Viel Verantwortung für die Kleinsten
Diane Specht arbeitet als Kinderkrankenschwester in der Neonatologie am Gesundbrunnen

Lächelnd beugt sich Diane Specht über das kleine Wesen, das zufrieden schlafend in seinem Bettchen liegt. "Guten Morgen, du kleine Maus", flüstert sie und streichelt dem Mädchen über das winzige Händchen.
Anna öffnet die Augen, reckt und streckt sich. In einer Stunde wird ihre Mama kommen und sie nach Hause holen. Sechs Wochen zu früh ist die Kleine geboren. Diese Zeit bis zum errechneten Geburtstermin hat sie − medizinisch und pflegerisch rund um die Uhr intensiv überwacht − in der neonatologischen Abteilung der Heilbronner SLK-Kinderklinik am Gesundbrunnen verbracht.
Ein letztes Mal wechselt Kinderkrankenschwester Diane Specht dem Baby die Windeln, gibt ihm den Schoppen, checkt, ob alles in Ordnung ist. Das Frühchen hat den Entwicklungsrückstand locker aufgeholt. Jetzt ist alles gut.
Diane Specht liebt ihren verantwortungsvollen Beruf. Der ist zwar anstrengend, für sie aber auch ein Stück Berufung. "Ich wollte schon immer Kinderkrankenschwester werden", sagt die 38-Jährige, die in Südbaden geboren ist und in Freiburg ihre Ausbildung gemacht hat. Sie hat dort auf der Kinderintensivstation gearbeitet, später war sie am Schwäbisch Haller Diak, dann in Elternzeit. In den Beruf zurück fand sie über einen ambulanten Pflegedienst. Ein Jahr später bewarb sie sich am Gesundbrunnen. Die Stelle hat sie gleich bekommen: "Kinderkrankenschwester ist ein gesuchter Beruf." Auf der Station C 55 arbeitet sie seit eineinhalb Jahren, hat dort einen 50-Prozent-Job in Früh-, Spät- und Nachtschicht, weitere 30 Prozent steht sie bei einem ambulanten Kinder-Pflegedienst unter Vertrag. Als Mutter zweier gesunder Kinder kann sie gut nachvollziehen, in was für einer belastenen Ausnahmesituation sich Eltern kranker, behinderter oder zu früh geborener Kinder befinden. Gerne begleitet sie sie ein Stück auf diesem Weg, stützt und motiviert sie.
"Die Arbeit hier auf der Station C 55 erdet mich, sie erinnert mich daran, wie dankbar ich für meine zwei gesunden Kinder sein muss", sagt die bekennende Christin. Sie ist auch konfrontiert mit Schicksalen, mit verzweifelten Eltern, mit Kindern, die nicht überleben oder behindert bleiben werden. "Das zu verarbeiten, gelingt mir durch den Rückhalt bei Kollegen, meiner Familie und Freunde und durch meinen Glauben."
Diane Specht gehört zu einem Team von 28 Pflegekräften in der neonatologischen Überwachungsstation. Die Abteilung hat 17 (maximal 21) Betten und behandelt Frühgeborene, Neugeborene mit Fehlbildungen oder Kinder, die krank zur Welt kommen oder kurz nach der Geburt erkranken.
Die Pflegekräfte betreuen die kleinen Patienten rund um die Uhr in drei Schichten, mit jeweils sieben (Früh- und Spätschicht) oder drei (Nachtschicht) Mitarbeitern. Dazu kommen Gespräche mit Eltern und Ärzten. Zeitaufwändig ist überdies die Dokumentation.
Auf die neuen Räume im Klinikanbau (vor kurzem war Richtfest) freut sich Diane Specht sehr. In den Vierbett-Zimmern der C 55 geht es nämlich recht eng zu. Eltern oder Mütter, die gerade stillen, haben kaum Privatsphäre. Das wird Ende nächsten Jahres besser. Dann gibt es nur noch Zweibettzimmer. In denen kann ein Elternteil mit übernachten, zusätzlich werden Aufenthaltsräume und ein Stillzimmer eingerichtet.
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