Wachstum einer unscheinbaren Perle
Die Gemeinde Untereisesheim bringt Baugebiete voran und will auch dem Gewerbe Platz bieten. Die neue Seniorenwohnanlage ist eröffnet.

Untereisesheim hat es auf den ersten Blick nicht leicht. Auf der einen Seite liegt das übermächtige Neckarsulm mit Tausenden Arbeitnehmern und Einwohnern. Auf der anderen Seite Bad Wimpfen - touristisches Glanzlicht und Ausflugsort vieler. Mittendrin befindet sich Untereisesheim, das sich trotz allem prächtig entwickelt.
Die Infrastruktur ist gut
Die Gemeinde gleicht deshalb einer unscheinbaren Perle. Wer sie nicht kennt, ahnt nicht ihren Wert: Ein Nahversorger und Bäcker sind vorhanden, die Banken gehören zum Ort und liegen in der neuen Mitte. Damit begnügt sich der Ort längst nicht. Die Seniorendienste Neckartal haben erst kürzlich ein Seniorenheim eröffnet, auch betreute Wohnungen gehören zum Gebäude.
Die Ansiedlung mit ermöglicht hat der Gemeinderat, der zuvor die dafür benötigten Grundstücke an der Ortsdurchfahrt gekauft hat. Erst so ist es gelungen, die Fläche tatsächlich zu entwickeln. Die Kommunalpolitiker sind sich ihrer Verantwortung für die Gemeinde sehr bewusst, wie sich auch an anderer Stelle deutlich zeigt.
In die Ortsmitte kommt ein Allgemeinmediziner
Der Ort baut seine wichtige Infrastruktur kontinuierlich aus. So hat das Kommunalparlament sogar zugestimmt, die ehemalige Schlecker-Filiale zu erwerben. Darin will nun im kommenden Jahr der Arzt Andre Picard eine Hausarzt-Praxis eröffnen. Die Gemeinde geht in Vorleistung und baut die Räume um, der Mediziner trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei.
Viele wollen in Untereisesheim wohnen

Die Gemeinde, geteilt durch die Landesstraße, ist bei den Menschen beliebt. Die Nachfrage nach Bauplätzen ist so groß, dass bei der Vergabe von kommunalen Bauplätzen im Neubaugebiet "Schafbuckel II" nun bestimmte Kriterien gelten. Dazu gehört beispielsweise, ob ein Interessent Kinder hat oder nicht. In diesem Baugebiet will Untereisesheim zusammen mit den Bürgern auch eine besondere Wohnform realisieren: Was gebaut wird, wird mit den Einwohnern gemeinsam entwickelt. Auf knapp 7000 Quadratmetern kann ein Quartier entstehen, in dem Menschen aller Lebensphasen zusammenwohnen. Den meisten Zuspruch bekam zuletzt ein Vorschlag namens "Wohnhof Plus": Der Entwurf sieht im vorderen Teil drei Doppelhäuser und dahinter ein Atriumhaus mit Innenhof und gemeinsamer Dachterrasse vor.
Das sind die weiteren Pläne
Untereisesheim wächst weiter, auch beim Gewerbe. Am südlichen Ortsrand hin zum Neckarsulmer Stadtteil Obereisesheim sollen Flächen für das Gewerbe und auch den Wohnungsbau entstehen. Dorthin, so die Überlegungen, soll dann auch die Feuerwehr ziehen. Ein neues Sanierungsgebiet soll ausgewiesen werden. Diese finanzielle Unterstützung des Landes und der Gemeinde soll Grundstückseigentümer ermuntern, in ihre Immobilien zu investieren.
Finanzielle Unterstützung, darauf ist auch die Gemeindekasse angewiesen. Bürgermeister Bernd Bordon beschreibt es wie folgt: "Wir sind zuschussgetrieben." Das heißt: Der Haushalt der Gemeinde lässt es nicht zu, vieles ganz allein zu entwickeln. Mit Förderprogrammen sieht das anders aus, deshalb ist auch nicht klar, welche neuen Schwerpunkte Rathauschef, Verwaltung und Gemeinderat setzen. Jederzeit können aus Stuttgart oder Berlin zusätzliche Impulse kommen, die die Verantwortlichen am Neckar nutzen.

Viele Pendler, Ausflügler und Touristen passieren Untereisesheim - über den Neckartal-Radweg. Hier ist dann auch ein Projekt ersichtlich, das nur sehr zögerlich vorankommt: der marode Neckarsteg. Die Brücke, um die sich vertraglich Untereisesheim und Bad Friedrichshall gemeinsam kümmern müssen, ist in die Jahre gekommen und sollte dringend saniert werden. Der Haken: Das Land will einen Radschnellweg zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn bauen - mit einer neuen Brücke. Die historische wäre dann für die überregionalen Radler bedeutungslos, nur nicht für die Untereisesheimer: Sie kommen über sie schnell zur Stadtbahnhaltestelle Kochendorf.

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