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Für Neuenstein II sind im Bezirkspokal aller guter Dinge drei

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Regionenligist TSV Neuenstein II setzt sich im Finale des Bezirkspokals nach zwei Finalniederlagen in Folge mit 8:7 im Elfmeterschießen gegen den SV Heilbronn am Leinbach durch. Doch auch der Verlierer ist zufrieden.

Die Neuensteinerinnen jubeln über das 1:0 durch Nikole Polny (Zweite von links). Am Ende war die Freude noch größer: Sie sind Bezirkspokalsieger.
Die Neuensteinerinnen jubeln über das 1:0 durch Nikole Polny (Zweite von links). Am Ende war die Freude noch größer: Sie sind Bezirkspokalsieger.  Foto: Ralf Seidel

Als Lara Fabienne Senf vom SV Heilbronn am Leinbach den insgesamt 14. Elfmeter im Elfmeterschießen des Pokalfinales verschossen hatte, dauerte es eine kurze Sekunde, bis die Neuensteinerinnen realisiert hatten, dass sie am Ziel ihrer Träume waren. Dann brach es aber aus ihnen heraus. Sie stürmten von der Mittellinie auf ihre Torhüterin Laura Prucha zu und fielen sich kollektiv in die Arme. Sekt- und Bierduschen sowie Siegergesänge durften auch nicht fehlen.

Pokalwettbewerb hat für Neuenheim II höhere Priorität

Nach zwei verlorenen Endspielen im Bezirkspokal in Folge hatte dieser Wettbewerb für den Regionenliga-Tabellenführer TSV Neuenstein II „in diesem Jahr die höhere Priorität. Denn es war einfach eine Sehnsucht, der wir hinterhergejagt sind“, erklärt Natalie Wied, die Trainerin der Reserve der Pink Ladies. Vor gut 150 Zuschauern in Ilsfeld setzten sich die Neuensteinerinnen mit 8:7 (2:2, 1:1) im Elfmeterschießen gegen den Ligakonkurrenten SV Heilbronn am Leinbach durch.

Bei den Verliererinnen wich die erste Enttäuschung über die Finalniederlage ganz schnell dem Stolz auf die Leistung. „Wir hätten den Pokalsieg gerne mitgenommen. Dennoch bin ich sehr zufrieden“, berichtet SVH-Spielertrainerin Nisane Gezer. „Die Mädels haben genau das umgesetzt, was wir in der Kabine besprochen hatten. Natürlich gibt es Kleinigkeiten, die man besser machen könnte. Aber eigentlich war es für mich gut. Das ist für uns wie ein Sieg.“

Pink Ladies sind technisch das bessere Team

Der Regionenliga-Spitzenreiter aus Hohenlohe war technisch das bessere Team. Doch die Heilbronnerinnen verteidigten fast alles weg. Die Taktik war, kompakt stehen und durch Konter gefährlich werden. Das ging auch auf. In der 17. Minute schepperte es doch im Kasten des SVH. Ein langer Ball rutschte durch, weil sich eine Heilbronnerin etwas verschätzt hatte. Und Nikole Polny zog direkt ab, der Ball schlug im langen Eck ein.

Dass die Unterländerinnen aber nicht nur das Spiel zerstören können, sondern auch feine Technikerinnen in ihren Reihen haben, bewiesen sie in der 29. Minute. Nach einem fast perfekt vorgetragenen Angriff über links parierte Prucha den Schuss. Gezer hielt den Ball im Spiel und legte für Lisa von der Heide auf, die zum 1:1-Ausgleich einschob.

Heilbronn verteidigt fast alles weg, auch wenn Neuenstein II einige Chancen hat

Nach dem Seitenwechsel spielten fast nur noch die Neuensteinerinnen. Es dauerte aber bis zur 60. Minute, ehe sie mal wieder gefährlich vor dem Kasten von Nelli Miller auftauchten. Dann aber gleich mit Erfolg. Polny behauptete sich erst gegen eine Heilbronnerin im gegnerischen Strafraum. Ihr erster Schuss wurde zwar geblockt. Doch im Nachsetzen gelang ihr das 2:1 (62.).

Doch fast vom Anpfiff weg ließen sich die Hohenloherinnen auskontern. Einen langen Pass erlief Gezer und ließ Prucha keine Chance. „Dieses Tor darf definitiv nicht fallen. Da waren wir vom Kopf her nicht da, haben gedacht, jetzt läuft es von selbst, nachdem wir wieder in Führung gegangen sind“, ärgert sich Wied.

Im Elfmeterschießen ist Neuenstein II zunächst im Hintertreffen

Final bestraft wurden die Neuensteinerinnen allerdings nicht, auch wenn ihnen in einer Schlussoffensive trotz guter Gelegenheiten kein weiterer Treffer mehr gelang. Im Elfmeterschießen zogen die Hohenloherinnen das Spiel. Das begann aber erst einmal mit einem Fehlschuss von Gina-Marie Müller. Erinnerungen an die vergangenen beiden Jahre, als die Hohenloherinnen den Gegner jeweils beim Feiern zuschauen mussten, kamen bei Wied hoch. Doch ausgerechnet Ludmilla Gaab, die extra fürs Elfmeterschießen eingewechselt worden war, vergab den entscheidenden zehnten Versuch, der dem Sieg für Heilbronn bedeutet hätte. Als kurz darauf auch Senf den Ball über die Latte drosch, war der TSV am Ziel.

TSV Neuenstein II: Prucha – Reuther, Retz, Ost – Seyfang, Müller – Schurwonn, Migl, Niemann – Polny, Yilmaz (61. Prell).

SV Heilbronn am Leinbach: Miller – Dierolf, Pfundt, Elekes, Senf – Von der Heide, Ensabella, Schmieg, Bulmus (89. Gaab) – Schwindtke, Gezer (77. Sönmezisik).

Tore: 1:0 Polny (17.), 1:1 Von der Heide (29.), 2:1 Polny (62.), 2:2 Gezer (62.).

Schiedsrichter: Malon Körber (Oberkessach), Marvin Dörr, Benjamin Grohe.

Umso schöner wird die Feier, ist sich Wied sicher. „Wir sind bereit dafür“, kündigt die TSV-Trainerin an. Erst in Ilsfeld, dann „wird in Neuenstein die Kabine abgerissen. Mal schauen, wie nüchtern wir wieder am Sonntag sind“, wenn die Neuensteinerinnen in der Regionenliga den ersten Matchball zum Titel bei der SGM Blaufelden/Wiesenbach/Schrozberg haben.

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