere Saison vor uns haben", sagt Abteilungsleiter Felix Beck. Er rechnet damit, dass 35 Punkte oder mehr benötigt werden, um das Ziel zu erreichen. Zumal die Gefahr groß ist, dass von den sechs Hohenloher Landesligisten einer oder zwei in die Bezirksliga absteigen.
Stimme.de
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