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Fußball-Oberliga

Eine starke Hälfte reicht Hollenbach in Karlsruhe  nicht

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1:2-Niederlage beim Karlsruher SC II: Hollenbacher Leistungssteigerung in Halbzeit zwei bleibt unbelohnt.

Die Hollenbacher um Torjäger Hannes Scherer kämpften sich in Karlsruhe zwar zurück ins Spiel. Doch ihre Bemühungen in der zweiten Spielhälfte wurden auch nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich nicht belohnt.
Foto: Marc Schmerbeck
Die Hollenbacher um Torjäger Hannes Scherer kämpften sich in Karlsruhe zwar zurück ins Spiel. Doch ihre Bemühungen in der zweiten Spielhälfte wurden auch nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich nicht belohnt. Foto: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck

Der FSV Hollenbach hat am Sonntag die Chance verpasst, sich gegen einen direkten Konkurrenten nach vorne ins Mittelfeld der Oberliga Baden-Württemberg zu schieben. So stehen die Hohenloher nach der 1:2 (0:1)-Niederlage beim Karlsruher SC II weiter auf Platz 14, der voraussichtlich den Abstieg bedeuten würde.

Spiel mit zwei unterschiedlichen Hälften

Trainer Reinhard Schenker sah eine Partie mit zwei völlig unterschiedlichen Spielhälften - und einer verpassten Möglichkeit, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. „Eine gute Halbzeit reicht dann eben nicht“, sagte er, um sofort einzuschränken: „Dem KSC hat es in diesem Fall gereicht.“ Denn in den ersten 45 Minuten waren die Gastgeber das tonangebende Team, in den zweiten 45 Minuten war Hollenbach besser.

Punkt wäre für Hollenbach verdient gewesen

„In der zweiten Halbzeit hätten wir auf jeden Fall einen Punkt verdient gehabt“, bilanzierte Schenker nach Spielende. Tatsächlich zeigte seine Mannschaft nach der Pause ein ganz anderes Gesicht, nachdem sie zuvor lange Zeit kaum Zugriff auf das Spiel hatte. Im ersten Durchgang dominierten die Gastgeber klar. Hollenbach agierte zu zögerlich, traf im Spielaufbau häufig die falschen Entscheidungen und spielte dem Gegner immer wieder in die Karten.

Hollenbach war zu Beginn nicht mutig genug

„Wir waren nicht mutig genug und haben den Plan überhaupt nicht umgesetzt“, kritisierte Schenker deutlich. Besonders das Pressing des KSC II bereitete große Probleme - auch, weil der FSV immer wieder die vom Gegner gewünschte Seite bespielte und so Ballverluste hatte. Die Pausenführung der Karlsruher ging dementsprechend in Ordnung. Nico Engel sorgte in der 37. Minute für das 1:0: Er luchste FSV-Kapitän Sebastian Schiek das Spielgerät ab, der dieses nach einem langen Ball erlaufen hatte. Manager Karlheinz Sprügel hatte dabei ein Foul erkannt – auch Schiek sagte nach der Partie gefoult worden zu sein. Engel überlupfte schließlich Hollenbachs Torhüter Nico Purtscher. „Ein vermeidbares Tor“, befand Schenker.

Anpassungen zeigen Wirkung

Erst nach taktischen Anpassungen zur Pause wendete sich das Blatt. Mit mehr Präsenz im Zentrum bekam Hollenbach Zugriff auf die Partie. „Das war ein komplett anderes Spiel, auch von der Körpersprache her“, sagte Schenker. Seine Elf dominierte nun das Geschehen, erspielte sich mehrere hochkarätige Chancen und kam folgerichtig zum Ausgleich durch Felix Limbach (68.). „Da haben wir gekämpft und gut gespielt“, sagte Sprügel. „Leider sind wir nicht belohnt worden.“

Karlsruher SC II: Heering – Sihlaroglu (89. Hampp), Engel (82. Gerold), Kritzer, Behr, Dühring (84. Mahle), Arbai (60. Weißer), Sür (82. Dettling), Distelzweig, Bicki, Manai.

FSV Hollenbach: Purtscher – Engelmann, Breuninger (78. Wink), Schülke, Jonas Limbach, Scherer, Specht, Gesell (46. Felix Limbach), Schiek, Omerovic, Knapp (76. Hofmann).

Tore: 0:1 (37.) Nico Engel, 1:1 (68.) Felix Limbach, 2:1 (76.) Bekem Can Bicki.

Schiedsrichter: Koray Aydin.

Zuschauer: 202.

Denn neun Minuten später erzielte Bekem Can Bicki das 2:1. „Da sind wir eigentlich in einer Zweikampf-Situation im Zentrum, in der wir den Ball eigentlich schon relativ sicher haben. Doch es wurde zu einem Einwurf für den Gegner“, schilderte Schenker die entscheidende Szene. „Die machen es dann schnell, ein Spieler im Zentrum läuft durch und wir lassen komplett blank.“ Bicki schloss aus zehn Metern ohne Mühe ab. „Das war dann in dem Fall schläfrig. Da muss man sagen, das war nicht schlecht gemacht, sondern einfach nicht aufmerksam und wir haben in der Situation zu lange gebraucht, um die Situation richtig einzuschätzen“, ärgerte sich Reinhard Schenker.

Chancen nicht genutzt

Ein großes Hollenbacher Problem in der zweiten Hälfte war die Effizienz. „Wir hatten drei, vier Riesenchancen und hätten das Spiel drehen können“, sagte der Trainer. Trotz aller Kritik am ersten Durchgang zog Schenker auch Positives aus der Partie: „Man hat gesehen, dass wir den Gegner bespielen können, wenn wir mutig sind und unseren Plan umsetzen.“

So stand am Ende eine Niederlage, die aus Sicht der Hollenbacher vermeidbar war – und im Abstiegskampf besonders schmerzt. „In der Tabelle ist zum Glück nicht viel passiert“, sagte Sprügel. „Jetzt müssen wir aber gegen Singen den Dreier einfahren.“ Das nächste Spiel der Hollenbacher findet zu Hause bereits am 1. Mai statt – einem Freitag.

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