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Fußball-Bundesliga
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Ein Titel für den VfB Stuttgart und weitere Thesen zum Ligastart

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Gibt es einen neuen Torrekord? Spielt Hoffenheim bald europäisch? Ein Blick in die Glaskugel, bevor die Bundesliga am Freitag weitergeht.  

Atakan Karazor (Mitte) würde als Kapitän des VfB Stuttgart gerne auch im Mai 2026 eine Trophäe in die Höhe recken.
Atakan Karazor (Mitte) würde als Kapitän des VfB Stuttgart gerne auch im Mai 2026 eine Trophäe in die Höhe recken.  Foto: Marijan Murat

Am Freitag startet die Bundesliga mit Spieltag 16 ins Kalenderjahr 2026. Wir haben einen Blick in die Glaskugel gewagt und fünf Thesen zur zweiten Saisonhälfte 2025/26 aufgestellt. 

Harry Kane knackt Robert Lewandowskis Torrekord: 19 Tore hat Harry Kane in den bisherigen 15 Ligaspielen erzielt. Damit ist der Bayern-Stürmer rein rechnerisch auf Kurs, die Bestmarke von Vorgänger Robert Lewandowski zu brechen. In zwölf Bundesliga-Spielzeiten hätten diese 19 Treffer am Saisonende für den Titel des Torschützenkönigs gereicht. Bei seiner Bestmarke von 41 Treffern 2021/22 kam Robert Lewandowski in den ersten 15 Saisonspielen auf „nur“ 16 Treffer. „Ich denke, das ist möglich, vor allem mit dem Start, den ich in diesem Jahr bisher hatte“, sagt Kane über die Ambitionen, sich ins Liga-Geschichtsbuch zu schießen. „Kane wird den Lewandowski-Rekord nicht knacken und am Ende der Saison bei 26 Toren landen“, prognostiziert Sky-Experte Dietmar Hamann. Für Kane-Verhältnisse wären sieben Treffer in noch 19 Ligaspielen quasi Ladehemmung. Mehr spricht dafür, dass der Kapitän er englischen Nationalmannschaft 2026 so weitermacht, er sich für die WM warmballert und am Saisonende auch im Ü40-Bereich landet. Was ganz sicher scheint: Kane holt den Torkanonen-Hattrick, wird zum dritten Mal nacheinander bester Bundesligatorschütze, denn die Verfolger Luis Diaz (FC Bayern) oder Deniz Undav (VfB Stuttgart) haben mit erst acht Saisontreffern einen zu großen Rückstand auf Harry Kane.

Duell zweier Europapokal-Aspiranten: Stuttgarts Josha Vagnoman (rechts) im Zweikampf mit Hoffenheims Alexander Prass.
Duell zweier Europapokal-Aspiranten: Stuttgarts Josha Vagnoman (rechts) im Zweikampf mit Hoffenheims Alexander Prass.  Foto: Uli Deck

Europa League oder DFB-Pokal? In beiden Wettbewerben hat der VfB eine Titelchance

Der VfB holt wieder einen Titel und ein Quintett fährt zur WM: „Wir sitzen in drei Wettbewerben am Tisch und nicht auf den schlechten, sondern auf den besseren Plätzen“, hat VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem Jahresabschluss 2025 gesagt. Deutscher Meister wird der VfB nicht, aber in den beiden Pokalwettbewerben stehen die Chancen auf einen erneuten Cup-Coup nicht schlecht. Als Neunter im aktuellen Europa-League-Ranking winkt der direkte Achtelfinal-Einzug. Der VfB stellt bisher das viertjüngste Team mit der drittgefährlichsten Offensive im Wettbewerb, in dem es keine Übermannschaft gibt, die unschlagbar wirkt. „Habt ihr vor ein paar Tagen das Europa-League-Finale gesehen?“, fragte Jamie Leweling im vergangenen Mai bei den Pokalfeierlichkeiten auf dem Schlossplatz. Tottenham hatte als Liga-17. gerade den Europa-League-Pott in die Höhe gereckt. Für Leweling die logische Schlussfolgerung daraus: „Das heißt: Wir können den scheiß Europapokal gewinnen.“ Die Titelchance ist definitiv im DFB-Pokal am größten, dort geht es am 4. Februar mit dem Viertelfinale bei Zweitligist Kiel weiter. Mit einem Mai-Erfolg in einem der beiden Pokalwettbewerbe geht es dann für ein Stuttgarter Quintett im Deutschland-Trikot zur WM. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt nämlich auf Deniz Undav, Angelo Stiller, Jamie Leweling, Maximilian Mittelstädt und Alexander Nübel.

Die TSG Hoffenheim qualifiziert sich für Europa: Der Kraichgauclub ist die positive Überraschung der bisherigen Bundesligasaison. Ein großer Einbruch bleibt aus. Der aktuelle Fünfte landet in den Top Sieben im Endklassement, was für die Europapokalqualifikation ausreicht. Die Balance zwischen Offensiv und Defensive stimmt, das physisch-aggressive, laufintensive Spiel zermürbt auch 2026 viele Konkurrenten, die noch auf zwei oder drei Hochzeiten tanzen. Die TSG kann sich voll und ganz auf die Liga konzentrieren. Flügelflitzer Bazoumana Touré glänzt aktuell für die Elfenbeinküste beim Afrika Cup und wird das danach auch wieder im Kraichgau tun. Die traditionellen Frühjahrstore von Andrej Kramaric sorgen für die fünfte Europapokalteilnahme der Vereinsgeschichte.

Urs Fischer schafft die Wende mit Mainz 

Mainz 05 schafft noch den Klassenerhalt: Als Schlusslicht startet der FSV in die Restsaison. Doch am Ende jubelt man beim selbsternannten Karnevalsverein über ein Happy End. Der Grund heißt Urs Fischer. Der Schweizer Trainer macht es wie einst bei Union Berlin. Nicht schön spielen, sondern erfolgreich mit langen Bällen und ganz viel Kampf. Schönheitspreise gibt es für die anderen, während Mainz die Klasse hält. 

Einer der beiden Aufsteiger rutscht noch ganz unten rein: Erstmals seit der Saison 2020/21 steht kein Aufsteiger zu diesem Saison-Zeitpunkt auf einem der direkten Abstiegsplätze. Das liegt an einem starken Saisonstart des 1. FC Köln und der Heimstärke des Hamburger SV. Beide Aufsteiger haben bereits 16 Zähler geholt, doch die vier, fünf Punkte Vorsprung auf Rang 16 und 17 sind schnell verspielt, weil die Aufstiegseuphorie nicht 34 Spieltag anhalten kann. 

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