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Julian Grupp: Der Mann mit dem Helm soll in Neckarsulm für Ordnung sorgen

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Winter-Neuzugang Julian Grupp soll bei der Sport-Union Neckarsulm nach langer Pause zum Oberliga- Leistungsträger werden.

Den schwarzen Helm trägt Neckarsulms Neuzugang Julian Grupp als Schutzmaßnahme, weil er schon häufiger Gehirnerschütterungen erlitten hat.
Den schwarzen Helm trägt Neckarsulms Neuzugang Julian Grupp als Schutzmaßnahme, weil er schon häufiger Gehirnerschütterungen erlitten hat.  Foto: Ingo Doberstein

Er ist nicht zu übersehen, der Mann mit dem schwarzen Helm. Julian Grupp trägt sein Erkennungszeichen seit längerem als Vorsichtsmaßnahme. "Seit der A-Jugend hatte ich gefühlt einmal pro Saison einen Knock-out, eine Gehirnerschütterung", sagt der Winter-Neuzugang der Sport-Union Neckarsulm.

Bei seinem Debüt in Bissingen am vergangenen Samstag kam der Schutz aus Schaumstoff auch gleich zum Einsatz. Bei einem Zweikampf stürzte der 30-Jährige auf den Kunstrasen. "Da hat es mich ordentlich durchgeschüttelt", sagt Julian Grupp.

Anderthalb Jahre ohne 90-Minuten-Einsatz

Am Samstag beim 3:0-Coup in Bissingen stand Grupp zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder für fast 90 Minuten auf dem Spielfeld. Er weiß sogar auf den Tag genau wie lange. Seit dem 29. August 2020, damals im Trikot des Oberliga-Top-Teams SGV Freiberg.

Als man dort auf Voll-Profitum umstieg, fortan zwei Mal am Tag, um 10 Uhr und 16 Uhr trainierte, war das für Grupp zeitlich nicht mehr machbar. Er blieb als Stand-by-Spieler. Bis zum Herbst 2021. Nach einem beruflich bedingten Umzug nach Fürfeld fragt er bei Neckarsulms Trainer Marcel Busch nach, ob er nicht mal mittrainieren könne, sich fithalten. Weil durch den Abschied von Noah Schorn im Mittelfeld eine Vakanz entsteht, unterschreibt Grupp in der langen Winterpause für anderthalb Jahre in Neckarsulm.

Im Winter lief nicht alles rund

"Wir kriegen solche Spieler nur, weil sie bei uns Beruf und Fußball vereinen können", sagt Neckarsulms Trainer Marcel Busch. 2017 stand Grupp schon einmal kurz vor einem Wechsel nach Neckarsulm, entschied sich dann aber für den Ligarivalen Pforzheim. Nun hat es im zweiten Anlauf geklappt.

Im Winter lief dann nicht alles rund. "Ich habe die Belastung schon gespürt", sagt Grupp über die lange Pause. Erst bremste den Neuen eine Corona-Infektion aus, im Testspiel gegen Gmünd folgte eine Zerrung. Nach nur einer kompletten Trainingswoche stand der ehemalige Profi (unter anderem Wehen Wiesbaden, SC Freiburg II und TuS Koblenz) nun gleich zwei Mal in der Neckarsulmer Anfangsformation. Man darf das durchaus als Wertschätzung verstehen. "Julian hat so ein Fußballverständnis, den kannst du überall auf dem Feld hinstellen", sagt der Sportliche Leiter, Thorsten Damm.


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Grupp als Innenverteidiger aktuell wertvoller

Die ersten zwei Einsätze haben gezeigt, dass Grupp als Innenverteidiger aktuell wertvoller fürs Team ist als auf der angestammten Sechserposition. Beim 0:3 in Ilshofen am Mittwochabend war eben auch zu sehen, warum Grupp über sich selbst sagt, dass sein Fitnesslevel derzeit bei lediglich 30 Prozent liegt. "Innenverteidiger ist kein unbekanntes Terrain für mich. Das habe ich auch schon in der Regionalliga gespielt", sagt Grupp.

In den fußballlosen Monaten 2021 hielt er sich durchs Handballspielen mit Kumpels in Neckarelz fit. "Neulich habe ich in der Bezirksliga sogar das Siegtor kurz vor Schluss erzielt", sagt Grupp und lacht. In Neckarsulm soll er eher Tore verhindern, denn dafür sorgen. Marcel Busch sieht in Grupp einen Leader, einen der auch verbal vorangeht, Kommandos gibt, die manchmal etwas zu leisen Kollegen mitreißt.

Am besten auch am Samstag (14 Uhr) gegen den 1. Göppinger SV, wenn die Englische Woche ihren Abschluss findet. Durch die lange Fußballpause müssen Trainer und Spieler gemeinsam die Belastung steuern, die auf stumpfen Kunstrasenplätzen wie in Neckarsulm ungleich größer ist.

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