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Lauffen
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Lauffen wartet mit bäuerlichen Rekorden auf

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Lauffen ist die Stadt mit dem größten Ortsbauernverband in Württemberg, die größte Steillagen-Gemeinde und die weltweit größte Schwarzriesling-Gemeinde. Besonderes Klima und besondere Böden machen es möglich.

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Lauffen ist das Genussdepot Württembergs. Es gibt kaum eine Kommune mit einer solchen Fülle landwirtschaftlicher (Sonder-) Kulturen. Neben dem prominenten Wein reifen hier Erdbeeren, Frühkartoffeln, Äpfel und Birnen, Spargel, Kürbisse, Zitronen und Beerenobst, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Kein Wunder, dass die Stadt am Neckar eine Reihe landwirtschaftlicher Superlative für sich reklamiert. Lauffen ist die Stadt mit dem größten Ortsbauernverband in Württemberg, berichtet dessen Vorsitzender Klaus Moser. Der Verband verfügt über 95 Mitglieder. 70 davon sind noch aktive Landwirte. Lauffen ist Württembergs größte Steillagen-Gemeinde, meint Weinerlebnisführerin Beate Schiefer. Und sie setzt noch einen drauf: "Lauffen ist die weltweit größte Schwarzriesling-Gemeinde."

Was es mit dem Mikroklima auf sich hat

Was begründet diese landwirtschaftliche Sonderstellung? "Unser Mikroklima", sind sich Klaus Moser und Beate Schiefer einig. Lauffen ist immer einen Tick wärmer als die Umgebung, und die Böden, darunter Lößlehm- und tonhaltige Erden, zählen zu den besten im Land. Kein Wunder, dass hier Frühkartoffeln gedeihen. Und natürlich der Wein. Die 1935 gegründete Lauffener Weingärtnergenossenschaft zählt zu den größten in ganz Württemberg.

Den Weinbau haben die Römer vor knapp 2000 Jahren in die Region gebracht. Klima und Böden machen Lauffen sogar als Standort für Züchtung und Versuchsanbau interessant. Im Jahr 1927 nahm die Württembergische Anstalt für Rebenzüchtung und Rebenpfropfung" ihre Arbeit in Lauffen auf. Sie wurde später zu einer Außenstelle der Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau Weinsberg. In Lauffen entstanden weltbekannte Rebsorten, wie Kerner (1929) und Dornfelder (1955).

Von Lauffen nach La Réunion

Seit 1995 wird die Rebschule von der Familie Ehmer privat geführt. Von hier aus werden veredelte Rebstöcke an Kunden im In- und Ausland geschickt. "Eine Lieferung Cabernet Cortic ging von Lauffen aus nach La Réunion im Indischen Ozean", erzählt Christoph Ehmer.

Lauffen hat auch in der Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse bis hin zum fertigen Produkt gute Karten. Im gesamten Stadtgebiet bieten Direktvermarkter ihre vitamin- und nährstoffreichen Leckereien an. "Uns rennen die Leute die Bude ein", berichtet Klaus Moser.

 

 

Schwarze Johannisbeeren im Maulbeerbaumfass

Die Pandemie habe den Wunsch der Kunden nach Produkten aus der Nachbarschaft noch verstärkt. Selbstvermarkter ist auch Heiner Schiefer, und zwar für geistreiche Produkte. In der Edelbrennerei, mitten in der Altstadt, warten allerlei Spezialitäten auf Liebhaber hochwertiger Spirituosen. Die Zutaten baut Schiefer selbst an.

Seine Spezialität: Schwarze Johannisbeeren, herangereift im Maulbeerbaumfass. "Es gibt keine einheimische Frucht, die so vitaminreich und reich an Antioxidanzien ist", so der Brenner, der als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Lauffen vorsteht. Lauffen böte für einen Flachwurzler, wie die Johannisbeere, ideale Voraussetzungen. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem sorgt seit 1935 für gute Wachstumsbedingungen der Kulturpflanzen.

Wo die Zitronen gedeihen

Wer das Weingut Seybold in den Herrenäckern betritt, dürfte sich flugs nach Spanien versetzt fühlen. In großen Pflanztrögen stehen Zitronenbäume in vollster Pracht. Im Hofladen gibt es neben verschiedenen hochwertigen Weinsorten auch Spezialitäten aus den Kernen des Steirischen Ölkürbisses, die sich auf den Lauffener Böden wohlfühlen. Christian Seybold bietet die Varianten "geröstet" und "ungeröstet" an. Die von Natur aus schalenlosen Kerne werden zu Knabber-Spezialitäten weiterveredelt. "Unser Klima ist besser als das in der Steiermark", sagt Christian Seybold ganz selbstbewusst.

Wer Lauffen und seine landwirtschaftlich geprägte Umgebung genießen möchte, hat dazu viele Möglichkeiten. Die Tourist-Info präsentiert auf der Homepage der Stadt Lauffen ausgearbeitete Rad- und Wanderstrecken. Eine Tour durch die Weinberge ist der Panoramaweg, der am Parkplatz am Hagdol startet. Eindrucksvolle Blicke auf die bäuerliche Kulturlandschaft ermöglicht der Neckarweg, der am Parkplatz am Rathaus beginnt. Der römische Gutshof zeugt von der 2000 Jahre alten landwirtschaftlichen Tradition in Lauffen. Die Tourist-Info ist derzeit montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr besetzt und zwischen 9 und 18 Uhr unter Telefon 07133 20770 erreichbar.

 
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