Baier-Brüder kündigen bei der SGSE Abschied an
Nach der Saison steht bei der SG Sindringen/Ernsbach ein Umbruch an: Thilo Baier wird als Abteilungsleiter und Trainer aufhören - nach insgesamt 33 Jahren bei der SGSE.

Die Nachricht ploppte etwas überraschend am vergangenen Wochenende auf der Internet-Plattform Instagram auf. Trainer Thilo Baier hört nach dieser Saison beim Fußball-Bezirksligisten SG Sindringen/Ernsbach auf und wird dann auch sein Amt als Fußball-Abteilungsleiter niederlegen. Mit Stürmer Christian Baier beendet auch der Dritte der Baier-Brüder seine aktive Laufbahn als Spieler. Manuel Baier hatte schon vor einigen Jahren aufgehört, weil er wegen des Studiums weggezogen ist.
Fußball in Sindringen und Ernsbach war für Thilo Baier immer ein „Familien-Ding“
„Nach 33 Jahren Fußball bei der SGSE ist es nun Zeit, dass auch mal andere Menschen in die Verantwortung treten“, sagt Thilo Baier. „Mein Bruder, beziehungsweise meine Brüder und ich durften die wahrscheinlich erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte miterleben und prägen. Und es war für mich auch immer so ein Familien-Ding. Das ist es nun auch nicht mehr. “ Bis in die Landesliga ging es bei der SG Sindringen/Ernsbach hoch. Vor zwei Jahren gelang der Double-Gewinn aus Bezirksliga-Meisterschaft und Bezirkspokalsieg. Seit der Gründung der SGSE zur Saison 2002/03 habe es keine Runde ohne einen Baier gegeben, postete Thilo Baier auf Instagram.
Im Gespräch mit der Hohenloher Zeitung betonte er aber, dass es keine getrennten Wege seien, die der Club und er gehen. „Es ist mein Heimatverein, mit dem ich immer noch verwurzelt bin“, sagt Baier. „Es endet einfach eine sportliche Ära. Sindringen und Ernsbach müssen sich neu aufstellen.“
Dreifachbelastung als Spieler und Funktionär bei der SGSE sowie Trainer in Neuenstein
Schon vor zwei Jahren hätte er beinahe aufgehört. Damals war er Abteilungsleiter sowie Spieler bei der SGSE und Trainer der Frauen des TSV Neuenstein, mit denen er in die Regionalliga aufstieg. Der Aufwand, beides weiter zu betreiben, wäre zu groß geworden. Doch dann musste er in Neuenstein gehen, und bei der SGSE hörte Maximilian Egner als Spielertrainer auf. Somit übernahm Thilo Baier kurzfristig das Traineramt bei seinem Heimatverein. „Da haben wir zuvor auch das Double mit der SGSE gewonnen, das wäre eigentlich der perfekte Abschied gewesen“, sagt Thilo Baier. „So war es nochmal ein kleiner Epilog. Und wir stehen auch jetzt auf einem Platz, mit dem wir zufrieden sein können.“ Die SGSE ist aktuell Vierter der Bezirksliga, könnte am Sonntag im direkten Duell den dritten Platz von der TG Böckingen erobern.
Doch warum kam es dann zum Entschluss aufzuhören. „Man macht sich ja schon länger Gedanken“, sagt Baier. „Ich musste recht viel alleine machen. Es haben sich zu wenige Leute gefunden, die unterstützen würden und werden. Es war wenig Entwicklung im Verein da. Es war zuletzt so, dass man mehr verwaltet als entwickelt. Ich bin aktuell Abteilungsleiter, Trainer, Co-Trainer und – wenn es sein muss – auch noch Spieler. Und damit bin ich andererseits auch angreifbar in meinen Entscheidungen. Ich habe das Gefühl, das Engagement wird nicht richtig wertgeschätzt.“
Nachfolge in der Abteilungsleitung ist noch nicht geregelt
Offen ist noch, wer seine Ämter übernehmen wird. „Vielleicht ist es jetzt auch eine Möglichkeit für die Führungsspieler und den Verein, die Fußballabteilung neu aufzustellen“, sagt Baier. Offen ist auch, was Thilo Baier in Zukunft machen wird. Pläne oder Angebote hat er aktuell keine. „Das hätte ich auch nicht gemacht, meinen Heimatverein mit was Anderem zu ersetzen. Vom Männerfußball werde ich erstmal etwas Abstand nehmen. Ich bin nicht der Typ, der sich sofort in etwas Neues stürzt“, sagt Thilo Baier. Im Frauenbereich könnte er sich hingegen schon eine neue Herausforderung vorstellen. Zu erfolgreich war seine Zeit beim TSV Neuenstein, der aktuell noch auf Trainersuche ist. Mit einigen Spielerinnen hat Thilo Baier noch Kontakt, zur Vereinsführung aber nicht. Trotz der schwierigen Trennung schließt er von seiner Seite aus eine Rückkehr nicht aus.
Doch im Moment gilt sein Fokus der aktuellen Saison und dem Heimspiel am Sonntag gegen den Tabellendritten TG Böckingen. „Wir können uns selbst auf Platz drei schießen, das wollen wir auch versuchen“, sagt Thilo Baier. „Vielleicht konzentriert sich jetzt der eine oder andere wieder mehr, seit ich gesagt habe, dass ich aufhören werde“, sagt Thilo Baier. „Aber ich kann es schwer einschätzen, welche Auswirkung es hat.“
Die Achse der Guten
Schon 2009 stellte die Hohenloher Zeitung die Besonderheit der Brüder Thilo, Christian und Manuel Baier bei der SG Sindringen/Ernsbach heraus, die in diesem Jahr alle drei gemeinsam in der ersten Mannschaft spielten. „Die Achse der Guten“ hieß die Überschrift, weil Thilo Baier als Innenverteidiger agierte, Manuel Baier im zentralen Mittelfeld spielte, und Christian Baier im Sturmzentrum aktiv war. Manuel Baier zog es aus Studiengründen weg, Christian Baier suchte kurz sein Glück beim Oberligisten FSV Hollenbach, wechselte dann aber wieder zu seinem Heimatverein zurück. Thilo Baier blieb stets bei der SGSE, nahm zwischendurch die Doppelbelastung mit Neuenstein auf sich.
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