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Langenbrettach
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"Ziel ist es nicht, möglichst schnell zu wachsen"

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Bürgermeister Timo Natter spricht über die Entwicklung von Langenbrettach und über Projekte für alle Generationen.

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Im Brettacher Ortskern wird an vielen Ecken gebaut. Auch rund um den Arbeitsplatz von Bürgermeister Timo Natter, der Gemeindeverwaltung im Schlössle, stehen noch ein paar Arbeiten an.
Foto: Mario Berger
Im Brettacher Ortskern wird an vielen Ecken gebaut. Auch rund um den Arbeitsplatz von Bürgermeister Timo Natter, der Gemeindeverwaltung im Schlössle, stehen noch ein paar Arbeiten an. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

In Langenbrettach hat sich in den vergangenen knapp neun Jahren, in denen Timo Natter nun Bürgermeister ist, viel getan. Was die Gemeinde ausmacht und was noch alles auf der Agenda steht, verrät der Rathauschef im Interview.

 

Herr Natter, sind die Langenbeutinger und die Brettacher seit der Gebietsreform zusammengewachsen?

Timo Natter: Wir sind selbst vor wenigen Tagen von Brettach nach Langenbeutingen gezogen. Und ich stelle immer wieder fest, dass jeder Ortsteil seine Eigenheiten hat, das ist aber schön so. Dass Langenbrettach trotzdem als Einheit funktioniert, zeigt zum Beispiel die Zusammenarbeit bei der Feuerwehr oder den Sportvereinen. Generell hat die Gemeinde von der Gebietsreform profitiert, Langenbrettach steht heute gut da. Deshalb ist der Landgraben auch nur noch da, um Blumen zu pflanzen, als Symbol für das Zusammenwachsen.

 

Was ist für Sie das Besondere an Langenbrettach?

Natter: Es sind die Menschen, die den Ort ausmachen. Aber auch die Struktur ist besonders: Auf der einen Seite ist Langenbrettach ländlich geprägt. Auf der anderen Seite haben wir die Nähe zu Öhringen und Neuenstadt und sind über die Autobahn gut angebunden.

 

Haben Sie einen Lieblingsort?

Natter: In Brettach ist es die Mühlwiese. An dem Brunnen dort kann man die Ruhe und den Ausblick ins Brettachtal genießen. Der Platz ist wunderschön. In Langenbeutingen ist es das Himmelreich hinter der Kelter nach oben mit dem Ausblick auf Hohenlohe.

 

Das große Projekt, die Sanierung der Ortsdurchfahrt Brettach, ist fast abgeschlossen. Es stehen aber noch einige andere Vorhaben auf der Liste. Liegen die wegen der Corona-Krise jetzt auf Eis?

Natter: Grundsätzlich steht natürlich auch in Langenbrettach das öffentliche Leben still. Die Verwaltung arbeitet aber weiter. Wir testen zum Beispiel Video-Konferenzen mit dem Ortschaftsrat und dem Gemeinderat, um vielleicht bald so Sitzungen mit Livestream abhalten zu können. Auf eine Entscheidung des Gemeinderats wartet zum Beispiel noch das Projekt Wohnen 65 plus auf dem Schlössleareal. Was wir aber noch vor der Corona-Krise auf den Weg bringen konnten, ist der Umbau der denkmalgeschützten Scheune neben dem Schlössle. Hier will ein Investor Wohnraum schaffen. Vermessungen hierfür haben bereits begonnen.

 

Was ist mit der Planung des Pflegeheims im Paradies?

Natter: Die Gespräche sind auf Eis gelegt. Wir wollten im März Pflegeheime besuchen, das ist natürlich ausgefallen. Dort haben die Betreiber gerade andere Sorgen. Wir gehen davon aus, dass wir nach der Krise wieder genau dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Denn der Bedarf ist da.

 

Langenbrettach wird durch die Neubaugebiete Hintere Milbe und Tiefelshecke weiter wachsen. Wie viele neue Einwohner kommen hinzu?

Natter: Unser Ziel muss es sein, entsprechend unserer Möglichkeiten zu wachsen. Wenn die Gebiete mal komplett erschlossen sind, werden es 350 bis 400 neue Einwohner sein. Das wird aber eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Ziel ist es nicht, möglichst schnell möglichst groß zu werden. Die Neubaugebiete sind aber notwendig geworden, weil wir im Innerortsbereich keine Leerstände mehr haben. Das war mir wichtig.

 

Sie sind ja auch dran, die Infrastruktur anzupassen. Gibt es Neuigkeiten zur geplanten Ganztageskita?

Natter: Hier wird derzeit eine Studie zu möglichen Standorten erstellt. Wir sind alle gespannt, was herauskommt. Das ist sicher eines der ersten Themen, die wir nach der Corona-Krise angehen.

 

Zu guter Letzt bleibt die Frage nach dem Freibad. Hier ist die Zukunft weiter offen, oder?

Natter: Ich glaube, jeder hat inzwischen verstanden, dass wir das Freibad bedauerlicherweise nicht mehr öffnen werden. Die Rechtssprechung macht uns leider auch bei den Plänen für einen Park mit Badestelle einen Strich durch die Rechnung. Hier geht es um die Verkehrssicherungspflicht. Trotzdem ist klar: Wir wollen dort einen attraktiven Ort schaffen, wo sich alle Generationen treffen können. Wie das aber aussehen wird, kann ich noch nicht sagen.

 

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