Das Landesliga-Derby geht dank Hackenvorlagen an die Sport-Union Neckarsulm
Sport-Union Neckarsulm macht es sich beim verdienten 2:1 in der Fußball-Landesliga bei der SGM Krumme Ebene selbst schwer.

Der kollektive Neckarsulmer Jubelschrei beim Schlusspfiff am Sonntagnachmittag war in ganz Obergriesheim, wahrscheinlich sogar auf der ganzen Krummen Ebene zu hören. Da war ganz viel Erleichterung bei der Sport-Union Neckarsulm nach dem verdienten 2:1 (1:0) im Unterländer Landesliga-Derby bei der SGM Krumme Ebene am Neckar zu sehen und zu hören.
Ein Neckarsulmer jubelte nicht, blieb still, ganz ohne Triumphgeste: Trainer Pascal Marche. Warum? „Weil ich nullkommanull zufrieden bin, wie wir gespielt haben“, sagte Marche: „Ich weiß, dass ich mich da ändern muss, dass ich hinterher zufriedener bin. Vielleicht ist auch mein Anspruch zu hoch.“ Neckarsulms Anspruch war zu Saisonbeginn eigentlich, ganz oben in der Landesliga mitzuspielen. Die Wirklichkeit bestand bis Sonntag, 17 Uhr, aus mehr Niederlagen als Siegen. Nun ist das Landesliga-Konto mit fünf Siegen und fünf Niederlagen immerhin wieder ausgeglichen. Neckarsulms Trainer haderte am Sonntag gegen seinen Ex-Club mit vielem: „Mit der fehlenden Einfachheit im Spiel, weil wir die Dinge zu kompliziert machen.“
Mattia Trianni leitet beide Neckarsulmer Treffer per Hacke ein
Der Platz in Obergriesheim verkomplizierte es dem technisch besseren Team allerdings auch, die spielerische Überlegenheit in Zählbares zu verwandeln.Der erste schnelle, direkte SUN-Spielzug mündete immerhin in der Gästeführung. Über die Hacke von Mattia Trianni gelang der Ball zu Bahadir Özkan, der in Minute 17 aus kurzer Distanz André Poslovsky überwand. Auch beim 2:0 spielte die Hacke des besten Spielers auf dem Platz eine ganz entscheidende Rolle. Nach Triannis Hackentrick war Tolga Kilic an der Grundlinie frei durch, musste nur noch auf 2:0-Torschütze Fatlum Maliqi zurücklegen (59. Minute).
„Auf der Krummen Ebene braucht es eben krumme Dinger“, sagte Marco Merz, Neckarsulms Sportlicher Leiter übers 2:0: „Für den Sieg brauchen wir uns nicht zu schämen. Wir hätten Minimum zwei Tore mehr machen müssen.“ Das traf ja schon alleine auf Mattia Trianni zu. Der Ex-Profi hatte ein eigenes Tor mehrmals auf dem Fuß. Seine Schüsse waren am Sonntag aber irgendwie nicht krumm genug. Sie landeten wie bei einem gefühlvollen Lupfer (52.) oder mit Schmackes (81.) aus der Drehung jeweils an der Latte. In der Nachspielzeit scheiterte er zudem freistehend an Poslovsky. „Irgendwann sind sie wieder drin. Ich bin auch zufrieden mit Vorlagen“, sagte Mattia Trianni.
Mit der ersten Ballberührung trifft Marc Remmlinger zum 1:2
So kam die SGM Krumme Ebene am Neckar mit ihrem ersten (und einzigen) schönen Spielzug in der 66. Minute zum 1:2-Anschluss. Marc Remmlinger hatte Sekunden davor erst als Einwechselspieler den Rasen betreten, zirkelte den Ball von der Strafraumkante mit seiner allerersten Ballberührung ins Tor. So blieb es ein Kampfspiel, in dem Neckarsulm seine Konterchancen nicht nutzte, allerdings auch nicht wirklich in Gefahr geriet, noch das 2:2 zu kassieren. „Wir haben defensiv nichts zugelassen, das hat mir gefallen“, sagte Pascal Marche.Ex-Mitspieler und Kumpel Marcel Gerstle gefiel hingegen, „dass wir es so lange spannend gehalten haben. Wir können Stolz auf die Leistung sein.“ Gerstle haderte mit zwei Schiedsrichterentscheidungen, hätte gerne im zweiten Durchgang einen Foul- und einen Handelfmeter gehabt. „Dann wäre es noch spannender geworden“, sagte Gerstle, der mit seinem Team auf Relegationsrang 13 abgerutscht ist, nur noch einen Punkt vor dem Vorletzten TSV Ilshofen steht.
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