Stimme+
Fußball
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Die letzten Prozente fehlen bei der SG Sindringen/Ernsbach

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Die SG Sindringen/Ernsbach verliert gegen Landesliga-Spitzenreiter Heimerdingen 0:2. Am Donnerstag geht es im Landesliga-Abstiegskampf bereits weiter.

Kein Elfmeterpfiff, kein klarer Abschluss, kein Anschlusstreffer. Adrian Roth wird von Heimerdingens Torhüter Lukas Emmrich beim Schuss gestört.
Kein Elfmeterpfiff, kein klarer Abschluss, kein Anschlusstreffer. Adrian Roth wird von Heimerdingens Torhüter Lukas Emmrich beim Schuss gestört.  Foto: Marc Schmerbeck

Die Köpfe gingen runter. Natürlich nach einer Niederlage, auch wenn man als Abstiegskandidat gegen einen Tabellenführer verlieren kann. Doch irgendwie hatten Spieler und Verantwortliche am Samstag das Gefühl, dass gegen Heimerdingen mehr drin gewesen war als ein 0:2. "Über das gesamte Spiel gesehen hatten wir, glaube ich, die Mehrzahl an besseren Chancen", sagte Sindringens Trainer Thilo Baier. "Es sind derzeit vielleicht fünf Prozent, die uns fehlen."

Niederlage bei SG Sindringen/Ernsbach: Tabellenführer TSV Heimerdingen ist kaltschnäuziger

Der TSV Heimerdingen war in den entscheidenden Szenen einfach kaltschnäuziger. Der Landesliga-Tabellenführer nutzte seine beiden Abschlüsse, die auf das Tor kamen, zu einer 2:0-Halbzeit-Führung. Kurz nach der Pause verhinderte der Torhüter zwei Mal direkt hintereinander den Anschlusstreffer. Unter dem Strich war der Sieg nicht nur deshalb verdient. Die Gäste waren den nötigen Tick präsenter und besser. Nichtsdestotrotz wäre für die SG mehr möglich gewesen, weil Heimerdingen in der zweiten Hälfte nur noch das Nötigste tat. Vielleicht auch schon im Hinblick auf das Spitzenspiel am Mittwochabend gegen den VfR Heilbronn.

In der Anfangsphase ging der Plan der Gastgeber auf. Die SG schaffte es, Heimerdingen vom Tor fern zu halten. Auch die eigenen offensiven Nadelstiche waren vorhanden. Sicher hatten die Gäste die bessere Spielanlage, doch damit konnten sie oft nur wenig anfangen, weil Sindringen/Ernsbach die Räume konsequent eng machte. Der TSV mühte sich, fand aber kein Durchkommen. Andererseits merkten die Gäste auch, dass sie nicht zu viel riskieren durften.

Dann ging es aber in der 24. Minute zu einfach: Ein Pass in die Tiefe auf Linksaußen, eine scharfe, flache Hereingabe, die durch den Strafraum flog und an der Kante des Fünfmeterraums von Casian-Matei Ulici den Ball aus spitzem Winkel direkt abgenommen wurde. Schon hieß es 0:1. Drei Minuten später flog ein Kopfball von Gabriel Fota knapp am SG-Gehäuse vorbei.

Heimerdingen reichen zwei gute Offensivaktionen, um mit 2:0 zu führen

Sindringen/Ernsbach musste sich kurz schütteln, war dann aber wieder drin im Spiel. Doch Heimerdingen reichte eine zweite gute Offensivaktion, um mit einer 2:0-Führung in die Pause zu gehen. Sindringen/Ernsbach wurde in der 40. Minute klassisch ausgekontert. Nach einem Eckball ging es schnell, zu schnell. Die SG kam im Mittelfeld nicht mehr in den Zweikampf, um den schnellen Angriff zu unterbinden. Rudolf Buxmann wurde im Strafraum zwar noch beim Abschluss von Jonas Max gestört, doch nicht entscheidend genug. Der Ball rutschte unter der Hand von Torhüter Tobias Kropf ins Netz.

Und auch das ist ein Qualitätsmerkmal: die Effektivität. In der Nachspielzeit köpfte Ilja Klein noch eine Flanke von Robin Winkler in der Mitte am Tor vorbei. "Die Tore kamen irgendwie aus dem Nichts", ärgerte sich Thilo Baier. "Und beide waren zu verteidigen."

Starker Heimerdinger Torhüter verhindert Anschlusstreffer der SG

Direkt nach der Pause hatte es der TSV Heimerdingen dann Torhüter Lukas Emmrich zu verdanken, dass nicht schon früh der Anschlusstreffer fiel. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schloss Valentin Gronbach (47.) ab und Emmrich faustete den Ball zur Ecke. Danach flog der Ball lang durch den Strafraum, Winkler flankte und den Kopfball von Ilja Klein hielt Emmrich erneut stark.

Von Heimerdingen kam nun in der Offensive nur noch wenig. Der Spitzenreiter verwaltete und hatte auch das nötige Glück. In der 73. Minute setzte sich Friedmar Sütterlin durch, legte zurück auf Robin Winkler. Den Schuss aus sieben Metern parierte erneut Emmrich. Die Gäste hatten nur noch selten gelungene Angriffe zu verzeichnen.

Keeper verschätzt sich die Aktion bleibt aber folgenlos

Dann leistete sich der Heimerdinger Keeper doch noch einen Fehler. In der 86. Minute verschätzte er sich außerhalb des Strafraums, Adrian Roth lief auf und davon, verfolgt von Emmrich, der ihn beim Rettungsversuch zu Fall brachte. Der mögliche Elfmeterpfiff blieb ebenso aus, wie der klare Abschluss von Roth. So blieb es nach 90 Minuten beim 0:2.

"Das ist der Unterschied, warum die oben stehen und wir unten", sagte Baier in Bezug auf die Chancenverwertung. "Wir haben es einfach auch nicht geschafft, das Spiel durch ein Tor wieder zu öffnen." Nun geht es bereits am Donnerstag für die SG Sindringen/Ernsbach weiter - erneut zu Hause gegen den direkten Konkurrenten SV Germania Bietigheim. "Da zählt nur ein Sieg", sagte Baier. "Egal wie."


SG Sindringen/Ernsbach: Kropf - C.-M. Nöthe (82. Ünlü), Endreß, Winkler, Max, Gronbach (60. Roth), Sehfert, Kollmar, Metzger (82. König), J. Nöthe (60. Sütterlin), Klein (60. Herkert).

TSV Heimerdingen: Emmrich - Fota, Oniha, Dos Santos Coelho, Stagel-Alberto, Bortel, Muratlar (60. Kuchtanin), Ulici, Reichardt (75. Milos), Gudzevic (75. Ruckh), Buxmann (66. Yumurtaoglu).

Tore: 0:1 Ulici (21.), 0:2 Buxmann (37.)

Schiedsrichter: Marcel Eyth.

Zuschauer: 150.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben