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Richtfest am Neubau der SLK-Kinderklinik

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Acht Monate nach dem Spatenstich wurde am Donnerstag in der SLK-Klinik Richtfest gefeiert. Vor allem für Frühgeborene und ihre Eltern soll es künftig deutlich mehr Platz geben - und etwas mehr Privatsphäre.

Von Ulrike Bauer-Dörr
"Wer will fleißige Handwerker seh’n", sangen die Kinder der zur Klinik gehörenden Kita beim Richtfest im Neonatologie-Anbau.Foto: Dennis Mugler
"Wer will fleißige Handwerker seh’n", sangen die Kinder der zur Klinik gehörenden Kita beim Richtfest im Neonatologie-Anbau.Foto: Dennis Mugler

Wenn alles so gut weiterläuft wie bisher, dann kann die Abteilung Neonatologie der SLK-Kinderklinik am Heilbronner Gesundbrunnen im Herbst 2018 ihren Neubau beziehen. Am Donnerstag war Richtfest, nur acht Monate nach dem Spatenstich im Januar.

Polier Michael Ringeisen von der Baufirma Wolff &Müller erbat bei strömendem Regen für den Neubau "des Himmels Segen". Dann trank er sein Rotweinglas aus und schmetterte es vom Dach des 40 mal 60 Meter großen Anbaus. Man sei voll im Zeit- und Kostenplan, bemerkte SLK-Geschäftsführer Thomas Jendges dankbar, nachdem die Festgäste ins Trockene umgezogen waren.

Mehr Platz für Babys und Eltern

"Noch sieht man von außen nur einen Bentonklotz, aber drinnen ist die Raumaufteilung schon sichtbar", freute sich Ralf Klenk von der Stiftung Große Hilfe für kleine Helden. Sie finanziert die Ausstattung des Neubauprojekts mit. "Alles wird offener und großzügiger." Der Leitende Oberarzt Dr. Norbert Geier formulierte es so: "Man kann schon erahnen, wie es hier einmal sein wird: ganz toll." SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges ist sicher, dass hier etwas Neues und Gutes für Babys und ihre Eltern aus der Region geschaffen wird.

Vor allem gibt es mehr Platz. Die Abteilung Neonatologie für Frühgeborene und kranke Neugeborene wird mit dem Neubau von 36 auf 49 Betten erweitert. Die Geburtenzahl steigt seit Jahren und damit auch der Anteil der Frühchen und behandlungsbedürftigen Neugeborenen.

Vorbei die Zeit der Drei- und Vierbettzimmer

Drei- und Vierbettzimmer wird es in der neonatologischen Überwachungsstation C 55 dann nicht mehr geben. Vorbei sind die Zeiten drangvoller Enge, wenn sich − wie jetzt − vier Babys in vier Inkubatoren, vier Elternteile und das Pflegepersonal im Zimmer aufhalten. Ruhe und Privatsphäre: Fehlanzeige. Die Räume wurden 2002 in Betrieb genommen und waren damals topmodern. Heute sind die Ansprüche höher.

Künftig hat die Abteilung C 55 nur noch Zweibettzimmer, wohnlich eingerichtet und mit zwei Elternbetten ausgestattet. "Viele Eltern verbringen vier bis fünf Monate bei uns in der Klinik, bis ihr zu früh geborenes Baby entlassen werden kann", berichtet Geier. Die ständige Anwesenheit der Eltern spielt in der Frühchenabteilung eine wichtige Rolle, Körperkontakt schafft Vertrauen und Bindung. Damit sich die Eltern wohl fühlen, sorgt die Stiftung Große Hilfe für kleine Helden im Neubau für großzügig ausgestattete Aufenthaltsräume und ein Stillzimmer. Auch die Neugeborenenintensivstation C 54 bekommt künftig mehr Platz und mehr Betten. Wenn die C 55 einmal in den Neubau zieht, übernimmt sie deren Räume.

Land übernimmt Großteil der Baukosten

Entworfen hat das Gebäude Architekt Andreas Ludwig aus Kernen. Es ist in U-Form direkt an die bisherige Neonatologie angedockt. Alle Funktionsräume sind auf einer Ebene. Wider Erwarten musste der Rohbau wegen des Baugrunds auf Betonpfählen errichtet werden.

An den Baukosten in Höhe von rund neun Millionen Euro beteiligt sich das Land Baden-Württemberg mit fünf Millionen Euro. Vier Millionen teilen sich die SLK-Gesellschafter, Stadt und Landkreis Heilbronn. Die Stiftung Große Hilfe für kleine Helden hat 700.000 Euro zugesagt, 300.000 Euro an Spenden fehlen bislang noch.

 

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