Hollenbachs Inas Music (rechts) versucht seinem Heilbronner Gegenspieler zu entwischen. Das Testspiel endete 1:1.
Foto: Marc Schmerbeck
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Das passte Karlheinz Sprügel überhaupt nicht. Die letzten 45 Testspielminuten des Oberligisten FSV Hollenbach waren beim 1:1 gegen den Verbandsligisten VfR Heilbronn so gar nicht nach seinem Geschmack. „Eine Katastrophe“ sei es aus seiner Sicht gar gewesen.
Hollenbacher Leistung in Halbzeit zwei stößt auf Unverständnis
„Das ärgert mich halt. Es ist für mich unverständlich, wie man so eine gute erste Halbzeit spielen kann und dann geht in der zweiten gar nichts mehr“, meinte Sprügel, der zu den ersten 45 Minuten allerdings sagte „das war super, der Hammer“.
Insgesamt zeigte er sich mit der Winter-Vorbereitung auch zufrieden. „Aber das ist alles egal, am Samstag zählt es“, sagte Sprügel. Dann geht es zum Auftakt der Restrückrunde zum Schlusslicht FC Denzlingen. „Vor allem mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden“, sagte im Gegensatz dazu VfR-Trainer Andreas Lechner. Es war erst der zweite Test unter seiner Regie für die Heilbronner. Er wolle nicht zurückblicken, sondern nur nach vorne schauen.
„Ich glaube, ich habe jetzt auch nicht groß etwas geändert und habe den Fußball auch nicht neu erfunden, sondern ich glaube, wir haben einfach die Jungs ein bisschen sensibilisiert, was uns wichtig ist.“ Im Umschaltspiel habe er ein bisschen was verändert, „dass wir da, glaube ich, schneller wieder in die Grundordnung zurückkommen“.
Seine Mannschaft hatte eine gute Kompaktheit und eine ordentliche defensive Struktur. „Wir sind auf einem guten Weg“, meinte Lechner. Für den Verbandsliga-Letzten geht es in der Rückrunde nur um den Klassenerhalt.
VfR-Trainer spricht von Mammutaufgabe
„Zu dem Zeitpunkt lügt eine Tabelle wohl nicht mehr. Und wenn man Letzter ist, dann steht man da wohl nicht durch Zufall. Aber die Jungs nehmen es an. Und wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass wir es schaffen können, dass es trotz der Mammutaufgabe machbar ist, hätte ich den Job auch nicht angenommen.“
Tore: 1:0 (26.) Hannes Scherer, 1:1 (57.) Anthony Syhre; Schiedsrichter: Janik Wieland.
Auch für den Oberliga-Drittletzten Hollenbach geht es in erster Linie um den Klassenerhalt. „In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass es nicht reicht, wenn nicht jeder an seinem Limit ist“, sagte Kapitän Sebastian Schiek. „Defensiv waren da die Abstände zu groß. Da fehlen dann auch noch ein paar Prozent Das ist dann eine Kettenreaktion, wenn einer zu spät kommt. Aber in einem Rundenspiel hat man einfach mehr Power als in einem Testspiel.“
Insgesamt sei aber auch er mit der Vorbereitung zufrieden. Das große Plus aktuell: Außer den Langzeitverletzten Ivan Beslic und Joshua Klöpfer, der demnächst wieder ins Training einsteigen könnte, stehen Trainer Reinhard Schenker alle Spieler zur Verfügung.
„Das bringt auch Konkurrenzkampf mit sich und der tut uns gut“, sagt Schiek. „Jeder bekommt etwas Druck von dem, der hintendran steht.“
Julian Schiffmann sieht das Heilbronner Team auf dem richtigen Weg
Nach 45 Minuten durfte Julian Schiffmann durchschnaufen, sich das Testspiel des VfR Heilbronn am Samstag im zugigen Hollenbach von der Seitenlinie aus ansehen. Die Bedingungen ist der Neuensteiner aber auch nur zu gut gewohnt. Von 2013 bis 2017 spielte er selbst beim Hohenloher Oberligisten. Nach den Stationen SGV Freiberg, TSG Backnang, TSV Ilshofen und Sport-Union Neckarsulm landete der 34-Jährige 2024 beim VfR Heilbronn. Dort muss er aktuell eine ganz schwierige Saison durchstehen.
Der Verbandsligist steht auf dem letzten Tabellenplatz, hat in Andreas Lechner nun nach Markus Lang und Manuel Fischer schon den dritten Trainer. In der in eineinhalb Wochen beginnenden Rest-Rückrunde geht es für den VfR nur darum, die Klasse zu halten – irgendwie.
Beim 1:1 in Hollenbach präsentierte sich das Team defensiv gut strukturiert. Schiffmann lobte aber auch seinen Ex-Club. „Die Hollenbacher waren spielstark“, sagte er über den FSV. „Das System mit zwei Stürmern und zwei Zehnern ist ganz unangenehm im Zentrum zu verteidigen. Wenn man da nicht mutig durchschiebt – und das haben wir gemacht –, dann spielen sie quasi im Zentrum Katz und Maus und kommen durch Steil-Klatsch-Aktionen nach vorne.“
Heilbronn stand kompakt in der Defensive
In der zweiten Halbzeit waren die Heilbronner besser im Spiel. „Das war dann das alte Lechner-Spiel. Kompakt stehen und ins Umschalten kommen“, sagte Schiffmann. Genau diese defensive Stabilität hatte bei Lechner in seinen ersten Tagen beim VfR auch Priorität. Gerade auch in einem Spiel gegen einen Oberligisten. „Wir werden jetzt aber auch noch am Spiel mit dem Ball arbeiten“, meinte der Coach, der seinem Team auch eine gewisse Flexibilität vermitteln will.
Genau diese Kompaktheit fehlte teilweise in der Hinrunde. „Also vor allem unter Manu Fischer haben wir schon hoch oder Mann gegen Mann verteidigt – also über den ganzen Platz“, sagte Schiffmann. „Das hat sich dann zum Ende der Hinrunde eingespielt. Trotzdem haben die Ergebnisse gefehlt. Insgesamt haben wir natürlich zu viele Tore kassiert.“
In der Rückrunde gilt es nun, den Spagat zwischen defensiver Stabilität und offensiver Gefährlichkeit hinzubekommen, um die Klasse noch halten zu können. „Wir müssen Spiele gewinnen und zwar echt viele. Es geht auch darum, möglichst nicht in Rückstand zu geraten“, sagte Schiffmann. „Und gerade dafür finde ich unseren aktuellen Stand eigentlich gut. Also wir haben jetzt eineinhalb Wochen mit Andi, und ich finde, der hat die Dinge in dieser Zeit klar rübergebracht. Es wird geil, ich freue mich schon, wenn es wieder losgeht.“
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