Nach zwei Bränden ist der Kompostierbetrieb AKG besser aufgestellt
Zwei Brände innerhalb eines Jahres sorgten für hohe Schäden in der Pfaffenhofener Kompostierungsfirma AKG. Aus dem Schaden hat Inhaber Andreas Achauer gelernt, ist breiter aufgestellt und plant für die Zukunft.

Die Wunden verheilen nur langsam. Eine feuergeschwärzte, rostige Mauer erinnert noch an den Brand vor einem Jahr in der Kompostierungsfirma AKG in Pfaffenhofen. Erst nach neun Tagen hatten die Feuerwehren aus der Region das Feuer gelöscht. Es hatte sich Ende August 2019 im Bereich der Altholzverwertung offenbar selbst entzündet.
"Lange Lagerzeit, Feuchtigkeit über längere Zeit und dazu ein Gärungsprozess", nennt Firmenchef Andreas Achauer das vermutliche Ursachenbündel. "Bis März oder April haben wir noch aufgeräumt."
Aus dem Schaden gelernt
Der Brand war mit einer Million Liter Wasser gelöscht worden, mit dem sich die Hackschnitzelberge dann vollgesaugt hatten. Rund 500 bis 600 Tonnen belastetes Holz mussten laut Achauer entsorgt werden. Der Schaden lasse sich nicht genau beziffern. Es war der zweite Brand in dem Betrieb innerhalb eines Jahres: 2018 war es allerdings glimpflicher ausgegangen. Achauer hat aus dem Schaden gelernt: "Wir haben uns breiter aufgestellt. Damals haben uns drei von vier Abnehmern im Stich gelassen." Heute hat der Betrieb zehn Abnehmer. Dazu zählen Großkraftwerke und Spanplattenwerke. Eine größere Kundenzahl minimiert das Risiko.
Der Betrieb steht auf drei Säulen. Er nimmt Bioabfall vor allem vom Landkreis Heilbronn ab und verarbeitet ihn weiter zu Kompost. Darüber hinaus verwertet das Unternehmen Altholz. Die dritte Säule ist das Verwerten von Grüngut. Dies macht etwa die Hälfte des Gesamtportfolios aus.
Plastik und Dosen im Biogut
Doch ausgerechnet beim Bioabfall - Andreas Achauer spricht lieber von Biogut, weil es wiederverwertet wird - ärgert er sich immer wieder darüber, dass dort Materialien auftauchen, die da nicht hingehören: "Der Fremdstoffanteil ist sehr hoch, und macht bis zu acht Prozent des Gewichts aus." In Stuttgart funktioniere das System besser als in Heilbronn.

Achauer ist überzeugt: "Das ist ein reines Aufklärungsthema." Und so landen Plastikflaschen, Dosen und Shampooreste in den großen Bioabfallbergen. "Hier kann man viel verbessern." Der Aufwand, das Biogut von den Reststoffen zu trennen, sei groß. Über das aufgearbeitete Biogut freuen sich Landwirtschaft und Weinbauern. AKG hat diesbezüglich Partner im Umkreis von 30 Kilometern. "Jeder Abnehmer bekommt eine Analyse", sagt der Firmeninhaber. Immerhin sei der Betrieb auch von Bioland und Naturland zertifiziert und könne daher strenge Vorgaben einhalten.
Hackschnitzel aus Grüngut
Der Betrieb verwertet auch Grüngut. Das Unternehmen sei das erste gewesen, das Hackschnitzel daraus hergestellt hat. "Das hat mein Vater vor 24 Jahren entdeckt." Das Landratsamt war damals froh, große Mengen an Grüngut an die Firma loszuwerden. Sein Vater habe dann die Sträucher zerkleinert und in Form gebracht.
Das Grüngut wird zur Energieerzeugung sowie zur Kompostverarbeitung genutzt. Zwischen 30 und 40 Prozent werden laut Achauer anschließend im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt.
Für die Zukunft rüsten
Auch das Altholz, das auf dem sechs Hektar großen Firmengelände landet, hat einen weiten Weg vor sich. Es wird zunächst klassifiziert. Dabei ergeben sich die weiteren Schritte. Ein Teil wird stofflich verarbeitet. Das können Spanplatten oder auch Holzhackschnitzel sein, die auf Spielplätzen als Fallschutz dienen. Ein weiterer Teil des Altholzes wird thermisch verwertet.
Andreas Achauer ist gerade dabei, den Betrieb für die Zukunft noch besser zu rüsten und nimmt die Expertise der Universität Stuttgart in Anspruch. Die Idee: Achauer will Hohlblocksteine pressen, die zu einem hohen Anteil aus Hackschnitzel und einem geringen Anteil aus Zement als Bindemittel bestehen, und an Baumärkte verkaufen.
AKG
Die Firma AKG gibt es seit 1987 und wurde von Helmut Achauer gegründet. Sein Sohn Andreas Achauer absolvierte von 1987 bis 1990 eine Winzerausbildung, der sich eine kaufmännische Lehre anschloss. 2012 übernahm Andreas Achauer dann den Familienbetrieb, in dem er bereits Geschäftsführer war. Der Betrieb Achauer Kompostierungs GmbH hat heute 55 Mitarbeiter. Neben dem Betrieb in Pfaffenhofen gehört auch der Umschlagplatz auf dem Wolfszipfel in Heilbronn zum Unternehmen.

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