Langenbrettach hat sich zu einem beliebten Wohnort entwickelt
Klein, aber oho: Die Gemeinde Langenbrettach hat mehr zu bieten als ihr so mancher zutraut.

Langenbrettach ist eine Gemeinde mit vielen Facetten: Von guter Infrastruktur bis zu sehenswerten Gebäuden und sogar einem kopflosen Ritter hat sie so einiges zu bieten. Die Entstehung hingegen war eher pragmatisch, der Name ist lediglich ein Konstrukt - aus Langenbeutingen (mit dem Weiler Neudeck) und Brettach.
Die Orte wurden 1975 im Rahmen der Gebietsreform zusammengeschlossen, und damit wurden zwei ungleiche Partner vereint. Während Brettach schon immer zum Kreis Heilbronn gehörte, war Langenbeutingen mit Neudeck im Kreis Öhringen/Künselsau zu Hause und damit hohenlohisch.
Aber auch wenn das damals keine Liebesheirat war, sind die Ortsteile inzwischen doch zusammengewachsen. Nur zu hören ist die unterschiedliche Herkunft bei älteren Einwohnern noch. Die Unterländer Mundart ist genauso wie der hohenlohische Dialekt teilweise erhalten geblieben. Auch die Orientierung vieler Beutinger geht nach wie vor eher nach Öhringen. So wird Langenbrettach nicht ohne Grund auch als "Tor nach Hohenlohe" bezeichnet.
Rege Bautätigkeit
Über die Jahre wurde die Gemeinde immer größer. Durch rege Bautätigkeit in beiden Ortsteilen ist die Einwohnerzahl seit 1975 von 2174 Einwohnern bis heute auf über 3800 gestiegen. Langenbrettach hat sich zu einer attraktiven und modernen Wohngemeinde entwickelt.
Aber was macht den Reiz der kleinen Gemeinde aus? Da wäre die schöne Lage im Brettachtal und die gute Anbindung durch die Autobahnen A81 und die A6. Besonders ist aber vor allem die umfangreiche Infrastruktur, von der manche größere Orte nur träumen können. Es gibt Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, Metzger, einen Getränkemarkt und ein Gemüsehäusle. Auch eine Apotheke ist am Ort.
Gute ärztliche Versorgung
Die ärztliche Versorgung ist nicht zuletzt durch ein nagelneues Ärztehaus, das kurz vor der Fertigstellung steht, gesichert. Für die Betreuung und Ausbildung der kleinsten Einwohner gibt es vier Kindertagesstätten und zwei Grundschulen. Und auch an die ältere Generation ist gedacht: Derzeit laufen Planungen für ein Pflegeheim und Wohneinheiten für über 65-Jährige mitten im Ortskern. Ach ja, und da ist auch noch ein Freibad, auch wenn es seit zwei Jahren geschlossen ist. Hier soll ein Generationenpark entstehen. Ob auch eine Badestelle möglich ist, ist unklar.
Lebenswert macht Langenbrettach auch sein aktives Gemeindeleben, das unter anderem die über 20 Vereine gestalten. Und gefeiert wird natürlich auch. Das größte Fest im Jahr ist der Brettacher Markt.
Einige interessante Gebäude

Wer durch die Straßen der beiden Teilorte streift, entdeckt außerdem einige imposante Gebäude. Dazu gehört die denkmalgeschützte Mühle. Sie wurde vom heimatgeschichtlichen Verein restauriert. Acht Personen schufteten 5000 Stunden, und auch heute noch ist der sogenannte Alteisenclub jeden Donnerstag dort am Werkeln. In der Mühle befindet sich das Dorfmuseum.
Ein echtes Schmuckstück ist auch das Chanofs-ky-Schlössle, im dem seit 2015 die Verwaltung sitzt. Ein Besuch lohnt sich zudem im Areal rund um den Lindenplatz in Brettach. Auch wenn derzeit keine Linde zu bewundern ist - sie war krank und musste dieses Jahr gefällt werden -, gibt es hier mit der Friedhofsmauer, dem Pesttor, dem Backhaus und dem Kirchbrunnen einiges zu bestaunen. Die Linde wird natürlich so schnell wie möglich ersetzt, verspricht Bürgermeister Timo Natter.
Hingucker Unteres Kirchle
Ein echter Hingucker in Langenbeutingen ist das frisch renovierte "Untere Kirchle", das 1354 gebaut wurde. Heute befindet sich hier das literarische Museum, die Albrecht-Goes-Stube. Der schwäbische Dichter und Pfarrer ist einer der großen Söhne des Orts.
Ein bisschen was zum Gruseln bietet Neudeck. Die Herren von Neudeck entwickelten sich einst zu Raubrittern. Noch heute sollen ihre Schätze in unterirdischen Gängen lagern. 1588 enthauptete der letzte Vertreter sich angeblich selbst und reitet seitdem nachts an der Brettach entlang. Besonderes gibt es in Langenbrettach aber nicht nur zu erzählen und zu sehen, sondern auch zu essen: den Brettacher Apfel. Seine Entstehung war 1911 purer Zufall. Bis heute wird der säuerliche Apfel gern zum Kuchenbacken verwendet.

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