Stimme+
Zweiflingen
Lesezeichen setzen Merken

Von Trubel, Festen und Traditionen in Zweiflingens Teilorten

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Urgesteine und Hinzugezogene erzählen vom Leben und vom Zusammenhalt in ihren Teilorten.

   | 
Lesezeit  3 Min
Sehenswert: das Eichacher Türmle mit Glocke. Foto: Heimatreporter Ottmar Laicher
Sehenswert: das Eichacher Türmle mit Glocke. Foto: Heimatreporter Ottmar Laicher  Foto: Heimatreporter

Frage: Was ist zu tun, wenn man alles Wichtige über die sieben Ortsteile von Zweiflingen herausfinden möchte? Geschichtsbücher wälzen, im Internet recherchieren? Weit gefehlt. Einfach die Menschen fragen, die dort leben.

Über den zweitkleinsten Teilort Eichach ist 1999 ein Buch erschienen, erinnert sich die gebürtige Eichacherin Ute Hebeiß. Nahezu jedes Haus konnte sich darin mit einer Geschichte beteiligen. Eine beliebte Sehenswürdigkeit? Natürlich das "Türmle" in der Ortsmitte, das als Ausstellungsraum diente und sogar schon zur Sektbar wurde.

Man kann sich auf die Nachbarn verlassen

Besonders liebt die 55-Jährige an ihrem Wohnort, dass man sich auf die Nachbarn verlassen könne. Und wenn es sein muss, packen alle mit an. Zum Beispiel bei der Generalsanierung des Turmes oder dem Spielplatz in der Mitte, wo am 1. Mai auch die Hocketse stattfindet. In der früheren Schule ist nun das Bürgerhaus. Putenhöfe, der Friedhof und Ferienwohnungen machen das Dorfleben noch aus.

Tiefensall hat Günter Rübmann nie losgelassen. Nach einer Zeit in Stuttgart hat es den gebürtigen Tiefensaller bald wieder in die Heimat gezogen. Die Kirche als Kleinod und der Friedhof, den er zeitweise freiwillig mäht, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft vor allem bei Projekten und der Grillplatz an der Sall mit Bolzplatz, der immer wieder viele Menschen anzieht - der 67-Jährige schwärmt. Und dann gibt es noch die Bräuche, wie den Bälsmärte, wo Jungen an Weihnachten vor Haus zu Haus ziehen. Ärger gibt es von ihnen nur für böse Kinder.

Viele sind dem Landleben treu geblieben

Von wegen Landleben bietet nichts für junge Leute: Dieter Frölich (Jahrgang 1961) hat seine Kindheit in Westernbach verbracht. Am Bolzplatz oder am Feuersee. Als langgezogener Ort habe sich angeboten, Oberweiler gegen Unterweiler zu spielen. Viele aus seiner Altersklasse sind geblieben, engagieren sich in der eigenen Feuerwehrabteilung oder im Verein. Auch viele landwirtschaftliche Betriebe gibt es noch. Einst war im Ort noch das Gasthaus zum Römerwall, heute trifft man sich zum Beispiel bei der Kärwe im Bürgerhaus.

Die Hohenloher Heimat im Visier: Vom Limesblick in Pfahlbach sind weite Aussichten möglich. Foto: Heimatreporterin Stephanie Rüdenauer
Die Hohenloher Heimat im Visier: Vom Limesblick in Pfahlbach sind weite Aussichten möglich. Foto: Heimatreporterin Stephanie Rüdenauer  Foto: Heimatreporter

Pfahlbach ist der kleinste Ortsteil. Hier ist Ernst Wagner (71) als Sohn in einer kleinen Landwirtschaft geboren. "Der alte Römerwall ist natürlich etwas Besonderes", sagt der 71-Jährige, zudem sei die Ortschaft sehr alt. Auch hier haben Bürger schon viel bewirkt, etwa auch beim Spielplatz und Bolzplatz, den sie in Eigenleistung gebaut haben. Im Sommer triff man sich und auch zu Weihnachten kommt das Dorf zusammen. Der Gesangsverein im Advent. Die Kinder gestalten eine kleine Feier. Besonders ist auch das ehemalige Wasserhäuschen, das unter Denkmalschutz steht.

Beobachtungen in der Natur

Orendelsall gehört mittlerweile zu den größten Ortsteilen dank seiner beiden Neubaugebiete. Helmut Weiß hat sein Elternhaus gekauft und ein neues gebaut und liebt am Teilort vor allem seinen Garten am Steilhang. "Da bin ich alleine mit mir und der Natur", sagt der 78-Jährige. "Was man da alles beobachten kann!" Was noch besonders ist? Natürlich die dem Heiligen Kilian geweihte Kirche, die zu den ältesten im ganzen Hohenlohekreis zählt. Zudem findet sich im Teilort der zweitgrößte Arbeitgeber der Gemeinde, das Pflegeheim.

Herbststimmung pur: Die Baumallee in Friedrichsruhe präsentiert sich in bunter Pracht.
Foto: Stephanie Rüdenauer
Herbststimmung pur: Die Baumallee in Friedrichsruhe präsentiert sich in bunter Pracht. Foto: Stephanie Rüdenauer  Foto: Heimatreporter

Auch neue Menschen werden in die Ortsteile gleich integriert. Die Erfahrung Walter Krassert gemacht, der vor rund 20 Jahren in Friedrichsruhe ein Haus gebaut hat. Mit Golfplatz und Hotel sei es aber dennoch ruhig und von den Hotelgästen bekäme man nicht so viel mit. Mit dem Weihnachtsbaum aufstellen oder der Adventsfeier in einer Garage hat auch das Dorf seine eigenen Bräuche.

Aktiv sein, um dazuzugehören 

Und Zweiflingen selbst? Da lebt das echte Urgestein Traudel Frank. Sie schwärmt von der Kirche im Ort, dem Gesangverein, und auch der Friedhof gehört zum Dorfleben dazu. Ebenso wie die Vereine. "Wenn man dazugehören will, ist man aktiv, das ist bei uns einfach so", sagt sie. Und trotzdem: Der Lieblingsplatz der 71-Jährigen ist und bleibt die Obstplantage, wo sie 50 Jahre ihres Lebens verbracht hat.

 

Eichach zählt rund 160 Einwohner, Pfahlbach 120. Der größte Teilort ist Orendelsall mit 365 Einwohnern. In Tiefensall leben 186 Menschen, 255 Bürger der Gemeinde Zweifligen wohnen in Westernbach. Mit 332 Einwohnern ist Friedrichsruhe einer der größten Ortsteile. Die Ortsteile sind Mitglied in vier Kirchengemeinden. Das sind die evangelische Kirchengemeinde Orendelsall, die evangelische Kirchengemeinde Öhringen, die katholische Kirchengemeinde Öhringen und die katholische Kirchengemeinde Öhringen. Außerdem gibt es noch die Süddeutsche Gemeinschaft.

 
Kommentare öffnen
  Nach oben