Bittere Pleite für Türkspor Neckarsulm gegen Schlusslicht
Oberligist Neckarsulm verliert Heimspiel nach Defensivschwächen gegen effektiven FC Denzlingen 3:4. Gastgeber rutschen im Kampf um den Klassenerhalt auf Platz 14 zurück.

Vor dem Spiel herrschte unter dem Anhang des Oberligisten Türkspor Neckarsulm große Zuversicht, nach vier sieglosen Spielen endlich wieder einen Dreier feiern zu können. Doch nach dem Abpfiff war es der Tabellenletzte FC Denzlingen, der mit einem 4:3-Sieg auf dem Pichterich-Kunstrasen überraschend alle drei Punkte nach Südbaden entführte und dabei die Neckarsulmer ein Stück weit tiefer in den Tabellenkeller auf Rang 14 riss.
„In der ersten Halbzeit waren wir eine tote Mannschaft, da haben wir das Spiel verloren“, monierte Türkspor-Spielertrainer Julian Grupp, nach der Pleite gegen den Verein mit der schlechtesten Trefferbilanz in der Oberliga. „Wenn du gegen so einen Gegner vier Tore schluckst, hast du es nicht verdient, zu gewinnen.“ Für die Leistung nach der Pause will Grupp seinem Team die Oberligareife nicht absprechen, für die Darbietung in Durchgang eins dagegen schon: „Das hatte generell mit Fußball nichts zu tun“.
Denzlingen nutzt ersten Torabschluss zur Führung
Türkspor notierte zunächst die aussichtsreicheren Szenen, jedoch ohne klare Abschlüsse. In der 18. Minute fiel dann aus dem Nichts mit ihrem ersten Torschuss die Führung für die Gäste. Oktay Erdem köpfte weit vor dem Strafraum den Ball Richtung eigenes Tor, dabei aber in den Lauf des Denzlingers Nikita Ebel, der zum 0:1 einnetzte.
Von Türkspor ging in der Folge kaum Gefahr aus. Aber auch Denzlingen setzte in der Offensive aus dem Spiel heraus nur wenig Akzente, dafür aber durch Freistöße. Nachdem Martin Butov mit einem ersten Versuch noch knapp das Ziel verfehlte, war der FCD-Spieler in der 37. Minute erfolgreich und zirkelte den Ball aus rund 30 Metern zum 0:2 in den Winkel.
Türkspor Neckarsulm startet engagiert in zweite Halbzeit
Minutenlang stand das Türkspor-Trainerteam Grupp, Robin Neupert, Enzo Romano und Marco Sautter nach dem Pausenpfiff zusammen. Was das Quartett da besprochen hatte, trug zunächst Früchte, denn das Team kam engagierter aus der Kabine zurück und belohnte sich mit dem 1:2 durch Cristian Giles Sanchez (59. Minute). Wenig später scheiterte Lettieri an Gümpel. Dann war es eine extrem unglückliche Szene, die zum 1:3 führte (70.). Beim Versuch von Türkspor-Keeper Kevin Rombach eine Situation zu bereinigen, prallte der Ball von Nick Hellmann ins eigene Tor. Die Gastgeber kamen zurück. Burak Alabas erzielte das 2:3 (74.) und Giles Sanchez das 3:3 (76.).
Nun lag die Wende in diesem Spiel in der Luft. Doch Gümpel verhinderte per Fußabwehr das 4:3 (78.). Dann fiel der Siegtreffer, jedoch für den FCD. Nach einem Konter grätschte Ebel in einen scharfen Querpass und drückte den Ball zum 3:4 über die Linie (85.).
Wildes Spiel auf rutschigem Kunstrasen
Der Jubel im Lager des FC Denzlingen hielt sich in Grenzen, trotz des Erfolgs sind dessen Chancen auf den Klassenerhalt minimal. Die Freude über die Saisonpunkte 14, 15 und 16 war dennoch groß. „Im Vergleich zu den letzten Wochen und Monaten haben wir heute aus wenigen Chancen die Tore gemacht“, sagte FC-Trainer Marco Dufner. „Es war ein wildes Spiel auf einem sehr rutschigen Platz und sicherlich nicht schön anzusehen. Aber meine Jungs haben nach dem 3:3 Moral gezeigt. Wir sind glücklich über den Sieg.“ Auf Neckarsulmer Seite herrschte dagegen Katerstimmung – die Negativserie hält an und sorgt für viel Frust.
„Was kriegen wir für Eiertore in der zweiten Halbzeit“, klagte Co-Trainer Robin Neupert. „Wir kommen zum 3:3 zurück, sind am Drücker und dann kriegst du so einen Treffer zum 3:4.“ Julian Grupp wäre auch mit einem Unentschieden nicht zufrieden gewesen: „Ob du am Ende des Tages 3:3 spielst oder 3:4, ist egal – ein Punkt bringt im Abstiegskampf nichts gegen so eine Mannschaft.“
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