Debakel der DFB-Elf gegen Slowakei: Blamage von Bratislava offenbart Nagelsmanns Probleme
Mit weiteren blutleeren und planlosen Auftritten wie beim 0:2 in der Slowakei verpasst die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die WM 2026, meint unser Autor.
Die Blamage von Bratislava war nicht einfach ein von der Nationalelf verlorenes Länderspiel. Die Dimension der Pleite ist historisch: Erst zum vierten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaften ging eine deutsche Mannschaft nach einem Qualifikationsspiel als Verlierer vom Platz, erstmals bei einem Auswärtsspiel. Doch der Zeitpunkt ist ein Problem, die Art und Weise das noch viel größere.
Deutscher Fehlstart in WM-Qualifikation: Keiner redet das Debakel der DFB-Elf schön
Die Qualifikation für die Mega-WM 2026 in Kanada, den USA und Mexiko ist in der deutschen Gruppe ein nur sechs Spiele kurzer Sprint. Nach dem eklatanten Fehlstart droht tatsächlich erstmals eine WM-Endrunde verpasst zu werden – nur der Gruppensieger ist direkt dabei. Immerhin hat Deutschland einen Platz in den Playoffs sicher, wo sich 16 Mannschaften um die restlichen vier Plätze balgen.
Klar ist schon jetzt: Mit so einem blutleeren und planlosen Auftritt wie am Donnerstagabend führt kein Weg nach Amerika. Das Gute am Schlechten: Keiner redete das Debakel schön – wie auch? Bundestrainer Julian Nagelsmann hat einen klaren Blick auf die Dinge, vermisste vor allem die Emotionalität, Kapitän Joshua Kimmich bemängelte die Einstellung. Da spielte keine Mannschaft. Sind die deutschen Spieler zu satt, zu bequem, ganz einfach überschätzt?
Verlorene WM-Qualifikation gegen Slowakei – Nationalmannschaft hat Blick für die Realität verloren
Die Probleme seiner Spieler sind zu einem kaum lösbaren Problem für den Bundestrainer geworden – verletzte, fehlende Leistungsträger hin oder her, bessere Spieler hat er nicht. Ein weiteres Problem ist die Bilanz: dritte Niederlage in Folge, seit sechs Spielen kein Sieg. So kann man nicht am ausgerufenen Ziel WM-Titel festhalten. So macht man sich auch nach dem Abpfiff weiterhin lächerlich. Die Idee erodiert. Die Nationalmannschaft hat den Blick für die Realität verloren. Zudem die Fans.
Weder ein Trainer- noch ein Personalwechsel lösen die Probleme. Die Zeit drängt. Die Schicksalsgemeinschaft bleibt zusammen, hat bereits am Sonntag die Chance es besser zu machen: in Köln gegen Nordirland, eine emotionale, kämpferische Mannschaft. Das deutsche Team ist gut beraten, klein und nicht mehr zu groß zu denken. Auf geht´s Deutschland, kämpfen. Und dadurch vielleicht sogar wieder siegen.
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