Aus dem Trainer Thorsten Damm wird der Co-Trainer
Zum Saisonfinale tritt die Neckarsulmer Sport-Union am Samstagnachmittag in Pforzheim an. Für den Oberligisten stehen im Sommer einige Änderungen an inklusive Spieler- und Trainerwechsel. Fünf Neuzugänge und einige Abgänge stehen bereits fest.

Noch einmal müssen die Oberliga-Fußballer der Neckarsulmer Sport-Union ran, dann ist Sommerpause. Zum Finale einer Runde mit vielen Höhen in der ersten Saisonhälfte und Rückschlägen aufgrund einer Verletzungsmisere nach der Winterpause gastiert die NSU an diesem Samstag (15.30 Uhr) beim Tabellendreizehnten 1. CfR Pforzheim.
Es ist ein Spiel, in dem es für beide Seiten um nichts mehr geht. Die Gastgeber haben den Klassenerhalt sicher und Neckarsulm wird im Abschluss-Tableau auf Platz neun, zehn oder elf zu finden sein.
Vier Jahre als Cheftrainer gehen zu Ende
Und dennoch ist es eine ganz besondere Begegnung, eine, nach der sich durch betriebsinterne Personal-Rochaden, Abgänge und Neuverpflichtungen vieles verändern wird. Es ist der letzte Auftritt von Thorsten Damm nach vier Jahren als Cheftrainer und der letzte von Marcel Busch als Spieler. Wie berichtet, fehlt Damm ab diesem Sommer aus privaten Gründen die Zeit, um ganz vorne an der Seitenlinie seine Kommandos geben zu können. Er geht einen Schritt zurück, arbeitet zusammen mit Aydin Cengiz als Co-Trainer unter dem neuen Chefcoach Marcel Busch.
Es ist auch das letzte Spiel im Neckarsulmer Dress für Adrian Beck, der künftig in der Regionalliga für den SSV Ulm auf Punktejagd geht. Verlassen werden den Verein auch Seba Öztürk (FC Union Heilbronn), Pascal Hemmerich und Julian Retzbach (beide Ziel unbekannt). Steffen Elseg beendet seine Karriere.
Thorsten Damm spekulierte auf ein entspanntes Spiel

"Ich wünsche mir zum Abschied schon einen Sieg", will Damm seinen Chefsessel nur ungern mit einer Niederlage übergeben. Nach Wochen im Kampf um den Klassenerhalt ist Pforzheim durch.
Am Pfingstmontag unterlag der CfR (entstanden 2010 aus der Fusion des 1. FC und des VfR Pforzheim) im badischen Pokalfinale dem Karlsruher SC nach Elfmeterschießen, ist aber dennoch für den DFB-Pokal qualifiziert, da der KSC bereits als Drittliga-Tabellendritter über ein Startrecht für den nationalen Pokal verfügt.
Bei den Gastgebern dürfte die Luft raus sein. "Es sollte eigentlich ein entspanntes Spiel werden", spekuliert Damm. "Aber auch Pforzheim wird sich mit einem Sieg in die Pause verabschieden wollen. Sommerkick, bis am Ende doch giftig - alles ist möglich."
Loyalität und Verbundenheit
"2014 bis 2018 - von WM zur WM mit Thorsten", blickt NSU-Sportdirektor Marco Merz auf die Cheftrainer-Tätigkeit vom Damm zurück. "Es war eine dankbare und erfolgreiche Zeit für beide Seiten. Thorsten hat uns in die Oberliga geführt und die Mannschaft dort etabliert. Er steht loyal und in Verbundenheit zu unserem Verein." Und hält wohl auch deshalb den Neckarsulmern weiter die Treue.
"Er wird in Zukunft vielfältigere Aufgaben bei geringerem zeitlichem Aufwand übernehmen", berichtet Merz. "Es wird Zeiten geben, in denen Thorsten drei Mal die Woche zusammen mit Aydin als Co-Trainer auf dem Platz steht, und es wird Zeiten geben, in denen er Tätigkeiten in der Sportlichen Leitung übernimmt."
Neckarsulm im WM-Zyklus
In acht Jahren beschäftigte die Neckarsulmer Sport-Union nur zwei Cheftrainer, das ist im höherklassigen Amateurfußball eine eher lange Verweildauer. "Wir können mit dem WM-Zyklus ganz gut leben", sagt Merz, was schon fast einer vierjährigen Arbeitsplatz-Garantie für Nachfolger Marcel Busch gleichkommt.
Gewürdigt und geehrt wurde Damm im Beisein der Mannschaft und vieler Fans bereits nach der zurückliegenden Partie gegen Villingen. Dass der "badische Gastarbeiter" bleiben darf und bleiben will, unterstreicht die gegenseitige Wertschätzung. Somit war es eine Verabschiedung für einen, der nicht geht.
"Nach dem letzten Heimspiel war schon etwas Wehmut dabei. Die wäre jetzt aber deutlich größer, wenn das Kapitel Neckarsulm ganz geschlossen werden würde", sagt Damm. "Am Samstagabend gibt es noch unsere Saison-Abschlussfeier. Mal sehen, ob es eine große Sause gibt. Es läuft ja auch das Finale der Champions League."
Bisher fünf Neuzugänge für die Oberligasaison 2018/19
Die Personalplanungen für die dritte Saison in der Oberliga Baden-Württemberg sind noch nicht abgeschlossen. Doch die ersten Neuzugänge stehen fest. Vom Regionalligisten SV Waldhof Mannheim kehrt Jesse Weippert ins Unterland zurück. Der 23-Jährige begann einst in Siglingen das Fußballspielen, fand über die Spvgg Möckmühl den Weg in die Nachwuchs-Akademie der TSG 1899 Hoffenheim. Über die Hoffenheimer Zweite und den VfB Stuttgart II kam der Defensivspieler nach Mannheim. Mittelfeldspieler Mario Müller (24 Jahre) wechselt vom Landesligisten SV Schluchtern auf den Pichterich.
Neuzugang Nummer drei ist Maximilian Gebert (27), der auf der linken Außenbahn eingesetzt werden soll und zuvor für den FSV Hollenbach, SSV Ulm und wieder Hollenbach gespielt hat. Aktuell trägt er noch das Trikot des Verbandsligisten TSV Ilshofen. Der 18-jährige Flügelflitzer Amin Yazi aus Neuenstadt wechselt aus der A-Junioren-Oberliga-Truppe des SGV Freiberg zur NSU. Mit Stürmer Volkan Demir wird ein alter Bekannter begrüßt. Der 26-jährige Noch-Ilshofener spielte von 2014 bis 2016 für die Sport-Union in der Landes- und Verbandsliga. Derzeit ist der Mittelstürmer noch beim Verbandsliga-Absteiger TSG Öhringen unter Vertrag.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare