Bühnenstars und Künstler von Weltrang in Heilbronn
Karajan, die Knef, Bernhard Minetti, Mikhail Baryschnikow, Günter Grass, US-Musikerin Pink: ein unvollständiges Namedropping großer Namen, die in den vergangenen Jahrzehnten in Heilbronn gastierten - und warum die Stadt gar kein so uninteressantes Pflaster für Weltstars ist.
Weltstars in Heilbronn? Deren Namen, wenn nicht elektrisieren, so doch weltweit bekannt sind? In den vergangenen Jahrzehnten haben einige in Heilbronn gastiert, wie der Tenor Peter Schreier, Dirigent Herbert von Karajan, Geigerin Anne-Sophie Mutter. Der Tänzer Mikhail Baryshnikov und Sylvie Guillem, die wohl bedeutendste Ballerina des späten 20. Jahrhunderts, US-Rock-Pop-Musikerin Pink, Hildegard Knef im Rahmen ihrer Deutschlandtournee "Knef, Concert 68" und große Namen mehr, die weit über die Grenzen ihrer Heimat begeistern. Etwa die italienische Rockröhre Gianna Nannini oder ihre Landsfrau, die Sängerin Milva - genannt La Rossa.
Die Toten Hosen waren in Heilbronn, die Kelly Family, immer wieder Udo Jürgens. Aber auch Schauspieler seit Ende der 40er Jahre und in den 50er und 60ern wie Werner Krauß, Marianne Hoppe oder Will Quadflieg, die der Kulturring Heilbronn einlud, der gleich in den Nachkriegsjahren sein ambitioniertes Programm startete.
Wer in Heilbronn seine Visitenkarte abgab
Kaum zu glauben, wer in frühen Jahren seine Visitenkarte in Heilbronn abgibt: Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern, Georg Solti mit dem Orchestre de Paris, Nicolaus Harnoncourt mit dem Concentus Musicus Wien, die Pianisten Martha Agerich und Friedrich Gulda, Gustav Gründgens, die Berliner Schaubühne. Der Heilbronner Kulturring, gegründet 1949 von kunstsinnigen Männern und Frauen, hatte sie geholt.
Folksong-Ikone Joan Baez singt 2010 in der Harmonie. Und Malerfürst Markus Lüpertz lässt sich 2013 bitten, im Kunstverein Heilbronn auszustellen. Dass die sogenannte Provinz - zumindest aus der Sicht von Künstlern, die in London, New York, Paris oder Salzburg ein und ausgehen - nicht abschreckt, beweist ein Blick in das Archiv unserer Zeitung und in die Veranstaltungsannalen der Stadt.
Einer der wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts
1983 kommen der Schriftsteller Günter Grass und Schauspieler Bernhard Minetti zur 1. Heilbronner Begegnung, bei der 2. Begegnung 1985 sitzen auf dem Podium im Theater neben Grass Wolfgang Koeppen, Hannelore Hoger und Peter Härtling. Im Alter von 98 Jahren spricht mit Hans-Georg Gadamer einer der wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts in der Kreisparkasse: zur Eröffnung einer Ausstellung mit Aquarellen von Hermann Hesse 1998.
Ein wahrer Weltstar ist 2004 gleich für mehrere Abende im Heilbronner Theater zu erleben. Dass der wohl größte Tänzer seiner Generation, der Russe Mikhail Baryshnikov aus New York, auf seiner Europatournee ausschließlich in Heilbronn und London zu erleben ist, kommt einer Sensation gleich und ruft Tanzfans aus ganz Deutschland auf den Plan. Zuschauerrekorde brechen die Konzerte mit Pink 2010 mit 24.000 Besuchern und den Toten Hosen 2013 mit 25.000 Besuchern. Seit der Öffnung des Carmen-Würth-Forums in Künzelsau gastieren seit 2017 weitere Klassikstars wie Kent Nagano oder Anna Netrebko in der Region.
Lea Rabin trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein
Es kamen und kommen aber auch vermeintlich weniger bekannte Namen mit nicht minder anspruchsvoller Kost für Herz und Hirn: Da wäre die Uraufführung des Bühnenstücks "Die Ermordung des Isaak" von Motti Lerner, zu der Lea Rabin, Politikerin und Ehefrau des 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Itzhak Rabin, eigens nach Heilbronn reist. Johannes Heesters tritt bis ins hohe Alter im Heilbronner Theater als Gast auf.
Christine Schäfer ist als junge Sopranistin bereits Solistin beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, das mit Stars wie den Klarinettistinnen Sharon Kam und Sabine Meyer, den Pianisten Alfred Brendel, Fazil Say und anderen mehr spielt. Opernstar Renée Kollo singt beim HSO, der Klaviervirtuose Gerhard Oppitz ist immer wieder beim Heilbronner Sinfonie Orchester zu hören. Der gebürtige Bayer Oppitz übrigens besuchte das Robert-Mayer-Gymnasium.
Musikdominant fing es nach dem Krieg an. Bis heute scheint Heilbronn - nicht nur - für Musikstars kein uninteressantes Pflaster zu sein.
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