Mehr Mutmachergeschichten, weniger Anglizismen
Beim Vor-Ort-Termin mit HZ-Chef Ralf Reichert und Redakteurin Tamara Ludwig auf dem Distelfinkenplatz in Niedernhall loben Leser ihre Zeitung, üben aber auch Kritik.

"Hasch du au kein Strom?", ruft es vom Eingang der Metzgerei. "S'isch in dr ganz Hauptstrôß nix", lautet die Antwort von der gegenüberliegenden Straßenseite.
Die Vor-Ort-Aktion der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme am Donnerstagnachmittag beeinträchtigt der Stromausfall allerdings nicht. HZ-Redaktionsleiter Ralf Reichert und Redakteurin Tamara Ludwig sind unplugged, wie es in der Musikersprache so schön heißt, also ohne technische Unterstützung, aber mit offenen Ohren nach Niedernhall gekommen, um mit den Lesern ins Gespräch zu kommen.
Und mit dem Wort unplugged lässt sich auch gleich eines der Themen einleiten, das den Lesern unter den Nägeln brennt: "Es stehen zu viele Anglizismen in der Zeitung", sagt Ernst Rapp - und ist mit dieser Meinung nicht allein. Er wünscht sich, die entsprechenden deutschen Wörter oder zumindest eine Übersetzung zu lesen. "Sie haben komplett recht", räumt Ralf Reichert ein und gelobt Besserung.
Lob für "50 Wochen - 50 Orte"
Dass sehr viele Artikel aus Heilbronn in der HZ sind, stört Rapp auch. "Heilbronn ist nicht Hohenlohe", kommentiert er. Renate Hoffmann hingegen findet das gut: "Wir waren schon etliche Male im Theaterschiff. Davon hätten wir sonst nicht erfahren", sagt sie.
Einig sind sich die etwa 20 Leser, die am Distelfinkenplatz vorbeischauen, beim Lob für die Aktion "50 Wochen - 50 Orte". "Das ist ganz super, wir haben das intensiv verfolgt", sagt Renate Hoffmann, und auch ihr Mann Dirk ist begeistert: Von umliegenden Orten habe man viel erfahren können, was man noch nicht wusste, ergänzt er.
Paul Lenk stimmt zu: "Ich bin immer wieder überrascht worden", sagt er. Überhaupt würde er sich wieder mehr positive Artikel, wie die der Reihe Mutmachergeschichten, in der Zeitung wünschen. Lenk findet: "Die Zeitung hat auch den Auftrag, das Positive mehr zu sehen."
Nicht überall zu jeder Zeit vor Ort
Stellvertretend für die Vereine bringt Bürgermeister Achim Beck die Kritik vor, dass die HZ bei Veranstaltungen nicht oft genug präsent sei. Dass bei der Vielzahl an Vereinen im Hohenlohekreis mit unzähligen Veranstaltungen das Seiten- wie das Personalbudget nicht ausreichen, um es jedem recht zu machen, stößt bei den Lesern auf dem Distelfinkenplatz aber schon auf Verständnis.
Und Reichert weist in diesem Zusammenhang gerne auf das Portal Meine.Stimme hin, das es allen Vereinen ermöglicht, ihre Veranstaltungen online und in der Zeitung zu präsentieren.

Stimme.de
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