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Fußball-Oberliga

Dramatische Zahlen: Weitere Niederlage für Türkspor Neckarsulm

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Türkspor Neckarsulm unterliegt am 27. Spieltag dem Tabellenvierten Nöttingen und rutscht in der Tabelle auf den drittletzten Platz. Warum  Spielertrainer Adrian Grupp Glück gehabt hat.

Türkspor Neckarsulm: Mit einem Glückstreffer aus ganz spitzem Winkel brachte Benedikt Fassler (links) den FC Nöttingen bereits nach vier Minuten in Führung.
Türkspor Neckarsulm: Mit einem Glückstreffer aus ganz spitzem Winkel brachte Benedikt Fassler (links) den FC Nöttingen bereits nach vier Minuten in Führung.  Foto: Alexander Bertok

Der Abwärtstrend von Türkspor Neckarsulm in der Oberliga Baden-Württemberg hält an. Nach dem 1:4 gegen den FC Nöttingen am Samstagnachmittag ist der Abstieg wieder einen Schritt näher gerückt. Die Zahlen sind dramatisch: Es war die fünfte Niederlage in Folge und das siebte Spiel in Serie ohne einen Sieg.

„Nöttingen hat nicht umsonst den besten Angriff der Liga.“

Julian Grupp

Beängstigend dabei ist die Anzahl der Gegentreffer aus den vergangenen drei Partien. Der Drittletzte kassierte gegen Denzlingen (3:4), Ravensburg (1:3) und den FCN elf Tore. Eine Bilanz, die viel Ratlosigkeit hinterlässt. „Nöttingen hat nicht umsonst den besten Angriff der Liga. Und wenn du es gegen diese Qualität nicht schaffst, sie vorne unter Druck zu setzen, bekommst du Probleme“, sagte Türkspor-Spielertrainer Julian Grupp.

Kein Ausweg aus Abwärtsspirale: Alarmierende Bilanz von Türkspor Neckarsulm

Der Coach der Neckarsulmer haderte mit dem mangelnden Offensivdrang, aber auch dem fehlerhaften Spiel seiner Mannschaft gegen den Ball. Nach dem 0:3-Rückstand und dem 1:3 zur Halbzeit hatte Grupp vergeblich auf eine Aufholjagd gehofft. „Ich glaube, dass es ein verdienter Sieg war. Wir waren in der ersten Hälfte klar die bessere Mannschaft und hatten viel Kontrolle“, sagte FCN-Trainer Dennis Will.

Nöttingen war unter der Woche Spitzenreiter VfR Aalen mit ganz viel Aufwand knapp 2:3 unterlegen. Dennis Will fügte zum Geschehen nach der Pause auf dem Pichterich-Kunstrasen an: „Zum Abschluss der Englischen Woche ging es für uns darum, dass wir nochmal alles stabil wegverteidigen und kein weiteres Gegentor bekommen. Wir wussten: Fällt das 2:3, dann könnte es nochmals unangenehm werden. Ich bin vollkommen zufrieden mit unserem Auftritt und auch dem Ergebnis.“

0:3-Rückstand für Türkspor nach 31 Minuten

Bereits nach vier Minuten war der Matchplan der Neckarsulmer durchkreuzt. Nach einem Eckball über die komplette Türkspor-Abwehr hinweg, erzielte Benedikt Fassler zwei Meter hinter dem zweiten Pfosten mit einem Glückstreffer aus ganz spitzem Winkel das 1:0 für den FC Nöttingen. Per Doppelpack erhöhte Tasos Leonidis auf 3:0 – zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal 31 Minuten gespielt. 

„Ich hatte Glück, dass es keine Notbremse wird: Lässt er sich fallen, gibt es die Rote Karte.“

Julian Grupp

Stand Julian Grupp beim 0:1 gegen zwei Gegner auf verlorenem Posten, versuchte er beim 0:2 Leonidis vergeblich mit einer Grätsche vom Ball zu trennen. „Ich hatte Glück, dass es keine Notbremse wird: Lässt er sich fallen, gibt es die Rote Karte“, meinte Grupp über seinen risikobehafteten Rettungsversuch. Leonidis umspielte Keeper Kevin Rombach und schob den Ball ins leere Tor.

Tor von Cristian Giles Sanchez bringt nicht die Wende

Dem 0:3 war eine genaue Diagonalflanke vorangegangen, die Leonidis ins Tor köpfte. Das 1:3 durch Cristian Giles Sanchez (37.) brachte nicht die Wende. Nach dem Seitenwechsel hatte Türkspor mehr Ballbesitz, agierte aber glücklos. Ein Tor von Giles Sanchez wurde wegen Abseits aberkannt. 

Ein Abschluss von Pascal Sohm fand ebenso wenig den Weg ins Gäste-Tor wie ein Kopfball von Giles Sanchez, den FCN-Keeper Thilo Marksteiner von der Linie holte. In den letzten zehn Minuten setzte Türkspor alles auf eine Karte, wurde aber nach einem klaren Foul im Strafraum an Mamadou Cellou Bah um einen Elfmeter betrogen. Mit der letzten Aktion des Spiels erzielte Albin Sahiti das 1:4. 

Jetzt geht es gegen Bietigheim, Normannia Gmünd und Göppingen

„Wir haben kein Spielglück, sondern nur Pech“, hakte Julian Grupp die Niederlage ab und blickte voraus auf die richtungsweisenden Partien in Bietigheim-Bissingen (17. Platz) gegen Normannia Gmünd (12.) und beim Göppinger SV (15.). „Jetzt kommen die Spiele, die du gewinnen musst, wenn wir da hinten raus wollen. Wir müssen liefern.“

Türkspor Neckarsulm: Rombach, Kilic (79. Erdem), Grupp, Hellmann, Marmein (68. Lettieri), Alabas, Brockman (56. Bah), Di Biccari, Divkovic (68. Seybold), Sohm, Giles Sanchez.

Tore: 0:1 Fassler (4.), 0:2 Leonidis (16.), 0:3 Leonidis (31.), 1:3 Giles Sanchez (37.), 1:4 Sahiti (90.).

Schiedsrichter: Jonathan Woldai (SV Bonlanden).

Zuschauer: 120.

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